„Mama Mia“ gibt vielerlei Hilfen auf dem Weg in den Beruf. Noch sechs Plätze sind frei.

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Sasikala Pratheepan (l.) mit ihrer einjährigen Tochter Prakathee und Mama-Mia-Mitarbeiterin Marie Wegner.

Sasikala Pratheepan (l.) mit ihrer einjährigen Tochter Prakathee und Mama-Mia-Mitarbeiterin Marie Wegner.

Stefan Fries

Sasikala Pratheepan (l.) mit ihrer einjährigen Tochter Prakathee und Mama-Mia-Mitarbeiterin Marie Wegner.

Ratingen. „Bislang läuft alles gut“, sagt Julia Dzemail und fügt hinzu: „Ich möchte eine vernünftige Ausbildung machen. Dafür brauche ich einen guten Schulabschluss.“ Seit knapp fünf Jahren lebt die gebürtige Mazedonierin in Deutschland. In ihrem Geburtsland hatte sie die Schule bereits erfolgreich beendet. Weil der Abschluss in Deutschland nicht anerkannt wird, bildet sich die 22-Jährige fort.

Zwei Jahre hat es gedauert, das Projekt auf den Weg zu bringen

Sie ist eine von insgesamt sechs Teilnehmerinnen von „Mama Mia“. Dies ist ein Projekt für junge Mütter mit Kindern unter drei Jahren, die ihren Schulabschluss nachholen und sich beruflich qualifizieren wollen. Bei dieser „Frauengruppe für und mit Zukunft“ handelt es sich um ein Pilotprojekt, initiiert von Irmgard von der Heiden-Alfing und Ingrid Esken. „Fast zwei Jahre hat es gedauert, das Projekt zu entwickeln“, erinnert sich Irmgard von der Heiden-Alfing, Abteilungsleiterin der Berufs- und Beschäftigungsförderung bei der Diakonie. Sie und ihre Kollegin Ingrid Esken, Abteilungsleiterin der Jugendhilfe, hatten überlegt, wie sie aus ihrem Erfahrungsschatz etwas passgenau auf die Bedürfnisse junger Mütter Zugeschnittenes entwickeln können. „Angesprochen werden Frauen, die bedingt durch eine frühe Mutterschaft Brüche in ihrer schulischen, beruflichen und persönlichen Biografie aufweisen.“ Sie alle sollen für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht werden.

Vorgesehen sind wöchentlich 18 Unterrichtsstunden mit allgemeinbildenden Unterrichtsfächern, Berufsorientierung und Erlangung von Schlüsselqualifikationen sowie zwölf Unterrichtsstunden zur Stärkung der Alltagskompetenz. Gefördert durch das Bundesfamilienministerium und das Bundesamt für Migration sowie mit Mitteln des Landschaftsverbandes steht die Finanzierung für drei Jahre.

Seit Dezember laufen die Kurse, in denen die Frauen lernen, den Alltag mit Kind zu bewältigen – und zu genießen: Singen, spielen und pflegen der Babys steht ebenso auf dem Programm wie Haushaltsführung und Zeitmanagement. Neben Julia Dzemail, Mutter von Melisa (2), und Sasikala Pratheepan mit Tochter Prakathee (1) gibt es vier weitere Teilnehmerinen. „Wir haben Kapazität für insgesamt 15 Frauen“, sagt Irmgard von der Heiden-Alfing. Drei Kandidatinnen sind in der Warteschleife, sechs Plätze sind noch vakant. In erster Linie geht es natürlich um einen Wissenstransfer. „Aber auch darum, Netzwerke zu bilden, Freundschaften zu schließen und gemeinsam fit für die Zukunft zu werden.“ Das Berufsziel von Julia Dzemail ist klar: Sie möchte eine Ausbildung zur Altenpflegerin machen. Mit diesem Wunsch vor Augen kniet sie sich bei „Mama Mia“ richtig rein.

Das Projekt richtet sich an Mütter bis 27 mit oder ohne Migrationshintergrund, deren Kinder unter drei Jahre sind. Projektträger ist die Diakonie, in deren Räumen in Ratingen der Kurs stattfindet. Infos unter Telefon (02102) 133 98 18.

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