Ein Verein will straffällige Jugendliche mit ehrenamtlichen Mentoren zurück auf den rechten Weg bringen. Jetzt werden Mitstreiter gesucht.

Dort, wo die Jugendgerichtshilfe nicht weiter kommt, sollen Ehrenamtliche nachhelfen.
Dort, wo die Jugendgerichtshilfe nicht weiter kommt, sollen Ehrenamtliche nachhelfen.

Dort, wo die Jugendgerichtshilfe nicht weiter kommt, sollen Ehrenamtliche nachhelfen.

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Dort, wo die Jugendgerichtshilfe nicht weiter kommt, sollen Ehrenamtliche nachhelfen.

Mettmann. Jahr für Jahr geraten allein in der Stadt Mettmann etwa 400 Kinder und Jugendliche mit dem Gesetz in Konflikt. Die meisten Jugendlichen, die aus einem intakten Elternhaus stammen, können mit kleinen Strafen und Auflagen schnell wieder auf den rechten Weg gebracht werden.

Dagegen gibt es aber junge Menschen, die ohne Hilfen in ein Leben aus Kriminalität und Knast abrutschen würden. Ihnen will der Verein "Neue Wege", der vor drei Jahren von den Jugendgerichtshilfen der Städte Mettmann, Haan, Wülfrath und Heiligenhaus gegründet wurde, helfen, ihr Leben in den Griff zu bekommen.

Allein sind die Jugendgerichtshilfen der Städte, die jeweils nur einen Mitarbeitern haben, nicht in der Lage, alle Intensivtäter und Inhaftierten zu betreuen. Das bestätigt auch Dirk Wermelskirchen, Jugendgerichtshelfer aus Mettmann und stellvertretender Vereinsvorsitzender: "Wir schaffen das mehr schlecht als recht."

Eine Jugendhilfe-Messe am Samstag zum Auftakt

Deshalb startet der Verein ein Projekt, das wegen seiner Einmaligkeit vom Land NRW mit 10000 Euro bezuschusst wird. Wermelskirchen: "Wir suchen ehrenamtliche Helfer, die sich um straffällige und gefährdete Jugendliche kümmern, die den jungen Menschen eine Perspektive aufzeigen." Wermelskirchen und die Vereinsvorsitzende Silvia Böhm, hoffen, zwischen 15 und 20 ehrenamtliche Helfer für die Arbeit mit Jugendlichen rekrutieren zu können.

Sie sollen die Heranwachsenden für einen Zeitraum von drei bis zwölf Monaten betreuen, sie bei Behördengängen begleiten, mit ihnen die Freizeit gestalten oder ihnen einfach nur einmal zuhören. Wermelskirchen: "Das ist eine sehr niederschwellige Hilfe, die aber helfen kann, den jungen Menschen wieder eine Perspektive zu bieten, die sie zu Hause nicht bekommen."

10 Uhr Eröffnung, 11 Uhr Tanzzschule Krauss (Mettmann), 11.30 Musikschule Mettmann, 12 Uhr Bauchtanzgruppe der Hauptschule Wülfrath, 14 Uhr Trommelgruppe "Hakuna Matata" aus Wülfrath mit Viki, 14.45 Uhr Capoeira - brasilianischer Kampf-Tanz-Sport und Boxtraining.

Jeder, der bei diesem Projekt mitmachen möchte, verpflichtet sich zu einer Schulung, in der es unter anderem um die Themen Gewaltprävention, Gesprächsführung bei Konflikten oder Antragsverfahren bei der Arge geht. Der Kontakt zu den jungen Menschen wird über die Jugendgerichtshilfe hergestellt. Während der Betreuungszeit stehen den ehrenamtlichen Begleitern sozialpädagogische Ansprechpartner in den Städten Mettmann, Wülfrath, Haan und Heiligenhaus zur Verfügung.

Am Samstag lädt der Verein "Neue Wege" von 10 bis 16 Uhr zur Messe "Help to Help" in die Neandertalhalle nach Mettmann ein. Dort präsentieren sich viele Vereine, Verbände und Institutionen aus dem gesamten Kreis Mettmann, die um das Wohl von Kindern und Jugendlichen kümmern. Angefangen bei Mettmann-Sport bis hin zum Türkischen Moschee-Verein, von der Polizei bis hin zur Justiz. Daneben gibt es viel Unterhaltung, Tanz- und Musikaufführungen. Die Schirmherrschaft hat Ministerpräsident Jürgen Rüttgers übernommen, der sich für Samstag aber entschuldigt hat.

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