Am Samstag wird der 25 Kilometer lange Panoramaradweg zwischen Wülfrath und Heiligenhaus eröffnet. Zwei WZ-Redakteure sind ihn schon vorher abgefahren.

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Nicht aus Zucker: Die WZ-Redakteure Benjamin Dietrich (l.) und Thomas Reuter haben den Panoramaradweg (hier in Tönisheide) bei alles andere als idealen Wetterbedingungen getestet. Ihrer Begeisterung über die neue Trasse hat dies keinen Abbruch getan.

Nicht aus Zucker: Die WZ-Redakteure Benjamin Dietrich (l.) und Thomas Reuter haben den Panoramaradweg (hier in Tönisheide) bei alles andere als idealen Wetterbedingungen getestet. Ihrer Begeisterung über die neue Trasse hat dies keinen Abbruch getan.

Wo geht’s weiter? Die Ausschilderung des Radwegs ist noch verbesserungsfähig.

Bahrmann, Simone (simb), Bild 1 von 2

Nicht aus Zucker: Die WZ-Redakteure Benjamin Dietrich (l.) und Thomas Reuter haben den Panoramaradweg (hier in Tönisheide) bei alles andere als idealen Wetterbedingungen getestet. Ihrer Begeisterung über die neue Trasse hat dies keinen Abbruch getan.

Niederberg. Pah! Bei Sonnenschein kann jeder radeln. Die Jacken sind durchnässt, die Brillen beschlagen. Und dennoch ist die Stimmung gut. Auch bei Nieselregen macht diese Tour Spaß.

Zwei Tage vor der offiziellen Eröffnung testen wir den Panoramaradweg auf der Trasse der Niederbergbahn. Das Fazit: Tolle Strecke, tolle Aussichten, Genussradeln pur!

Wir steigen in Flandersbach an der K 34 am Steinbruch Dachskuhle ein. Ohne Ortskenntnis könnte man den Start übersehen. Kein Schild weist auf den Beginn des Radwegs hin. Motorengeräusche im Hintergrund. Vor uns: ein kurzer, knackiger Anstieg.

Für das Rad des Kollegen Dietrich mit Elektro-Unterstützung kein Problem. Das E-Bike hat uns Fahrrad Petry aus Wülfrath zur Verfügung gestellt. Beim Trekkingrad von Tester Thomas Reuter muss in einen kleineren Gang geschaltet werden. Das geht ja gut los. . .

Die ehemalige Bahnstrecke ist nicht zu übersehen

Die Anstrengung ist aber nur von kurzer Dauer. Wenige Minuten später ist ein echter Höhepunkt erreicht: das Gelände des ehemaligen Wülfrather Bahnhofs. Vorbei an überwucherten Schienen, einem Stellwerk, ausgedienten Signalen – ja, dieser Radweg war mal eine Bahnstrecke. Nirgendwo auf dem Panoramaradweg wird das deutlicher als hier.

Gut finden wir:

+ Asphalt

+ Ausblick

+ Rastmöglichkeiten

+ Brückenfahrten

 

Nicht so gut finden wir:

- Beschilderung

- Neustraße in Tönisheide

Samstag, 12 Uhr: zentrale Eröffnungsfeier am Zeittunnel in Wülfrath mit NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger. Bis 18 Uhr gibt es dort und an anderen Plätzen der Trasse viel Programm. Hier einige Beispiele:

 

Velbert: 11 bis 22 Uhr: Livemusik, Rallye und Aktionen in Tönisheide.

 

Heiligenhaus: 11 bis 17 Uhr: Waggonbrücke Westfalenstraße/Bahnhofstraße: E-Bike-Touren, Tri-mobil-Spezialfahrräder.

 

Wülfrath: 13 bis 18 Uhr: Alter Bahnhof Mettmanner Straße: Stellwerkbesichtigungen und Draisinenfahrten.

Es geht flott weiter. Vorbei am Zeittunnel – ein idealer Platz für die morgige Eröffnung des Radwegs – kommt die erste Chance, sich zu verfahren. Der Weg gabelt sich. Eine Ausschilderung, dass es nach Schlupkothen und Wuppertal geradeaus geht, nach links hinauf nach Velbert, fehlt. Auch hier bügelt die Kraft des E-Bikes die Erhebung platt. Alle anderen müssen kräftig treten.

Es geht vorbei am Bochumer Bruch, der aber nicht zu sehen ist. Vegetation versperrt den Blick auf gigantische Gesteinsformationen, die ein echter Hingucker wären. Dafür ist der Ausblick in Kocherscheidt umso besser – selbst bei Regen, kaltem Wind und wolkenverhangenem Himmel. Die Region Niederberg mit ihren Wiesen, Feldern und Wäldern in sattem Grün ist einfach schön.

Raststätte direkt am Rande der Strecke

Es geht weiter Richtung Velbert-Tönisheide. Und auf dem Weg dorthin sehen wir auch schon die ersten Bänke und Tische, auf denen die künftigen Nutzer der Trasse Rast machen können. Wir allerdings pausieren nicht, radeln weiter und machen Strecke. Immerhin liegen noch 15 Kilometer bis zum Ziel in Heiligenhaus-Isenbügel vor uns.

Gewerbegebiete, Hauptstraßen und jede Menge Verkehr, das sind die Eindrücke von der Trasse in Tönisheide. Das vermiest ein wenig die Tour. Und auch dort gibt es die ein oder andere Stelle, an der wir uns fragen, wo wir weiter radeln müssen, weil Hinweisschilder fehlen.

Mitten in dem Velberter Stadtteil treffen wir Nils Juchner, Velberts Marketingchef, und Gisbert Böker von den Technischen Betrieben Velbert. Beide haben das Projekt Panoramaradweg von Anfang an begleitet. Sie klären Details für das Fest am Samstag in Tönisheide.

Hersteller der Hinweisschilder liefert nicht rechtzeitig

Böker kann den Ärger über die fehlenden Schilder bestens verstehen: „Das Unternehmen lässt uns hängen und vertröstet uns immer wieder.“ Sein Trost: Die Radfahrkarte ist schon da. Sie zeigt die gesamte Trasse mit den Anbindungsstellen – und wie der Panoramaradweg mit der Region vernetzt ist. Das ist top!

An der Neustraße in Tönisheide steigen wir ab: Es regnet immer noch, ein Kaffee wäre schön – etwas Essbares auch. Einkehren könnten wir im Biergarten der Gaststätte Am Schlagbaum, der direkt an der Strecke liegt. Der hat aber geschlossen – Weiterfahrt.

Auf Velberter Stadtgebiet wird’s abwechslungsreich. Es ist der Gegensatz zwischen Industrie auf der einen Seite und Heide mit violettem Fingerhut auf der anderen, der uns fasziniert. Die Fahrten über die ehemaligen Brücken der Niederbergbahn begeistern ebenfalls. Eine Überraschung sind grüne Baumstämme, die als Sitzgelegenheiten montiert wurden.

Wir rollen mal unter Tunneln und Brücken entlang, dann fahren wir auf ihnen in Höhe von Wohnhäusern an der Friedrich-Ebert-Straße. Und als wir auf der „Saubrücke“ das Rinderbachtal überqueren, sind wir einig: „Das hat schon was.“

In Heiligenhaus ist ein Teilstück der Trasse noch nicht fertig. Das Brückenelement an der Ruhrstraße soll aber bald kommen. Wir müssen eine Straße überqueren, um wieder auf den eigentlichen Radweg zu gelangen.

Der Regen nimmt kein Ende, wir sind durchnässt, aber am Ziel in Isenbügel. Und wir sind uns einig: Der familientaugliche Panoramaradweg ist ein Gewinn für den Kreis und darüber hinaus.

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