Rheinisch Westfälischer Automobil-Club will die Tradition der „Rallye Nordrhein-Westfalen“ aufleben lassen. Am Wochenende fand eine Orientierungsfahrt statt.

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Wolfgang Opladen ist der „Franz“, der Beifahrer, im Mercedes 300 SL. Er ist zuständig für Stoppuhr, Kilometerstand und Anweisungen.

Wolfgang Opladen ist der „Franz“, der Beifahrer, im Mercedes 300 SL. Er ist zuständig für Stoppuhr, Kilometerstand und Anweisungen.

Anna Schwartz

Wolfgang Opladen ist der „Franz“, der Beifahrer, im Mercedes 300 SL. Er ist zuständig für Stoppuhr, Kilometerstand und Anweisungen.

Monheim. Mit dem bissigen Reibgeräusch einer Schlagbohrmaschine dreht der Motor des 911er Porsche hoch. Der Fahrer beschleunigt seine Maschine an der Wasserachse am Monberg. Scharfe Linkskurve, wieder in die Gerade, sofort Vollgas. 80 Zuschauer drängen begeistert nach vorn, stehen fast mitten auf der schmalen Straße im Gewerbepark am Rhein.

Am Wochenende hat der Rheinisch Westfälische Automobil-Club (RWAC) mehr als 100 Oldtimer auf einer großen Orientierungsfahrt über Landstraßen rund um Düsseldorf geleitet. Drei Tagesetappen führten an den Niederrhein und durch das Bergische Land, berührten dabei Erkrath, Hilden, Langenfeld und Monheim.

"Ich weiß auch nicht, was hier läuft", sagt Wolfgang Opladen. Sollte er aber, denn er ist der Beifahrer - der "Franz" genannte Navigator - seines Teams aus Düren. Im Mercedes 300 SL mit silbernen Flügeltüren muss er mit gezeichneten Anweisungen, Stoppuhr und Kilometerzähler den Weg finden.

Am Porsche 924 Turbo fehlt eine Schraube am Motorblock

"Wenn der Beifahrer nichts taugt, kann der Fahrer nicht viel machen", bekennt auch Michael Ebbing. Den verantwortungsvollen Posten muss er zum ersten Mal ausfüllen. Mit seinem Piloten Oliver Schoof aus Meerbusch hat er gleich am ersten Abend Pech: Den beiden fehlt in ihrem Porsche 924 Turbo - komplett in der Rennausstattung der 1970er-Jahre - eine Schraube am Motorblock. Ein von der Konkurrenz geliehenes Ersatzteil stellt sich als zu kurz heraus. "Der Techniker kommt gleich", ist Ebbeling sicher.

In den 1960er- und 1970er-Jahren war die Rallye äußerst renommiert

Aus den 1960er- und 1970er- Jahren ist der Name "Rallye Nordrhein-Westfalen" noch ein Begiff. Die Veranstaltung gehörte damals zu den renomiertesten Deutschlands. Jetzt will der RWAC diese Tradition mit einer Oldtimer-Fahrt wieder aufleben lassen. Zugelassen sind Autos, die vor 1976 gebaut sind.

Der Prolog genannte erste Abschnitt führt die Rennfahrer von Düsseldorf über Neuss und Zons nach Monheim. Mit Sonderprüfungen im Slalom und Zeitfahren. "Monheim ist ein nettes Städtchen", findet RWAC-Vizepräsident Till Kötter. Eine schöne Ortsdurchfahrt und die Fähre haben ihm gefallen.

Für die Besucher lohnt sich das Kommen

Sehr zufrieden sind Sven Kreinendahl und Co-Pilot Darya Nassehi aus Neuss. "Hat alles super geklappt", freuen sich die Beiden im weinroten E-Type Jaguar. Besser so: "Wenn etwas schief geht, funkt’s im Auto", merkt Kreimendahl an. Das zum Wagen passend gekleidete Team - mit Lederjacken und Halstüchern - fährt diesmal "leider touristisch". Nach den Erfahrungen der ersten Etappe hätte es wohl auch mit der sportlichen Wertung klappen können.

Bei so viel prachtvollen Rennwagen hat sich der Abend für Besucher Werner Teige gelohnt. "Schöne Autos gucken", das ist der Wunsch des Langenfelders, der dafür auch Reisen auf sich nimmt. Seine Vorliebe benennt er klar: "Der Sound macht’s aus."

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