Gute Nachricht für alle, die ihre Tanks leer haben: Seit dem Sommer ist der Ölpreis gesunken.

Kreis Mettmann
Lieferant Bernd Brinkschulte freut sich, wenn er das Heizöl preiswerter an seine Kunden abgeben kann.

Lieferant Bernd Brinkschulte freut sich, wenn er das Heizöl preiswerter an seine Kunden abgeben kann.

Ralph Matzerath

Lieferant Bernd Brinkschulte freut sich, wenn er das Heizöl preiswerter an seine Kunden abgeben kann.

Kreis Mettmann. „Gut, dass ich noch kein Öl gekauft habe“, sagt Klaus Sticherling beim Blick auf die täglichen Preisschwankungen beim Heizöl. In der bekannten Langenfelder Konditorei, die von Sohn Jörg geführt wird, wird schon lange mit Gas geheizt; aber der Senior kümmert sich um zwei Häuser, die noch mit Öl beheizt werden, und in deren Tanks rund 6000 Liter passen. Dass er heute statt rund 85 Euro pro 100 Liter wie im Vorjahr jetzt weniger als 74 Euro zahlen muss, konnte allerdings auch er nicht voraussehen. Karlheinz Schulz, Vorsitzender der Langenfelder Federballer, nimmt es gewohnt sportlich, dass er die für sein Vier-Familien-Haus benötigten 4500 Liter Heizöl– wie immer – schon im Juni nach der üblichen Tankkontrolle gekauft hat. „Der Heizölpreis war schon immer ein Lotteriespiel“, kommentiert er lakonisch.

Wetter sorgt für den Preisverfall

Der relativ warme Winter im Vorjahr mindert den „theoretischen Verlust“, den die Sommer-Käufer durch den späten, untypischen Preisrückgang erlitten haben. Schließlich waren viele Tanks noch recht gut gefüllt.

So zählt auch das milde Wetter zu den Gründen, die von den Fachleuten für den Preisverfall auf das Niveau von Ende 2010 genannt werden. Da die OPEC trotz politischer Krisen keine Förderkürzung ankündigte, wurde der Preisverfall noch beschleunigt.

Tobias Bott, Sprecher des Bundesverbands mittelständischer Mineralölunternehmen, zeigt sich vom derzeitigen Preistiefstand verwundert. „Aber er ist nun so, wie ihn der Markt vorgibt“, sagt er. Immerhin: „Der Handel profitiert jetzt davon.“

Entsprechend entspannt ist auch Bernd Brinkschulte, dessen in Hitdorf ansässiges Unternehmen der größte regionale Heizöl-Händler mit eigenen Fahrzeugen und eigenem Personal ist.

Prognosen zur Preisentwicklung kaum möglich

„Die sinkenden Ölpreise führen nicht (mehr) automatisch zu sinkenden Gaspreisen“, erklärt Kersten Kerl, der Stadtwerke-Chef. Die Preisbindung Öl/Gas, mit der früher in der Regel Preiserhöhungen begründet wurden, gebe es seit Jahren nicht mehr.

Der Ölpreis stieg zuletzt nahe an die 100 Euro pro 100 Liter, während die Gaspreise fast unverändert blieben.

„Die meisten Kunden freuen sich“, einige Stammkunden nutzen die Situation und füllen den Tank noch mal auf. Der Händler ergänzt: „Ich freue mich mit ihnen, denn es ist auch für uns schön, etwas günstiger verkaufen zu können“. Brinkschulte selbst hat keinerlei Einfluss auf die Marktpreise. „Aber mein Partner, die Shell, informiert mich mehrfach täglich über die aktuelle Preisentwicklung“. Zu den Einflüssen auf den Ölpreis gehört auch das täglich schwankende Verhältnis Euro/Dollar, so dass Prognosen kaum möglich sind. Wer heute Heizöl bestellen will, findet auch im Internet verschiedene Arten von Heizölbörsen. Der Interessent gibt nur benötigte Menge und das Ziel an, muss sich dann aber überraschen lassen, welcher Händler von wo, und in welcher Qualität ihn beliefert.

Auch der Raiffeisenmarkt in Monheim verkauft Heizöl an seine Kunden über ein überörtliches Netzwerk. „Auf jeden Fall wird er von einem Händler aus der Genossenschaft beliefert“, erklärte der Sprecher des Marktes am Heerweg.

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