Neanderthal Museum und Universitäten forschen gemeinsam in einer Höhle, die im italienischen Friaul liegt.

Knochenarbeit: Ein Mitglied der Archäologengruppe, die in der Rio Secco-Höhle graben.
Knochenarbeit: Ein Mitglied der Archäologengruppe, die in der Rio Secco-Höhle graben.

Knochenarbeit: Ein Mitglied der Archäologengruppe, die in der Rio Secco-Höhle graben.

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Knochenarbeit: Ein Mitglied der Archäologengruppe, die in der Rio Secco-Höhle graben.

Mettmann/Clauzetto. Das Neanderthal Museum hat in Zusammenarbeit mit den Universitäten Ferrara (Italien) und Tarragona (Spanien) sowie der italienischen Gemeinde Clauzetto in der Rio Secco Höhle eine erste Ausgrabung durchgeführt.

Die Arbeiten an der Fundstelle im Friaul im Nordosten Italiens hatten im September begonnen. Nach einer Testgrabung vor acht Jahren war den Forschern bekannt, dass sich in etwa zwei Metern Tiefe eine Erdschicht aus der Zeit des Neandertalers befindet.

Bisher haben Forscher nur wenige Erkenntnisse über das Verhalten der Neandertaler am Südrand der Alpen. Daher gilt die Fundstelle in der Rio Secco-Höhle als besonders wertvoll.

Trotz schwieriger Bedingungen ist es dem internationalen Forscherteam jetzt gelungen, einen Teil der Fundschicht aus der Zeit des Neandertalers freizulegen. Geborgen wurden Steinwerkzeuge und Tierknochen mit Schnittspuren.

15 000 Jahre alte Stücke in einer zweiten Schicht entdeckt

Überraschend entdeckten die Forscher rund 50 Zentimeter über der Schicht aus der Zeit des Neandertalers eine weitere Fundschicht. Diese birgt etwa 15 000 Jahre alte Funde. Neben losen Gesteinsbrocken und Regenfällen hatten die Archäologen noch mit einem weiteren Problem zu kämpfen: Sie fanden Hinweise auf ein ausgedehntes Gangsystem von Murmeltieren. Die Nager lebten während der letzten Eiszeit in den Voralpen. Hier ist für Archäologen besondere Vorsicht geboten: Durch die „Grabungen“ der Murmeltiere können Funde im Erdreich vermischt werden.

Die Funde werden nun ausgewertet und versprechen neue Erkenntnisse über das Leben der menschlichen Vorfahren am Südrand der Alpen. Im kommenden Jahr werden die Grabungen in der Rio Secco-Höhle fortgesetzt. Red

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