Der Heimatforscher Peter Feuser hat einen bemerkenswerten Bildband zusammengetragen. Die meisten Fotos darin wurden bisher nirgendwo veröffentlicht.

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Menschen im Feiertagsgewand vor dem "Schwarzwaldhaus".

Menschen im Feiertagsgewand vor dem "Schwarzwaldhaus".

"Springer", der erste Wisentbulle im Wildgehege Neandertal das Spektrum der Motive im Bildband "Das Neanderthal" ist groß.

Peter Feusers Fundus umfasst 1500 Aufnahmen.

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Menschen im Feiertagsgewand vor dem "Schwarzwaldhaus".

Erkrath/Mettmann. Die Herren im dezenten schwarzen Anzug, mit Zylinder und Spazierstock, die Damen im langen Kleid und mit ausladenden Hüten: Im feinsten Staat gewandet, posiert die Gesellschaft vor dem "Schwarzwaldhaus".

Es ist ein Augenblick für die Ewigkeit, den der unbekannte Fotograf an jenem Sonntagmorgen anno 1909 festhielt. Die Menschen darauf leben längst nicht mehr, auch das "Schwarzwaldhaus" hat sich verändert, ist größer ausgebaut geworden. Doch die alte Schwarz-Weiß-Aufnahme und mit ihr diese Szene haben die Zeit überdauert.

Festgehalten ist dieses Foto aus vergangenen Tagen auch in dem neuen Bildband, der am Donnerstag in die Buchläden kommt. "Das Neanderthal" heißt er, hat 128 Seiten und zeigt mehr als 200 bislang meist unveröffentlichte Fotografien und Ansichtskarten.

Die älteste - zu sehen ist das längst nicht mehr existierende Restaurant "Zur Felsenburg" - datiert von 1898, die jüngste zeigt die Einweihung der neuen Gedenkplatte am Rabenstein vom Juli vergangenen Jahres.

Zusammengetragen und zum Teil selbst abgelichtet hat die Karten und Fotos der Erkrather Heimatforscher Peter Feuser (48). Er lebt heute in Mettmann "und war von Kindesbeinen an fasziniert von der Landschaft und dem Leben im Tal".

Alle Bereiche des Lebens finden sich in dem Bildband wieder

"Das Neanderthal", 128Seiten mit über 200 Fotos und Ansichtskarten, erschienen im Sutton-Verlag; 17,90 Euro, ISBN-Nr.: 978-3-86680-579-8

Heute, 18 Uhr, in der Buchhandlung Weber, Hochdahler Markt 22, in Erkrath-Hochdahl

Der Betrachter des Feuserschen Werkes begibt sich auf eine Zeitreise durch die Jahrhunderte, erlebt die Verwandlung des Neandertals vom Ort des Kalkabbaus hin zum Ausflugs- und Besucherbetrieb, der jedes Jahr tausende Gäste anlockt.

Der 48-Jährige, der sich im Bergischen Geschichtsverein und in der Neanderthaler-Gesellschaft engagiert, lässt dabei keinen Blickwinkel aus. Ob nun der weltberühmte Menschenknochenfund, das Wildgehege - zu sehen ist zum Beispiel ein imposanter Wisentbulle aus den 1930er-Jahren mit Namen "Springer" - , die wechselnde Gastronomie und deren buntes Treiben oder die Museen: Der im Sutton-Verlag erschienene Band aus der Reihe "Archivbilder" lässt nichts aus. Kurze redaktionelle Erläuterungen - ebenfalls von Peter Feuser - beschreiben die jeweiligen Szenen und Stillleben.

Nach Jahren des Sammelns umfasst der Fundus 1500 Bilder

"Ich bin ein Fan der ,Archivbilder’-Reihe", erzählt der Autor, wie es zur Entstehung des Buches kam. "Nachdem ich die Ausgaben über Mettmann, Erkrath und Hilden gelesen hatte, hab’ ich beim Sutton-Verlag angefragt, ob auch Interesse rund ums Neanderthal besteht."

Bei der Auswahl der Fotos, Lithografien und Ansichtskarten konnte Feuser aus dem Vollen schöpfen. Schließlich sammelt der Philatelist, der vor zehn Jahren den Briefmarkenverein "Zackige Neanderthaler" gründete, mindestens ebenso lange alte Fotos und Postkarten aus seiner Heimat.

"Allein aus und vom Neanderthal hab’ ich bestimmt um die 1500 Bilder", sagt Peter Feuser. Hinzu kommen noch mal so viele aus Mettmann, Erkrath und Unterbach. Und die Sammlung wächst stetig weiter.

Schließlich ist der 48-Jährige nicht nur Heimatforscher, sondern als Leiter der Münzabteilung des Düsseldorfer Auktionshauses Felsmann auch von Berufs wegen an der Quelle. "Bei uns stoße ich natürlich schon mal auf das eine oder andere Schätzchen", sagt Feuser. Ansonsten gelangt er über langjährige Kontakte zu anderen Sammlern und übers Internet an neue Errungenschaften.

Wie viele Stunden er nach Feierabend und im Urlaub an dem Bildband gearbeitet hat, weiß Peter Feuser nicht. Es mögen viele hundert gewesen sein, sagt er. Jedenfalls waren es aber so viele, dass seine Frau und die drei Kinder schon mal die Nase rümpften, wenn der Vater sich mal wieder ins Arbeitszimmer zurückzog. "Umso glücklicher sind wir jetzt aber alle über das Resultat", freuen sich die Feusers schon auf den heutigen Abend (siehe Kasten).

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