Die erfolgreichste Ausstellung in der Geschichte des Neanderthal- Museums wird am Wochenende geschlossen.

Der Zyklop wirkt wenig Vertrauen erweckend. Er und die anderen Monster lockten bisher aber fast 56 000 Besucher ins Neanderthal-Museum.
Der Zyklop wirkt wenig Vertrauen erweckend. Er und die anderen Monster lockten bisher aber fast 56 000 Besucher ins Neanderthal-Museum.

Der Zyklop wirkt wenig Vertrauen erweckend. Er und die anderen Monster lockten bisher aber fast 56 000 Besucher ins Neanderthal-Museum.

Stefan Fries

Der Zyklop wirkt wenig Vertrauen erweckend. Er und die anderen Monster lockten bisher aber fast 56 000 Besucher ins Neanderthal-Museum.

Mettmann. So wenig hat Pascal (7) sicherlich noch nie in einem Museums-Besuch gelernt wie bei der Sonderaussstellung "Monster und Mythen" im Neandertal-Museum, die heute und morgen letztmalig zu besichtigen ist.

Sichtlich beeindruckt steht Pascal in sicherer Entfernung vor einem Zyklopen, der laut grunzend und schmatzend ein abgerissenes Ziegenbein zum Maul führt. Eine der lebensgroßen Figuren des Natural History Museums London, die im vergangenen halben Jahr wie ein Magnet die Besucher in das Museum im Neandertal gelockt haben.

55.770 Menschen haben sich von Einhorn, Drachen, Chimäre und Co. in den Bann ziehen lassen. "Das ist damit die erfolgreichstes Sonderausstellung, die wir je gemacht haben", sagt Bärbel Auffermann, stellvertretende Direktorin des Museums. Bisher hatte die Ausstellung "100.000 Jahre Sex" mit 7000 Besuchern pro Monat die Neanderthal-Hitliste angeführt, mit 9300 standen Monster und Mythen deutlich höher in der Besucher-Gunst.

Von den Monstern kann man auch eine Menge lernen

"Natürlich sind dafür die Figuren ausschlaggebend. Das war eben ein richtiges Familienthema", ist sich Auffermann bewusst, dass es nicht der pure Wissensdrang der Menschen war, der sie in solchen Scharen ins Museum getrieben hat. Doch, so betont die Wissenschaftlerin, lernen kann man auch eine Menge. Kann man, wenn man sich angesichts der monströsen Figuren noch auf die Erklärungstafeln konzentrieren kann, die anschaulich die Entstehung der Mythen wissenschaftlich erklären.

Die kleine Muriel (5) interessiert es auf jeden Fall überhaupt nicht, dass die ersten Erzählungen von Zyklopen aus der Gegend des Irans stammen, in denen sieben Millionen Jahre alte Schädel des Mastodons gefunden wurden, eines ausgestorbenen Zwergelefantens. Und die Nasenöffnung im prähistorischen Schädel, der in dem Schaukasten liegt, gleicht tatsächlich einer riesigen mittigen Augenhöhle.

Museumsdirektorin Auffermann hat keine Probleme mit der populären Aufarbeitungsform der Ausstellung, wie sie in England und Amerika viel stärker genutzt werde. Immerhin haben 49775 der Besucher der mythischen Monster per Kombi-Ticket auch den Weg in die Dauerausstellung des Neanderthal Museums gefunden. "Sicher sind nicht alle wegen der Sonderausstellung gekommen, aber bestimmt viele", schätzt Auffermann. "Für uns ist es ein Zeichen, dass wir einmal im Jahr auf so ein Familienthema setzen wollen."

Auf "Monster und Mythen" folgt "Galgen, Rad und Scheiterhaufen"

In diese Kategorie falle bestimmt weniger die nächste Sonderausstellung "Galgen, Rad und Scheiterhaufen", die am 20. Februar eröffnet wird. Die sei für Kinder unter zehn Jahre weniger interessant. "Aber im nächsten Winter wollen wir eine große Mammut-Ausstellung aus Russland holen. Die wird bestimmt auch wieder sehr viele anlocken", kündigt Auffermann an.

Muriel hat für heute erst einmal genug und würde gern zur Garderobe im Untergeschoss gehen. Nur, an der Chimäre und dem Yeti, möchte sie nicht allein vorbei.

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