Teil des Masterplans ist ein 600 Meter langer Hochpfad, der in 28 Meter Höhe angelegt werden soll.

wza_1500x1237_726817.jpeg
Über allen Wipfeln: So stellen sich die Planer den Pfad vor, der sich in luftiger Höhe von 28 Metern durch das Neandertal schlängeln soll.

Über allen Wipfeln: So stellen sich die Planer den Pfad vor, der sich in luftiger Höhe von 28 Metern durch das Neandertal schlängeln soll.

Kreisverwaltung

Über allen Wipfeln: So stellen sich die Planer den Pfad vor, der sich in luftiger Höhe von 28 Metern durch das Neandertal schlängeln soll.

Kreis Mettmann. Er soll einzigartig in NRW sein, die Menschen begeistern und ihnen einen ganz anderen Blick auf das Neandertal geben.

Der Neanderhochpfad als Teilprojekt des Masterplans Neandertal ist das Prestigeobjekt, das zurzeit in aller Munde bei der Kreisverwaltung ist - und auch bei den Kreispolitikern.

Die Bündnisgrünen sind gegen das Projekt

Bis auf die Grünen-Fraktion, die einen zu krassen Einschnitt in die Natur in dem Bau des Hochpfades sieht, werden die Pläne begeistert aufgenommen.

Das wurde auf einer der vergangenen Kreistagssitzungen mehr als deutlich. Immer wieder war als Argument für den Bau des Hochpfades zu hören, dass er das Tal für Besucher attraktiver macht.

Was aber genau ist da eigentlich geplant? Da ist die Rede von "touristischem Highlight" und einem "luftigen Steg", einem "bequemen barrierefreien Zugang ins Tal".

Der Hochpfad kostet zwei Millionen Euro, Aufzug und Plattform schlagen mit 1,3 Millionen Euro zu Buche.

Wer den Hochpfad nutzt, soll auch Geld dafür bezahlen. Mit diesen Einnahmen sollen zwei Ranger bezahlt werden, die für die Besucher als Ansprechpartner agieren.

Der Kreis nimmt mit dem Masterplan Neandertal, zu dem auch der Hochpfad als Teilprojekt gehört, an dem Ziel-2-Wettbewerb des Landes teil. Gewinnt der Kreis, gibt es 4,77 Millionen Euro als Fördersumme von der EU. 600 000 Euro zahlt der Kreis dann selbst, 400 000 Euro kommen von der Stiftung Neanderthal Museum. Die Städte Erkrath und Mettmann schießen 100 000 Euro zu.

Bis zur Realisierung des Hochpfads vergehen auf jeden Fall mehrere Jahre.

Der Eingang zum Neandertal soll vom Regiobahn-Haltepunkt über eine schwebende Plattform am Talrand mit Tieflblick auf das Museum und den Talraum erfolgen. Ein Steg soll die Plattform mit einem zirka 30 Meter hohen gläsernen Panorama-Aufzug verbinden.

Der Hochpfad soll eine Länge von 600 Metern haben

An diesem Aufzug schließt sich dann der Hochpfad an. Er soll das Museum mit dem Ort der Fundstelle verbinden, eine Länge von 600 Meter haben und 28 Meter hoch sein. Damit wandeln die Fußgänger 28 Meter über dem Boden auf Baumwipfelhöhe.

Die Planer des Hochpfades wollen ein "sanftes Naturerleben" ermöglichen. "Es ist allen, die am dem Projekt beteiligt sind, daran gelegen, dass möglichst wenige Einschnitte in die Natur nötig sind, um den Hochpfad realisieren zu können", sagt Daniela Hitzemann, Sprecherin der Kreisverwaltung.

Und Umweltdezernent a.D. Hans-Jürgen Serwe fügt hinzu: "Durch den Hochpfad wird ein Einblick in das Naturschutzgebiet ermöglicht, das ansonsten nicht begehbar ist. Außerdem wird so nichts am Boden zertrampelt. Die Natur bleibt weitestgehend unberührt."

Zudem soll durch den Hochpfad den Besuchern die Möglichkeit gegeben werden, das Tal so erleben zu können, wie es vor 35000 Jahren aussah, als dieses noch durch riesige Felsschluchten zerklüftet wurde.

Fotos von eiszeitlichen Steppen und geschützten Tierarten

Auf der Wegstrecke sollen an acht Standorten sogenannte "Neanderviewer" stehen. In diese Guckkästen können die Besucher hineinschauen. Bilder der eiszeitlichen Steppe, historische Fotos bis hin zu Filmen von geschützten Tierarten sollen darin zu sehen sein.

Aussichtpunkte über den Baumwipfeln ermöglichen Ausblicke auf die Felswände der angrenzenden Steinbrücke, den Rabenstein, das Eidechsenland oder den Fundort. Für Kinder sind zudem erlebnispädagogische Aktionswege geplant, auf denen sie klettern, kriechen und schaukeln können.

Wie genau das aussehen soll, ist aber unklar. "Bei all dem handelt es sich zunächst um Entwürfe, wie es aussehen könnte. Es sind noch keine konkreten Pläne, die dann umgesetzt werden", erklärt Hans-Jürgen Serwe.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer