Kundgebung: Weil Rechtsradikale am Samstag nach Velbert-Neiviges kommen, bleiben Geschäfte geschlossen

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Der Park&Ride-Parkplatz am Rosenhügel wird am Samstag wegen der Kundgebung von Rechtsradikalen gesperrt. Dies hat die Polizei am Mittwoch angekündigt. (Fotos (3): Simone Bahrmann)

Der Park&Ride-Parkplatz am Rosenhügel wird am Samstag wegen der Kundgebung von Rechtsradikalen gesperrt. Dies hat die Polizei am Mittwoch angekündigt. (Fotos (3): Simone Bahrmann)

Der Park&Ride-Parkplatz am Rosenhügel wird am Samstag wegen der Kundgebung von Rechtsradikalen gesperrt. Dies hat die Polizei am Mittwoch angekündigt. (Fotos (3): Simone Bahrmann)

Velbert-Neviges. "Erst gestern habe ich noch mit der Polizei gesprochen, weil ich wissen wollte, was am Samstag passiert", sagt Carsten Thiel am Mittwoch. Er betreibt den Edeka-Supermarkt an der Straße Am Rosenhügel im Velberter Stadtteil Neviges. Thiel ist unsicher, wie er reagieren soll, wenn sich am Samstag Neonazis in der Nähe seines Geschäfts versammeln. "Ich muss wohl spontan entscheiden. Mir hat die Polizei keine Empfehlung gegeben, wie ich mich verhalten soll."

"Wenn ich niemandem was tue, dann tut mir auch niemand was."

Geoergios Anastastison, Restaurantbesitzer

Wenige Straßen weiter im Schlecker-Drogeriemarkt sind die Mitarbeiter vom Hausmeister über die Versammlung der Rechten informiert worden. "Ob wir Dienst haben, weiß niemand", sagt eine Mitarbeiterin, die nicht namentlich genannt werden will.

Über den genauen Ablauf entscheidet das Gericht

Um 12 Uhr wollen sich am Samstag Anhänger des Aktionsbündnisses Rheinland um den bundesweit aktiven Neonazi Axel Reitz zu einer Kundgebung auf dem Platz vor dem S-Bahnhof Am Rosenhügel versammeln. Dies wurde von der zuständigen Genehmigungsbehörde, der Polizei, gestattet. "Ursprünglich wollten die Rechten auch durch die Straßen bis zum S-Bahnhof Neviges ziehen, das haben wir aber nicht genehmigt", sagt Polizeisprecher Frank Sobotta. Sicher sei jedoch nichts: "Es kann sich alles noch ändern." Dann nämlich, wenn das Verwaltungsgericht Düsseldorf einer Klage der Rechten stattgibt. Mit diesem Schritt wollen sie erwirken, dass sie doch noch marschieren dürfen.

Mit wie vielen Einsatzkräften die Polizei nach Neviges kommt, um Ausschreitungen zu verhindern, gibt sie nicht preis. Fest steht nur, dass der Park-and-Ride-Parkplatz am Rosenhügel gesperrt wird. Die S-Bahn S9, die an den Haltestellen Neviges und Rosenhügel halten, werden nach Auskunft der Bahn regulär fahren.

Die IG Metall ruft für Samstag zu einer Gegenveranstaltung auf. Ab 11 Uhr werden Mitglieder der Gewerkschaften, Parteien, Kirchen und Aktivisten der linken Szene von der Sparkasse an der Elberfelder Straße aus zum Brunnen auf der Straße Im Orth ziehen und sich dort versammeln. Die Polizei rechnet mit bis zu 400 Teilnehmern.

Geschäftsleute zwischen Angst und Gelassenheit

Kundgebung der Rechten: 12 Uhr, Am Rosenhügel. Die Gegenveranstaltung der IG Metall beginnt um 11 Uhr an der Sparkasse, Elberfelder Straße. Die Kundgebung soll um 11.30 Uhr am Brunnenplatz stattfinden.

Der Linienverkehr der S 9 verläuft regulär nach Fahrplan.

Der Park&Ride-Parkplatz am S-Bahnhof Am Rosenhügeln wird gesperrt.

Auf der Kundgebung sprechen Velberts Bürgermeister Stefan Freitag und der Landesvorsitzende des DGB, Andreas Meyer-Lauber.

Der Evangelische Kirchenkreis Niederberg lädt am Samstag um 10.30 Uhr in die Evangelische Stadtkirche Neviges zu einem Gottesdienst mit Glockenläuten gegen Gewalt ein.

Was tatsächlich am Samstag geschehen wird, weiß niemand - auch nicht Frederic Bohnwagner, Filialleiter des Kaufpark-Supermarkts, der am S-Bahnhof Neviges liegt. "Wir haben uns entschieden, zunächst einmal zu öffnen."

Für Hussein Chakan ist das keine Lösung. Er öffnet seinen Dönerimbiss, der direkt vor dem S-Bahnhof Neviges liegt, am Samstag nicht. "Das ist mir zu riskant. Ich bleib’ zu Hause." Gelassen sieht die Inhaberin des Blumengeschäfts Apart, Petra Schulz, dem Tag entgegen. "Der Staat ist zu unserem Schutz da."

Weiter oben in der Nevigeser Innenstadt, im griechischen Restaurant Plato, ist Inhaber Geoergios Anastastison zuversichtlich, dass es zu keinen Ausschreitungen kommen wird. "Was soll schon passieren? Wenn ich niemandem was tue, dann tut mir auch keiner was. Und deshalb öffnen wir das Restaurant", sagt er.

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