Ob Sackgasse, unnötiger Umweg oder unauffindbare Straßen – Navigationsgeräte verlieren schon mal die Orientierung.

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Navi in Nöten: Bei der Haus Gravener Straße in Langenfeld zwingt es dem Autofahrer einen Umweg auf.

Navi in Nöten: Bei der Haus Gravener Straße in Langenfeld zwingt es dem Autofahrer einen Umweg auf.

Anna Schwartz

Navi in Nöten: Bei der Haus Gravener Straße in Langenfeld zwingt es dem Autofahrer einen Umweg auf.

Kreis Mettmann. Heute geht es auf eine 130 Kilometer lange Tour durch den Kreis Mettmann. Das Auto ist vollgetankt, zwei Navigationsgeräte sind in Position gebracht. Ein Ziel gibt es nicht. Zumindest nicht im klassischen Sinne. Diese Tour hat den Zweck, verschwundene Orte im Kreis Mettmann zu finden. Straßen und Kreuzungen, die Navigationsgeräten entgehen.

Für diesen Zweck wurden ein zwei und ein drei Jahre altes Gerät in Stellung gebracht. Die neuesten Modelle sind es nicht – wie bei vielen Autofahrern, die sich nicht jedes Jahr neues Kartenmaterial kaufen wollen.

K 20 n? Ältere Geräte können damit nichts anfangen

Los geht es in Haan. Seit Ende 2009 gibt es die K 20n als Umgehung von Gruiten. Wer von der A 46-Abfahrt Haan Ost zur Düsseler Mühle fahren möchte, muss nicht mehr durch den Ort fahren. Wenn er denn ein brandaktuelles Navi hat, denn ältere Geräte kennen die K 20 n nicht. Bereits der Kreisverkehr, der auf die Umgehung führt, wird von beiden Geräten nicht angezeigt.

Laut Daniela Hitzemann, Pressesprecherin des Kreises, gibt es in Deutschland zwei Firmen, die Kartenmaterial für Navigationsgeräte anbieten. Der Kreis pflege eine Generalkarte, und auch das Landesvermessungsamt hält Straßenänderungen und Neubauten nach.

Warum direkt, wenn auch ein Umweg möglich ist?

Ute Stern aus Langenfeld kennt das Problem mit der schlechten Datenlage. Sie wohnt an der Haus Gravener Straße und damit eigentlich verkehrsgünstig. An der Autobahnausfahrt Langenfeld/Solingen geht es links und immer geradeaus – schon landet man vor ihrem Eigenheim. Maximal einen Kilometer beträgt die Route.

Es gibt nur zwei Firmen, die digitalisiertes Kartenmaterial für Navigationsgeräte anbieten: Navteq und Tele Atlas. Die Unternehmen sammeln ihre Daten in der Regel selbst, zum Beispiel durch Fahrzeuge, die mit GPS und Satelliten ausgestattet sind. Kommunal oder vom Landesvermessungsamt erfasste Daten werden in der Regel nicht verwendet.

Das Navi verlangt dagegen, dass der Autofahrer rechts abbiegt. Verbleibende Route: 4,5 Kilometer. Das Problem: Um zu ihrem Haus zu gelangen, muss man ein Stück über die Ohligser Straße fahren.

Einer kommunalen Kuriosität ist es zu verdanken, dass die eine Hälfte der Fahrbahn zum Langenfelder Stadtgebiet gehört und die andere Fahrbahnseite zu Solingen. Dort heißt sie dann Bonner Straße. Navigationsgeräte haben damit Schwierigkeiten.

Gar nicht erst vorhanden sind Straßen in Wülfrath. Dort wird seit 2007 am Künstlerviertel gebaut. Unter anderem gibt es die Friedensreich-Hundertwasser-Straße im Neubaugebiet. In beiden Navigationsgeräten ist sie noch nicht eingezeichnet. Wer als Ortsunkundiger dorthin möchte, ist auf Passanten angewiesen.

Viele von ihnen verwechseln aber das Künstlerviertel mit dem Blumenviertel. Der Grund: Dort steht der Kindergarten Düsseler Tor, ein prächtiger Bau mit goldener Kuppel – auch „Hundertwasser-Kindergarten“ genannt.

Schwierig wird es auch, wenn eine Straße Stadtgrenzen überwindet. So geht es dem Gödinghover Weg in Erkrath. Der reicht bis nach Düsseldorf. Wer von der A46 die Ausfahrt Erkrath nimmt und ausdrücklich auch Erkrath als Zielstadt ins Navi eingibt, wird trotzdem erst einmal in die Nachbarstadt gelotst.

In der Sackgasse immer weiter geradeaus fahren

Direkt in die Sackgasse geht es in Velbert. Dort gibt es die Güterstraße. Die hat in der Mitte eine dicke Lücke. Der Grund: Die Firma Huf, die seit mehr als 100 Jahren in Velbert ansässig ist, hat vor Jahren expandiert und zusätzliche Gebäude auf der anderen Straßenseite gekauft.

Um ein zusammenhängendes Firmengelände zu haben, wurde die Straße vor etwa acht Jahren dicht gemacht und ist nicht mehr durchgängig befahrbar. Navigationsgeräte lassen sich davon nicht schrecken. Die Anweisung lautet: „Bitte weiter geradeaus.“

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