Insekten haben Probleme mit der Ernährung, weil Treibhauspflanzen wenig Anreiz bieten.

Kreis Mettmann. Die Bienenvölker haben den Winter gut überstanden und sind in diesem Jahr zwei Wochen früher als üblich in die neue Saison gestartet. Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen haben sie aus ihrem Quartier gelockt, nun fliegen sie so zeitig wie noch nie.
 
Die Horrormeldungen aus den USA, wo ein Massensterben von Bienenvölkern aufgrund genmanipulierter und nicht mehr pollentragender und somit für die Bienen nahrungserzeugende Blütenpflanzen ausgebrochen sei, haben auch die Imker im Kreis Mettmann anfangs beunruhigt.
 
Sollte das Bienensterben anhalten, wären die Folgen dramatisch. Für die Bestäubung von Obstbäumen zum Beispiel gibt es keine Alternative zur Arbeit der Bienen.

"Auf einem landesweiten Imkertreffen haben wir dieses Phänomen besprochen. Alle Zeichen deuten aber darauf hin, dass in diesen Fällen die Bienenvölker von der Varroamilbe befallen worden sind", erläutert Roland Roderer, Vorsitzender des Kreisimkerverbandes.

Die Varroamilbe kann rechtzeitig bekämpft werden

Wer rechtzeitig die Symptome erkennt, kann reagieren. Diese Parasiten vermehren sich in der Brut der Bienen und es kommt zum Völkersterben. "Die Milben sind ständig vorhanden, aber zurzeit noch gut mit Ameisen- oder Oxalsäure zu bekämpfen", erklärt Roderer. Vor allem in der dreiwöchigen Brutpause können die Parasiten leicht aus dem Stock entfernt werden.

Trotzdem kennt Roland Roderer das Ernährungsproblem der Bienen, die jetzt pollenspendende Blütenpflanzen wie Krokusse oder Schneeglöckchen und vor allem Weiden, Obstbäume und Haselsträucher benötigen.
 
"Der Kreis Mettmann hat eigentlich viel Grün, aber die landwirtschaftlichen Flächen werden auch intensiv bewirtschaftet. Es gibt jetzt vier Wochen viel Raps, danach wächst für die Bienen nicht mehr viel nach", so Roderer, der auch nicht verstehen kann, dass die Landwirte immer wieder die Ackerrandstreifen mit ihren Wildblumen umpflügen. "Früher reichten ein Quadratkilometer Natur für vier Bienenvölker aus."
 
Die Blütenpracht der Balkone und der Terrassen lockt heutzutage auch nicht mehr die Bienen an. "Die Pflanzen aus den Gartenmärkten sind alles Treibhausgewächse und steril. Und auch aus den Rasenflächen werden die Wildblumen verbannt", so Roderer.
 
Neben pflegeleichten Vorgärten mit Büschen und Gehölzen hat der Imker Roderer noch eine Pflanze entdeckt, die für die Nahrungssuche der Bienen ungeeignet ist. "Es gibt jetzt moderne Rosen, deren Blüten aus rein optischen Gründen ständig geschlossen sind."
 

Imker und Bienen

Imker Im Kreis Mettmann sind 211 Imker mit rund 1300 Völkern registriert. In NRW widmen sich gut 5000 Imker mit fast 61 000 Völkern der Bienenzucht. Pro Volk gibt es bis zu 40 Kilo Honig. Die fleißigen Tiere produzierten im vergangenen Jahr 1800 Tonnen Honig im Wert von mehr als 15 Millionen Euro.

Bienen Ungefähr 50 000 Arbeitsbienen leben im Sommer in einem Volk. Das erste Mal wird ihre süße Arbeit Ende Mai geerntet.

  • www.imkerverbandrheinland.de
  • www.landwirtschaftskammer.de
  • www.apicultur-ev.de
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