Das Unternehmen setzt auf Sauberkeit durch Nanotechnik.

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Nadico-Mitarbeiter Wolfgang Nilson präpariert Flächen, die dann mit der Nanotechnologie behandelt wird.

Nadico-Mitarbeiter Wolfgang Nilson präpariert Flächen, die dann mit der Nanotechnologie behandelt wird.

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Nadico-Mitarbeiter Wolfgang Nilson präpariert Flächen, die dann mit der Nanotechnologie behandelt wird.

Langenfeld. Putzen kann jeder. Aber wo Axel Schiemann und seine Leute wischen, hat der Schmutz dauerhaft keine Chance mehr. Der Langenfelder setzt auf Nanotechnologie.
 
Er benutzt ein Mittel, das die Oberflächenstruktur von Fließen, Stoffen, Steinen und Glas so verändert, dass selbst Wasser nicht mehr eindringen kann und statt dessen in Tropfen abperlt. "Und wo Wasser keine Chance hat, hält auch kein Schmutz", sagt Schiemann.

Der 48 Jahre alte Unternehmensberater hat in Langenfeld die Firma Nadico gegründet. Über einen ehemaligen Kunden ist er auf die noch junge Oberflächen-Technologie aufmerksam geworden. "Da habe ich mir gedacht, das musst du unters Volk bringen."

Inzwischen arbeiten vier Leute für Schiemann, akquirieren Kunden und behandeln deren Geschäftsräume mit den so genannten Nanofluiden. Die Branchenliste reicht dabei von der Metzgerei über das Hotel und die Feuerwache bis hin zum Frisiersalon und dem Sonnenstudio.
 
Alle Kunden eint der Wunsch, Reinigungsintervalle zu verlängern und die Reinigungsdauer zu verringern, um bares Geld zu sparen. Und genau das verspricht Schiemann seinen Auftraggebern. "Dadurch, dass unser Nanofluid die Molekularstruktur von Oberflächen verändert, haftet nichts mehr an und lassen sich beispielsweise Kacheln und Glas viel schneller reinigen."

Der Effekt soll je nach Untergrund sechs bis 18 Monate anhalten

Um acht Euro je Quadratmeter Untergrund kostet die Behandlung mit dem Fluid aus dem Hause Nadico. Der Lotus-Effekt soll je nach Beanspruchung der Fläche sechs bis 18 Monate halten. Danach muss die Behandlung erneuert werden.

Noch steckt sein Unternehmen in den Kinderschuhen. Aber Schiemann ist sicher, dass sich seine fünfstellige Anschubfinanzierung in absehbarer Zeit rentiert. Der Informatiker ist überzeugt von seinem Wundermittel, das bei Darmstadt hergestellt wird.

Dabei ist die Nanotechnologie nicht unumstritten. Kritiker verweisen auf fehlendes Wissen um die Langzeitwirkung. Manche Wissenschaftler sprechen vom Asbest des 21. Jahrhunderts. Und eine Discounter-Kette hat ein Nano-Spray vom Markt genommen, weil die Nanopartikel beim Einatmen die Lungen beschädigen können.

Die Gefahr für die Lungen leugnet Schiemann nicht. Deshalb rät er ausdrücklich davon ab, das Nanofluid in Verbindung mit Aerosolen (Lösungsmitteln) zu verwenden. Manche Vorwürfe und Mutmaßungen hält er für Propaganda vor allem von der Chemie-Industrie. "Die sorgt sich natürlich, dass sie ihre Reinigungmittel nicht mehr verkaufen können."

Dem Interesse an Nadico und Nanotechnologie scheint das alles keinen Abbruch zu tun. Nahverkehrsunternehmen sind an der Technik interessiert, um Busse, Bahnen und Bushaltestellen besser und billiger sauber halten zu können. Hotels interessieren sich für die Reinigungstechnologie, und demnächst soll ein Langenfelder Hallenbad mit Nanofluid abgewaschen werden. "Gegen Graffiti hilft es allerdings nicht. Dafür sind die Sprühfarben zu aggressiv."

Für den Herbst plant Schiemann, in Langenfeld einen Nanotag zu veranstalten, an dem er Interessierte mit der Technik vertraut machen und "eine Nano-Initiative lostreten" will.

  • www.nadico.de
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