Im Zuge des Neubaus soll auch die Halle gegen Silos ausgetauscht werden.

Technische betriebe
25 Meter recken sich bald beide Türme in die Höhe. Jeder von ihnen fasst 350 Kubikmeter Salz.

25 Meter recken sich bald beide Türme in die Höhe. Jeder von ihnen fasst 350 Kubikmeter Salz.

Simone Bahrmann

25 Meter recken sich bald beide Türme in die Höhe. Jeder von ihnen fasst 350 Kubikmeter Salz.

Velbert. Das aktuelle Wetter lässt zwar noch nicht an Schnee und Eis denken, doch bei den Technischen Betrieben (TBV) laufen die Vorbereitungen für den Winter auf vollen Touren. Im Zuge des Neubaus sollte auch die Salzhalle gegen moderne Silos ausgetauscht werden. Die alte Halle ist längst abgerissen, an ihrer Stelle ist in diesen Tagen der erste von zwei Silos errichtet worden. Der zweite soll bis Ende dieser Woche fertiggestellt sein. Für Anfang Oktober ist die Befüllung geplant.

Neue Silos sollen ab dem 4. Oktober gefüllt werden

Fast 25 Meter recken sich die beiden Behälter dann in die Höhe, jeder fasst 350 Kubikmeter Streusalz – insgesamt rund 900 Tonnen. Gebaut sind sie aus Holz: „Das ist am besten geeignet und sollte 50 Jahre halten“, erklärt Bernhard Wieneck, als TBV-Geschäftsbereichsleiter unter anderem für den Winterdienst zuständig. Jeder Metallbehälter müsste aufwendig gegen Korrosion geschützt werden, ziehe außerdem Schwitzwasser, was wiederum die Lagerfähigkeit des Streuguts beeinträchtigt.

Die Silos haben einen weiteren Vorteil gegenüber der alten Halle: Während die Hochbehälter von oben befüllt und unten entleert werden, somit ein ständiger Austausch stattfindet, konnte man die ehemalige Halle nur von vorn be- und entladen: „Was hinten zuerst eingelagert war, kam als letztes wieder raus“, sagt Wieneck. So war das Streugut in der Halle nach zwei Jahren schon klumpig und konnte Staus in den Vorratsbehältern der Räumfahrzeuge verursachen, während es sich durchaus drei bis vier Jahre in den Silos halten kann. Die sollen laut Wieneck ab 4. Oktober gefüllt werden, nachdem die Bestellungen schon im Sommer getätigt wurden. Als erstes wird allerdings, sobald die Witterung es erfordert, der Restbestand von rund 350 Tonnen aus der alten Halle, der derzeit in einem Industriezelt untergebracht ist, auf die Straßen verteilt.

2012 soll ein weiterer Salzbunker für 400 Tonnen gebaut werden

Die 900 Tonnen, die in den Holzsilos bevorratet werden, machen indessen nur 70 Prozent der künftigen Lagerkapazität der TBV aus. Im April nächsten Jahres wird noch ein Salzbunker für weitere 400 Tonnen errichtet: „Dann können wir vor der Saison 1300 Tonnen Salz einlagern“, sagt Wieneck – so viel, wie die Stadt im vergangenen Extremwinter insgesamt gestreut hat: „Damit erschlagen wir allemal jeden normalen Winter.“ Das Risiko, einmal mehr mitten im Winter kein Streugut mehr zu haben, weil man auf zugesagte, aber nicht eingehaltene Nachlieferungen angewiesen ist, dürfte also künftig deutlich kleiner ausfallen. Und noch einen Vorteil haben die neuen Anlagen: Mit einem elektronischen Nachbestellsystem können bei Bedarf auch Kleinmengen von mindestens 25 Tonnen geordert werden.

Eine weitere Anschaffung ist die stationäre Soleanlage, mit der die TBV die Salzlösung für den Winterdienst künftig selber herstellen können: „Die wurde bisher in Tanks angeliefert“, so Wieneck – auch damit ist man in Zukunft um einiges autarker.

Auch die anderen Bauten gehen mit großen Schritten ihrer Vollendung entgegen. Für Februar, spätestens März ist der Umzug ins neue Bürogebäude vorgesehen. Anschließend werden das Containerdorf, die alte Halle mit der Kantine und dem Sitzungssaal abgerissen. An ihrer Stelle stehen Stellplätze und Remisen für die Lkw.

 

Für den kompletten Um- beziehungsweise Neubau der Technischen Betriebe auf dem Gelände am Lindenkamp sind insgesamt 22 Millionen Euro veranschlagt. Der Neubau der Salzsilos – ohne den Salzbunker – und die Soleanlage schlagen dabei mit 440 000 Euro zu Buche.

 

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