Günstige Doppelhaushälften für Familien sollen auf dem Grundstück an der Wielandstraße entstehen. Die Gemeinde erhält Einnahmen aus Erbbau-Verträgen.

Kirche
Zwei Doppelhäuser sollen auf dem Gelände an der Wielandstraße entstehen. Um sich langfristige Einnahmen zu sichern, hat sich die Kirchengemeinde für den Weg des Erbbaurechts entschieden.

Zwei Doppelhäuser sollen auf dem Gelände an der Wielandstraße entstehen. Um sich langfristige Einnahmen zu sichern, hat sich die Kirchengemeinde für den Weg des Erbbaurechts entschieden.

Simone Bahrmann

Zwei Doppelhäuser sollen auf dem Gelände an der Wielandstraße entstehen. Um sich langfristige Einnahmen zu sichern, hat sich die Kirchengemeinde für den Weg des Erbbaurechts entschieden.

Neviges. Auf dem bisher als Grünfläche genutzten Grundstück der evangelischen Kirche an der Wielandstraße im Siepen sollen bald zwei Doppelhäuser entstehen. Partner der Gemeinde ist die Velberter Immobilienberatung Hessmann. Eine Haushälfte ist bereits verkauft, für zwei weitere liegen Reservierungen vor, sagt Geschäftsführer Michael Hessmann.

Die schlüsselfertigen Doppelhaushälften in Massivbauweise werden zum Preis von 135 730 Euro angeboten (zuzüglich Baunebenkosten in Höhe von etwa 20 000 Euro). Sie bieten 124 Quadratmeter Wohnfläche auf drei Etagen sowie ein großes Dachstudio und sind unter anderem mit einer Solaranlage ausgestattet. Gedacht sind die Häuser speziell für junge Familien.

Das Geld wird in der evangelischen Gemeinde dringend gebraucht

Die Gemeinde verkauft die Hausparzellen (je etwa 220 bis 260 Quadratmeter) nicht, sondern schließt mit den Käufern Verträge nach dem Erbbaurecht über die Dauer von zunächst 99 Jahren. Der Zins pro Haus wird etwa 131 Euro im Monat betragen.

„Wir sind daran interessiert, dass wir langfristig Einnahmen haben“, sagt Finanzkirchmeister Günter Alfred Berghaus. Denn die Zahl der Gemeindemitglieder sinkt, es fließt immer weniger Kirchensteuer. „Die Einnahmen gleichen die Ausgaben nicht aus. Auch für den Haushalt 2012 mussten wir wieder auf unsere Rücklagen zurückgreifen“, so Berghaus.

Sparen ist angesagt, zugleich sucht die Gemeinde nach Möglichkeiten, die Kasse aufzubessern. So wurde das alte Pfarrhaus Siepen bereits Ende 2009 ebenfalls auf dem Wege des Erbbaurechts an Annerose Schulten abgegeben, die einen ambulanten Pflegedienst betreibt.

Aufgrund der sinkenden Zahl von Gemeindemitgliedern und dem immer geringer werdenden Kirchensteueraufkommen muss die Gemeinde sparen. Im Spätsommer 2009 musste sogar eine Haushaltssperre verhängt werden. Bereits zuvor hatte das Presbyterium die Idee entwickelt, über die gemeindeeigenen Flächen neue Einnahmequellen aufzutun.

Im Wege des Erbbaurechts bleibt die Gemeinde Eigentümer des Grundstücks, der Erwerber kann es jedoch wie Eigentum nutzen und bebauen. Dafür zahlt er einen Zins.

Der Verkauf der Fertighäuser in Massivbauweise erfolgt über die Velberter Immobilienberatung Hessmann, Telefon 02051/95 55 50.

Auch unmittelbar am Kirchengebäude stehen laut Günter Alfred Berghaus noch Grundstücke mit Baurecht zur Verfügung, auf denen zwei weitere Doppelhäuser entstehen könnten.

Hoffen auf Fördermittel für die Sanierung der Stadtkirche

„Sorgenkind“ der Gemeinde ist zudem die Stadtkirche. Die Fassade muss saniert werden – „und zwar in allen vier Himmelsrichtungen“, wie Berghaus sagt. Es gibt Risse, der Putz bröckelt, Wandsteine brechen auf. An einigen Stellen wurden deshalb Bauzäune zur Sicherung aufgestellt, über dem südlichen Ausgang zudem eine Behelfsabdeckung angebracht, „damit niemandem etwas auf den Kopf fällt“.

Etwa eine Million Euro wird die Sanierung laut einer Grobkalkulation kosten. „Das können wir unmöglich alleine stemmen“, sagt der Finanzkirchmeister. Die Gemeinde hat daher erneut einen Antrag beim Land auf Fördermittel aus dem „Denkmalschutz-Topf“ gestellt. „Und wir hoffen natürlich, dass wir etwas bekommen“, sagt der Nevigeser.

Über die Siepener Grundstücke hinaus hat die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde zurzeit keine weiteren Grundstücke, für die Baurecht besteht und die vermarktet werden könnten. Die Kirche im Siepen und das Gemeindehaus sollen aber auf jeden Fall erhalten bleiben. Erst 2009 war die Orgel der Kirche für 63 000 Euro saniert worden – auch ein Posten, der unplanmäßig auf den Haushalt schlug.

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