21 Einsatzkräfte kämpfen heute bei frostigen Temperaturen von bis zu minus acht Grad gegen die Glätte auf Wülfraths Straßen an.

Der Winterdienst ist an diesem besonders kalten Wochenende wieder gefragt. Doch ob es am Ende wirklich glatt auf den Straßen wird, kann den Profis keine Wettervorhersage prophezeien.  Archiv
Der Winterdienst ist an diesem besonders kalten Wochenende wieder gefragt. Doch ob es am Ende wirklich glatt auf den Straßen wird, kann den Profis keine Wettervorhersage prophezeien. Archiv

Der Winterdienst ist an diesem besonders kalten Wochenende wieder gefragt. Doch ob es am Ende wirklich glatt auf den Straßen wird, kann den Profis keine Wettervorhersage prophezeien. Archiv

Simone Bahrmann

Der Winterdienst ist an diesem besonders kalten Wochenende wieder gefragt. Doch ob es am Ende wirklich glatt auf den Straßen wird, kann den Profis keine Wettervorhersage prophezeien. Archiv

Wülfrath. Obwohl Guido Köhler schon seit 30 Jahren täglich mit Räumfahrzeugen, Salz und Schaufeln zu tun hat, sind glatte Straßen für ihn und seine Kollegen noch immer ein Stück weit rätselhaft. „Manchmal muss es gar nicht kälter werden, dann reicht es, dass die Dämmerung anbricht und plötzlich sind die Straßen glatt“, sagt der 51-Jährige.

Ebenso seien die Temperaturen kein klares Indiz für rutschigen Asphalt. So hat Köhler schon Gefriertemperaturen im zweistelligen Minusbereich mit trockenen Straßen und gefrorene Straßen bei plus drei Grad erlebt. Gerade weil die Lage so unberechenbar ist, steht beim Bauhof in Wülfrath bereits ab dem 1. Oktober immer mindestens ein Fahrzeug für den Notfall bereit.

Bei Schnee im Berufsverkehr steht der Winterdienst oft mit im Stau

Heute kommt ein Kälteschub auf die Region zu. Laut Vorhersage kann es nachts bis zu minus acht Grad in Wülfrath werden. Zu solchen Zeiten sind die bis zu 21 Kollegen des Winterdienstes ab 6.45 Uhr im Einsatz. An Tagen, an denen es nachts Schnee oder Raureif gegeben hat, sind schon ab 4 Uhr die vier Kollegen der Rufbereitschaft im Einsatz. Einer kümmert sich bereits um die Straßen, einer um die Bürgersteige und zwei Kollegen streuen neuralgische Punkte wie Bushaltestellen und Überwege. „Wenn es mitten in der Nacht schneit, haben wir meist wenig Probleme“, berichtet Köhler. Schwieriger sei die Lage oft, wenn im Berufsverkehr das Wetterchaos beginnt. „Dann stecken wir oft mit unseren Fahrzeugen mit im Stau“, sagt der städtische Angestellte, der schon 20 Jahre in Wülfrath und zehn Jahre in Wuppertal im Winterdienst gearbeitet hat.

An diesem Wochenende soll die Witterung eigentlich trocken bleiben. Aber allein auf die Vorhersagen verlässt sich beim Bauhof niemand. „Es gibt einen Bereitschaftsführer, der vor allen anderen aufsteht und die Lage einschätzt“, berichtet Köhler. Zur Not könne man dann auch flexibel reagieren, je nachdem, wie glatt die Straße wirklich sind und ob es Schneefall gegeben hat.

An starken Schneetagen könne es auch mal sein, dass Köhler erst um 23 Uhr ´zu Hause ist und um 4.15 Uhr schon wieder der Wecker klingelt. „Da kann die Arbeit dann schon mal ziemlich anstrengend werden“, sagt der 51-Jährige. Die Kollegen geben aber immer aufeinander Acht, übernehmen zur Not den Dienst eines anderen, der die Nacht durchfahren musste. „Winterdienst ist Teamarbeit. Das muss Hand in Hand gehen“, sagt Guido Köhler.

Wülfraths Straßen sind in drei Einsatzstufen unterteilt. Als Erstes werden die Hauptstraßen und die Zufahrtswege zu den Wohngebieten geräumt, zweite Priorität haben untergeordnete Straßen und erst zum Schluss sind Wohnstraßen an der Reihe. „Die erste und zweite Einsatzstufe sind eigentlich immer machbar. Wenn es aber mal hart auf hart kommt, müssen wir schon einmal die Wohnstraßen auslassen“, so Köhler.

Wird die besondere Kälte heute und morgen ein Problem fürs Streugut? „Nein“, sagt der Experte. Es sei zwar richtig, dass das Salz ab minus acht Grad seine Wirkung verlieren kann, aber auch darauf ist der Winterdienst vorbereitet und gibt aufgelöstes Salz hinzu, das auch extremeren Temperaturen standhält. Das Salzlager der Stadt ist mit 450 Tonnen reichlich gefüllt. Selbst als im Winter 2010 vielerorts die Reserven zuneige gingen, versiegten diese Vorräte nicht.

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