Nachdem Anwohner der Windrather Straße immer wieder über Raser geklagt hatten, wurde jetzt die Geschwindigkeit begrenzt.

Verkehr
Im Bereich der Höfe im Windrather Tal gilt jetzt auf einem Streckenabschnitt von 700 Metern maximal Tempo 30. Ansonsten wurde die Geschwindigkeit auf der Kreisstraße auf 50 km/h begrenzt.

Im Bereich der Höfe im Windrather Tal gilt jetzt auf einem Streckenabschnitt von 700 Metern maximal Tempo 30. Ansonsten wurde die Geschwindigkeit auf der Kreisstraße auf 50 km/h begrenzt.

Simone Bahrmann

Im Bereich der Höfe im Windrather Tal gilt jetzt auf einem Streckenabschnitt von 700 Metern maximal Tempo 30. Ansonsten wurde die Geschwindigkeit auf der Kreisstraße auf 50 km/h begrenzt.

Neviges. Carla Sondermann hat ein feines Gehör entwickelt. Ihr Schlafzimmer liegt zur Windrather Straße. „Da fahren viele 100  Stundenkilometer und mehr“, sagt die Anwohnerin. Am frühen Morgen gegen 6 Uhr sei es am schlimmsten.

„Die Straße wird der ,Bauern-Highway‘ genannt“, sagt die Mutter von Carl (10), der Anweisung hat, mit äußerster Vorsicht die Straße zu überqueren. „Damit unser Kind nicht einfach auf die Straße läuft, haben wir extra einen Eisenzaun errichten lassen“, sagt Sondermann.

Auch Kühe müssten hin und wieder über die Straße getrieben werden. „Autofahrern, die darum plötzlich bremen müssen, beschimpfen uns regelmäßig böse. Aber hier ist doch nun mal ländliches Gebiet.“

Tempo 30 in der Hofdurchfahrt, sonst sind nur noch 50 km/h erlaubt

Seit rund zwei Wochen ist auf einem Straßenabschnitt von etwa 700 Metern Tempo 30 vorgeschrieben. „Hofdurchfahrt“, heißt es auf dem Verkehrsschild. „Zuvor galt dort offiziell Tempo 50. Das Stück davor und danach befindet sich außerhalb einer geschlossener Ortschaft. Dementsprechend wurde dort mit 100 Stundenkilometern gefahren – jetzt ist die Geschwindigkeit auf 50 begrenzt“, sagt Jan Schneider, Leiter der Velberter Straßenverkehrsbehörde.

Nachdem sich die Anwohner immer wieder beschwert hatten, wurden eine Verkehrszählung und eine Geschwindigkeitsmessung durchgeführt. „Wir haben so stark erhöhte Geschwindigkeiten gemessen, dass wir uns gefragt haben, ob unser Gerät defekt ist. Das waren teilweise Zahlen im dreistelligen Bereich“, sagt Schneider. Auch der erhebliche Durchgangsverkehr sei bekannt. „Viele Lkw nutzen die Kreisstraße, und gerade im Berufsverkehr ist die Strecke eine beliebte Abkürzung.“

Unfälle mit Wild- und Haustieren sind laut Carla Sondermann traurige Regelmäßigkeit – vor fünf Jahren ist die Katze der Familie von einem Motorrad überfahren worden. „Der Fahrer war viel zu schnell unterwegs“, sagt Carla Sondermann,

Eine echte Unfallgefahr sieht Jan Schneider zwar nicht, räumt jedoch ein: „Die Anwohner sagen, dass dies kein Wunder sei – immerhin würden sie sich kaum auf die Straße trauen. Nach unseren Beobachtungen kann ich das nachvollziehen.“ Allein vom baulichen Zustand sei die Straße für die bislang gefahrenen hohen Geschwindigkeiten nicht geeignet.

An der Wirksamkeit gibt es aber Zweifel

„Ich mache mir nicht die Illusion, dass dort jetzt jeder Tempo 30 fährt“, gibt Schneider zu. Auch Landwirt Alexander Mühlfarth hat bereits festgestellt, dass sich die wenigsten Autofahrer an die Beschränkung halten: „Deshalb ist für die Kinder die Straße trotzdem weiterhin tabu.“

Carla Sondermann glaubt ebenfalls nicht daran, dass die neue Regelung viel ändert: „Vorschriftsmäßig fahren dort nur die Fahrschulen“, sagt sie. „Geschwindigkeitskontrollen hat es bislang nicht gegeben.“

Das soll sich aber ändern. Schneider: „Wir haben den Bezirksdienst der Polizei gebeten, ein Auge auf die Strecke zu haben und auch mal ein Messgerät einzusetzen.“

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