Buchstäblich große Kunst zeigt die neue Ausstellung im Forum Niederberg. Sie präsentiert den Künstler Stephan Geisler.

Stephan Geisler mit einem seiner Gemälde, die der Bergkamener aus Porträtfotos entwickelt.
Stephan Geisler mit einem seiner Gemälde, die der Bergkamener aus Porträtfotos entwickelt.

Stephan Geisler mit einem seiner Gemälde, die der Bergkamener aus Porträtfotos entwickelt.

Simone Bahrmann

Stephan Geisler mit einem seiner Gemälde, die der Bergkamener aus Porträtfotos entwickelt.

Velbert. Wenn sich ein Jäger aus Kurpfalz, ein Eierdieb, ein Buhmann und der „Flüsterer“ begegnen, befinden wir uns nicht auf einer konspirativen Sitzung im Hinterzimmer einer Kneipe, sondern in der neuen Kunstausstellung im Forum Niederberg.

Sie und andere Gestalten sind ab Sonntag im ersten Obergeschoss zu entdecken. Ihr Schöpfer: Der Bergkamener Künstler Stephan Geisler.

Obergeschoss bietet angemessenen Platz für die großformatigen Werke

„Es ist überraschend, hier auszustellen“, sagt der 43-Jährige, den das Forum als Kunstraum begeistert: „Das Geschoss ist sehr hell, sehr licht, und man hat viel Platz, man kann einfach große Bilder präsentieren.“

Und Geislers Werke haben buchstäblich Format: Die größten Gemälde messen 2,20 mal 3,20 Meter. In dieser Übergröße entwickeln sie beim Betrachter mitunter einen Sog, ähnlich einer Kinoleinwand.

Manche Motive erschließen sich zudem erst bei längerem Hinsehen. Es ist ein Spiel mit der Wahrnehmung – und mit Materialien: Denn neben Acryl und Lack setzen sich die farbintensiven Collagen aus Stoffmustern, Ziffern, handgeschriebenen oder schablonenhaften Worten zusammen.

Die Ausstellung wird am Sonntag um 11 Uhr eröffnet und ist dann bis 26. Februar zu sehen. Die Gemälde stehen auch zum Verkauf.

Meist zeigen sie männliche Körper in ungewöhnlichen Posen, etwa einen Schauspieler, der sich als Schimpanse gebärdet. Es sind darstellende Künstler, unter ihnen auch Tänzer, die Stephan Geisler als Vorlage dienen; Fotos der Porträtierten bilden daher die Grundlage seines Schaffens.

Zwei Wochen bis zu einem Jahr arbeitet der studierte Grafikdesigner an einem Gemälde: „Man muss das Wesen des Bildes immer wieder neu suchen und definieren.“ Zudem verwirklicht Geisler, der auch als Dozent an der Kunstakademie Bad Reichenhall lehrt, mehrere Werken gleichzeitig: „Morgens gehe ich in mein Atelier, betrachte die Bilder, die vervollständigt werden wollen und lasse mich inspirieren, an welchen ich weiterarbeite.“

Er gestalte nicht mit einer inhaltlichen Intention, betont der 43-Jährige, der auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kopenhagen ausstellt: „Sich durch die Bilder immer wieder in neue Situationen zu begeben, in Motiven zu schwelgen, durch das Malen und das Betrachten in eine andere Welt einzutauchen – das ist die Magie meiner Arbeit.“

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