Der Musiker Roland Gecke schlüpft durch verschiedene Kopfbedeckungen in unterschiedliche Rollen.

Der 70-jährige Wülfrather Roland Gecke ist Kabarettist und Musiker. Als ehemaliger Englisch- und Erdkundelehrer an der Theodor-Heuss-Realschule hat er zusammen mit seiner Schülerband Musikveranstaltungen kreiert. Neben Sängern und Tänzern trat Gecke an diesen Abenden als Musikclown auf und brachte die Zuschauer zum Lachen. Sein großes Vorbild ist Mr. Acker Bilk, ein britischer Jazzklarinettist. „Durch ihn habe ich meine Leidenschaft zur Klarinettenmusik entwickelt. Sein Charakter und Auftreten gefielen mir, damit konnte ich mich immer gut identifizieren“, sagt Roland Gecke.

Die Nähe zu Mr. Acker Bilk wurde auch bei seinem jüngsten Auftritt in der Kathedrale Schlupkothen deutlich. Im Gedenken an den verstorbenen Klarinettisten, spielte er mit Weste und Samthut ein Jazz-Stück.

Beim Musizieren ist Gecke mit Herz und Seele dabei. Er tritt sowohl als Solo-Künstler als auch in Ensembles, wie den Bergischen Salonlöwen, auf. Welche Auftritte ihm besser gefallen, kann er nicht sagen. „In einem Ensemble muss man natürlich immer Kompromisse eingehen, aber es ist schön, gemeinsam Musik zu machen und das Publikum zu erfreuen. Bei Solo-Auftritten habe ich mehr Freiheiten und die nutze ich aus“, so Roland Gecke.

„Ich habe mir den Umgang mit der Klarinette selbst beigebracht.“

Roland Gecke

Seine Authentizität weiß das Publikum zu schätzen. Der Hutwechsel während seiner Auftritte hilft ihm, ständig in neue Rollen zu schlüpfen. „Das ist wie ein Kostüm, das es mir ermöglicht, mich in andere Charaktere hineinzuversetzen.“ Auch zu technischen oder gesanglichen Fehlern bei seinen Auftritten steht Roland Gecke. „Ich habe mir den Umgang mit der Klarinette selbst beigebracht, bin also kein professionell ausgebildeter Musiker. Mit Spielfehlern habe ich daher kein Problem, es geht mir um die Emotionen, die ich dem Publikum vermitteln will.“

Musik war schon immer ein großer Bestandteil seines Lebens, jedoch konnte er sich ihr erst nach seiner Pensionierung richtig zuwenden. Auch das Singen und Rezitieren von bekannten Autoren machen Roland Gecke Spaß. Im Fokus seiner Programme steht das Thema „Liebe“. „Das kann ich einerseits ernst und andererseits lustig aufgreifen. Und dadurch, dass es ein Thema ist, mit dem sich die Zuhörer identifizieren können, ist sofort Nähe zum Publikum hergestellt.“

Für die nächsten Jahre hofft Gecke, mit neuen Programmen auftreten zu können. „Wenn ich merke, dass meine Botschaft bei den Zuhörern angekommen ist, dann weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe.“ Gecke sitzt bereits an der Entwicklung neuer Stücke und Ideen, um bald wieder in der Kathedrale auftreten zu können.

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