Rund 170 Standbetreiber boten in der Wülfrather Innenstadt alles rund ums Kind. Besucher forschten nach Kleidung und Spielzeug.

Rund 170 Standbetreiber boten in der Wülfrather Innenstadt alles rund ums Kind. Besucher forschten nach Kleidung und Spielzeug.
Auch der Nachwuchs besserte das Taschengeld auf.

Auch der Nachwuchs besserte das Taschengeld auf.

Bücher, CDs und Spiele waren bei den Besuchern gefragt.

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Auch der Nachwuchs besserte das Taschengeld auf.

Wülfrath. Auch im Zeitalter von „Ebay“ und „Shpock“ erfreut sich der klassische Trödelmarkt noch großer Beliebtheit. So geschehen am Sonntag zwischen 11 und 16 Uhr in der Wülfrather Innenstadt. Die Werbegemeinschaft Wülfrath pro hatte zum alljährlichen Kindertrödel am letzten Ferienwochenende aufgerufen. Viele Eltern aus der Umgebung nutzten die Gelegenheit, die Sachen, aus denen kleine Kinder sehr schnell herauswachsen, anzubieten.

„Bedingung ist, dass nur gebrauchte Sachen angeboten werden“, sagt Dirk Herbener von Wülfrath pro. „Gewerbliche Händler sind nicht zugelassen“. Der Familienvater war selbst mit einem eigenen Stand vertreten. „Ich würde sagen, dieses Jahr lief es ganz gut“, beurteilt er die Beteiligung von Anbietern und Käufern. Im Vorjahr sei der Sonntag verregnet gewesen, 2015 habe es dagegen rund 50 Stände mehr gegeben. Bei gutem Wetter habe man also im Durchschnitt gelegen. Der Kindertrödel ist der Markt für alles, was mit Kindern zu tun hat: Kinderbekleidung, Kinderspielzeug, Bücher und Puzzles. Auch Kinderzubehör wie Tragetücher und Kinderwagen gehen gut.

„Bei dem Wetter war der Trödelmarkt gut besucht. Wir sind viel Spielzeug losgeworden.“

Cindy Martini, Verkäuferin

„Dieses Jahr war viel von den Minions zu sehen“, hat Dirk Herbener beobachtet. Kein Zufall, sind die gelben Chaos-Knödel doch seit ihrem ersten Filmauftritt 2010 sehr beliebt. Zur Zeit läuft der dritte Teil von „Ich - einfach unverbesserlich“ in den Kinos, so dass Figuren und DVDs aus dieser Zeit weggehen wie warme Semmeln. Dirk Herbener selbst ist dagegen mit Serien wie „Miami Vice“ oder „Sledge Hammer“ aufgewachsen. Von deren DVD-Boxen wollte er sich nun endlich trennen, fand aber keinen Käufer. „Tendenziell kann man sagen, dass auf allen Trödelmärkten 60 bis 70 Prozent der Waren wieder mit nach Hause genommen werden“, weiß der erfahrene Anbieter.

Man muss Glück haben, dass der Nachfrager genau auf das Angebot trifft, für das er sich interessiert. Das ist bei Ebay natürlich einfacher. Im Internet gibt es einfach alles, in jedem gewünschten Zustand, und man findet es durch die Suchfunktion, egal, wo im Lande der Verkäufer sitzt. Dennoch bieten Trödelmärkte einige unschlagbare Vorteile. Man kann ganze Kisten voll auf einmal anbieten, ohne mühsam für jedes einzelne Teil ein Formular auszufüllen. Auf Käuferseite ist die Hemmschwelle niedriger: Man kann für wenig Geld ein Teil sofort mitnehmen, statt tagelang auf das Ende einer Auktion zu warten. „Vor allem kann man die Sachen sehen und anfassen“, argumentiert Dirk Herbener.

Cindy Martini war zufrieden: „Bei dem Wetter war der Trödelmarkt gut besucht. Wir sind viel Spielzeug losgeworden“. Bücher, CDs und alte PlayStation 2-Spiele habe sie verkauft, Anziehsachen seien dagegen nicht so gut gegangen. Das konnte Diana Deussen einen Stand weiter bestätigen. „Elektronisches Spielzeug ist beliebt, aber allgemein war sonst mehr los“, seufzt die junge Mutter. Viel Licht, viel Schatten, das macht ein durchschnittliches Ergebnis. Ganz objektiv: Rund 170 Platzkarten waren verkauft worden, die Stände zogen sich durch die gesamte Fußgängerzone. Auch in Zukunft wird der klassische Trödelmarkt nicht kleinzukriegen sein.

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