Besitzer Heinrich Schwartz hofft, dass sich im Frühjahr neue Interessenten für den Kiosk melden.

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Verwaist sieht der Kiosk an der Bernsaustraße aus – seit den 1950er Jahren war das „Büdchen“ Anziehungspunkt für Pilger und Velberter. Besitzer Heinrich Schwartz hofft, dass sich im Frühjahr ein neuer Pächter findet.

Verwaist sieht der Kiosk an der Bernsaustraße aus – seit den 1950er Jahren war das „Büdchen“ Anziehungspunkt für Pilger und Velberter. Besitzer Heinrich Schwartz hofft, dass sich im Frühjahr ein neuer Pächter findet.

Simone Bahrmann

Verwaist sieht der Kiosk an der Bernsaustraße aus – seit den 1950er Jahren war das „Büdchen“ Anziehungspunkt für Pilger und Velberter. Besitzer Heinrich Schwartz hofft, dass sich im Frühjahr ein neuer Pächter findet.

Neviges. 60 Jahre ist es her, dass der Kiosk an der Bernsaustraße erbaut wurde – von Heinrich und Maria Schwartz. Der schiefergedeckte Rundbau hat Generationen begleitet. Doch wie es jetzt weitergehen soll, ist nicht gewiss. Besitzer Werner Schwartz sagt: „Warten wir die nächsten Monate ab. Es gibt immer mal Interessenten.“

Der Kiosk an der Bernsaustraße war auch ein Anziehungspunkt für die Pilger, die sich dort Brötchen, Eis oder Getränke kauften. Aber auch für Autofahrer, die früh am Morgen einen Imbiss holen wollten, war der Kiosk eine liebgewonnene Anlaufstelle. Frikadellen gab es dort, Kartoffelsalat, Wiener Würstchen – die letzte Pächterin, die Ur-Nevigeserin Jacqueline Bucksteg, hatte die besten Absichten, als sie im Mai 2008 den Kiosk, der oft den Pächter gewechselt hatte, übernahm.

Umbauarbeiten wären erforderlich gewesen

Jeder der Kioskbesitzer hatte versucht, dem „Büdchen“ einen eigenen Stempel aufzudrücken. Familie Schwartz hatte den Kiosk verschiefert. Eine andere Pächterin nannte ihn liebevoll „Elkes Türmchen“. Die letzte Pächterin hatte auch kleine Geschenke im Sortiment, die zum Wallfahrtsort Neviges passten. Doch auch sie gab letztendlich auf.

„Das ist auch schwierig“, sagt Werner Schwartz. Die Kundschaft erwarte, dass ein Kiosk morgens um 6 Uhr geöffnet habe und abends gegen 20 oder 22 Uhr immer noch. „Doch wer kann das schon schultern?“ Vielleicht ein Familienbetrieb. Außerdem müsse ein großer Vorrat an Lebensmitteln vorhanden sein. „Der eine will ein Käsebrötchen, der andere Süßigkeiten.“ Den Vorrat gelte es erst mal anzulegen und das könne auch nicht jeder im Voraus bezahlen, sagt Schwartz. „So viel muss man erst ein mal umsetzen“, sagt der Besitzer, der dennoch den Kiosk nicht aufgeben will.

Hilfreich bei der Beibehaltung des Kiosk sei die Stadt Velbert nicht gewesen. Der Kiosk hatte im Laufe der Zeit eine Außenanlage errichtet, wo Kunden Kaffee und Imbiss zu sich nehmen konnten. Doch dafür wären Umbauarbeiten erforderlich gewesen. Auch Wasch- und Spülbecken hätten erneuert werden müssen. „Ich hoffe auf das Frühjahr, das sich noch Interessenten melden“, sagt Werner Schwartz. Der Kiosk ist Herzenssache. Der Rundbau, der sich so ideal zum benachbarten Schloss Hardenberg einfügt, steht nicht unter Denkmalschutz, doch da das ganze Areal zwischen evangelischer Kirche und dem Schloss unter Denkmalschutz steht, ist es schwierig, am Kiosk Veränderungen ohne die Genehmigung der Behörden vorzunehmen. Aber Werner Schwartz gibt nicht auf. „Wir sehen weiter, wenn es wieder wärmer draußen wird.“

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