Zu viel Zeit gebraucht? Die Stadt wehrt sich gegen Seitenhieb des Investors.

wülfrath
Die Mitarbeiter des Praktiker hatten nach der Schließung auf eine neue Anstellung bei Toom gehofft. Archiv

Die Mitarbeiter des Praktiker hatten nach der Schließung auf eine neue Anstellung bei Toom gehofft. Archiv

Simone Bahrmann

Die Mitarbeiter des Praktiker hatten nach der Schließung auf eine neue Anstellung bei Toom gehofft. Archiv

Wülfrath. Der Toom-Baumarkt am ehemaligen Praktiker-Standort In der Fliethe ist definitiv vom Tisch. Das bestätigte jetzt auch Investor Uwe Clees offiziell.

„Der ursprüngliche Mietinteressent Toom hat sich zwischenzeitlich neu orientiert“, sagt Clees. Die Begründung, die der Investor dafür angibt: „Die Änderung des Bebauungsplans hat einige Zeit in Anspruch genommen.“

Eine Anmerkung, die bei der Stadt Unverständnis auslöst. Baudezernentin Christiane Singh sagt: „Ich kann das nicht nachvollziehen. Wir haben unsere Arbeit so schnell es ging getan.“ Die einzige Verzögerung habe es seitens des Investors gegeben. „Wir haben vier Monate auf eine Sortimentsliste von Toom gewartet, ohne die wir nicht weitermachen konnten“, berichtet Singh.

Bereits im Oktober 2014 hätte es losgehen können

So habe es dann knapp ein Jahr gedauert, bis alle Voraussetzungen für einen möglichen Bau geschaffen wurden. Im Oktober 2014 hätte es, so Singh, aber schon losgehen können. „Den Bauantrag hätte man bereits im Sommer vorbereiten können, dann wäre die Baugenehmigung jetzt schon da“, sagt die Dezernentin.

Die Realität sieht anders aus. Obwohl der Rat in seiner jüngsten Sitzung dem Bebauungsplan ins nächste Stadium verholfen hat, liegt noch immer kein Bauantrag vor. Bürgermeisterin Claudia Panke drückte ihre Enttäuschung darüber aus: „Wenn der Eigentümer nicht will, sind uns allen die Hände gebunden.“

Auch „baumarktähnliche“ Interessenten im Gespräch

Unterschiedliche Faktoren hatten die Änderung des Bebauungsplans in die Länge gezogen. Ein Gutachten für den Schallschutz musste ebenso her wie eine Verkehrszählung. Bei der waren dann schließlich auch Datenschützer gefragt, denn hierbei kam Videotechnik zum Einsatz.

Doch nach eigener Aussage will Clees noch. Er sagte der WZ: „Wir führen aktuell Gespräche mit weiteren potenziellen Mietern, die ebenfalls baumarktähnliche Sortimente anbieten würden.“ Sobald es eine feste Willensbekundungen gebe, suche man wieder den Kontakt zur Stadt. Derweil bangen noch immer ehemalige Mitarbeiter des Praktiker-Baumarkts um ihre Zukunft. Sie hatten nach der Schließung vor mehr als einem Jahr auf eine Weiteranstellung in einem Nachfolgemarkt gehofft.

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