Die Velberterin Kristina Kratz feierte mit der Latein-Formation mit dem dritten Platz bei der Weltmeisterschaft ihren größten Erfolg.

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Kristina Kratz denkt mit Begeisterung an die WM zurück.

Kristina Kratz denkt mit Begeisterung an die WM zurück.

Geschminkt sind die Tänzerinnen nicht mehr zu erkennen. Doch mit den Medaillen fällt das Lächeln noch leichter.

Simone Bahrmann, Bild 1 von 2

Kristina Kratz denkt mit Begeisterung an die WM zurück.

Velbert. "Ich bin mit meiner Medaille abends schlafen gegangen", erzählt Kristina Kratz. Ein Monat ist es her, dass die 24-jährige Velberterin mit der Lateinformation des Tanz-Sport-Zentrums Velbert (TSZ) Bronze bei der Weltmeisterschaft in Wien holte - so richtig fassen, kann sie es aber immer noch nicht. "Das war der Tag, auf den ich jahrelang hingearbeitet habe", erzählt die gelernte Versicherungskauffrau mit glänzenden Augen. "Wir sind so stolz. Auch, weil wir der kleinste Verein der Bundesliga sind."

Dabei konnte sie den Tag gar nicht richtig genießen, so schnell ging alles. "Wir hatten Freitagabend die erste Probe mit anschließender Videoanalyse. Wir mussten uns ja in der Halle orientieren", erinnert sich Kratz. Bei acht Paaren, die alle synchron tanzen müssen, wird nichts dem Zufall überlassen. Am Samstag musste alles 100 Prozent sitzen.

Die Frisur wird mit Schuhcreme glänzend und haltbar gemacht

Sieben Stunden dauerten die Vorbereitungen - schminken und die Harre in einer aufwändigen Prozedur mit Schuhcreme schwärzen. Auch das Erscheinungsbild ist genauestens durchgeplant. "Vor unserem Auftritt hatten wir noch zwei Stunden Probe. Da mussten die Haare bombenfest sitzen", sagt Kratz.

"Es war schon ein krasses Gefühl, als wir in die Halle kamen. So viele Zuschauer", erzählt Kratz. Es waren 22 Mannschaften angereist, alle wollten den Weltmeisterschaftstitel. Doch die härtesten Konkurrenten standen schon vorher fest: Bremen, Litauen und Russland. Die Aufregung war groß, obwohl Kristina Kratz schon ein "alter Hase" im Tanzgeschäft ist. Mit zwölf ist sie zum ersten Mal in die Tanzschuhe gegangen. Mitglied der Lateinformation des TSZ ist sie seit sechs Jahren, trainiert nebenbei noch die C-Formation des Vereins. Mit Tanzpartner Sebastian Schwind ist sie auch als Einzelpaar unterwegs. Zeit für andere Hobbies bleibt da nicht.

Das bange Warten auf die Punktvergabe

Die Spannung war für sie fast unerträglich. "Besonders weil wir unsere Punkte erst nach dem Finale erfahren haben", sagt Kratz. Bewertet wurden Synchronität, tänzerische Leistung und Musikalität. Die aus Finanznot in Eigenregie geschneiderten Trikots durften nicht in die Wertung eingehen. "Trotzdem kann sich wahrscheinlich kein Kampfrichter davon freisprechen, auch die Optik zu bewerten", sagt Kratz.

Als dann ihr Verein auf der großen Anzeigetafel auf dem dritten Platz auftauchte, waren alle Trainingsmühen der vergangenen Wochen vergessen. Und auch die Aufregung um Tanzpartner Sebastian, der während der Weltmeisterschaft mit einer Bronchitis zu kämpfen hatte, fiel von ihr ab. Dann wurde nur noch gefeiert. "Natürlich feucht-fröhlich, bis zum nächsten Morgen!"

2009 steht für Kristina Kratz so einiges an. Nicht nur, dass sie im April ihr Abitur macht und dann Sportmanagement studieren will. Im Januar geht die Tanz-Bundesliga wieder los. Und natürlich hat sie die Deutsche Meisterschaft und die Weltmeisterschaft fest im Blick. Vielleicht ist ja die Goldmedaille drin. "Einmal die Nationalhymne ganz oben auf dem Treppchen singen", davon träumt Kratz. Und noch ein großer Traum soll im neuen Jahr in Erfüllung gehen: Die Velberter wollen den lange unbesiegten Konkurrenten aus Bremen ein paar Punkte abluchsen.

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