Zwei Wülfrather haben die Spieluhr der Zukunft erfunden. Sie dudelt auch Rammstein-Lieder.

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Sven Martin (41) möchte mit dieser Spieluhr die Kinderzimmer erobern.

Sven Martin (41) möchte mit dieser Spieluhr die Kinderzimmer erobern.

Simone Bahrmann

Sven Martin (41) möchte mit dieser Spieluhr die Kinderzimmer erobern.

Wülfrath. Bei aller Elternliebe: Wenn die Spieluhr des Kindes zum x-ten Mal das selbe Schlafliedchen dudelt, kann das auch der geduldigsten Mutti zu viel werden. Das ist auch Sven Martin aufgefallen. Der 41-Jährige sagt: „Eltern mögen Musik, aber sie sind manchmal genervt von den Spieluhren.“ Daraus entstand die Idee des gebürtigen Wülfrathers und Musikproduzenten, ein wenig Schwung ins Kinderzimmer zu bringen. Zusammen mit seinem Freund Joachim Hamann (42) coverte er gängige Rock- und Popsongs für die Spieluhr: von Rammstein und den Toten Hosen bis zu Nena und Helene Fischer.

Spielzeughersteller investierte in die Idee

Doch damit nicht genug: Jetzt starten Martin und Hamann mit ihrer Firma „Baby Stars – Rock2Sleep“ noch weiter durch. Zunächst vertrieben sie die innovativen Schlaflieder nur auf CDs, mittlerweile haben sie mit dem Spielzeughersteller Haba einen Investor gefunden, der ihnen die Chance gab, eine eigene Spieluhr mit dem Namen Snu:mee auf den Markt zu bringen.

„Wir waren an dem Punkt angekommen, wo wir uns fragten: Sollen wir die Sache aufgeben oder richtig Gas geben?“, berichtet Martin, der zwischen Wülfrath und Leipzig pendelt. Die beiden Unternehmer entschieden sich fürs Gaspedal, so dass jetzt auch Martins Beruf als Musiker – er tourte unter anderem als Keyboarder mit dem russischen Pop-Duo T.a.t.u. – zurückstehen muss.

Martin ist voll und ganz von seiner Spieluhr überzeugt, möchte die Innovation zunächst in ganz Europa und dann weltweit verkaufen. Er ist sich sicher: „Wenn wir es nicht tun, dann tut es jemand anders.“ Der eigentliche Gag an der Spieluhr, die aussieht, wie ein elegant designtes Ufo, sind nicht nur die ungewöhnlichen Songs, sondern die moderne Ausstattung.

Snu:mee kann übers W-Lan mit dem Handy gesteuert werden und das Gerät gibt auch ohne Probleme jede andere Musik wieder, die die Eltern gerade auf dem Smartphone haben. Aber das ist noch nicht alles: „Snu:mee begleitet das Baby beim Älterwerden“, erklärt Martin. Erst ist die Erfindung Spieluhr und Babyphone, später kann das Kind dann Kopfhörer ins Ufo stecken und hält damit seinen ersten MP3-Player in den Händen.

Sven Martin selbst hat keine Kinder, aber er weiß, dass die Musik, die er mit Keyboard, Percussions, Gitarre und Xylofon eingespielt hat, ein Hit ist. „Es gibt Leute, die sammeln inzwischen die CDs“, weiß er. In einer Leipziger Kita etwa wollen die Kinder immer das Rammstein-Schlaflied hören, das in der Instrumental-Version für die Spieluhr eine geheimnisvolle Faszination ausstrahlt. Er berichtet: „Die Kinder kommen dabei super runter. Und wenn es den Eltern gefällt, überträgt sich das letztendlich auch aufs Kind“, sagt der Musiker. Mama und Papa sind auch entspannter, weil sie bei Snu:mee die Spieluhr nie mehr neu aufziehen müssen. Ein Knopfdruck genügt.

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