Knapp 30 Kinder besuchten gestern Wülfraths Bürgermeisterin Claudia Panke.

Knapp 30 Kinder besuchten gestern Wülfraths Bürgermeisterin Claudia Panke.
Gern gesehene Gäste im Wülfrather Rathaus: Bürgermeisterin Claudia Panke begrüßt die Sternsinger.

Gern gesehene Gäste im Wülfrather Rathaus: Bürgermeisterin Claudia Panke begrüßt die Sternsinger.

Ulrich Bangert

Gern gesehene Gäste im Wülfrather Rathaus: Bürgermeisterin Claudia Panke begrüßt die Sternsinger.

Wülfrath. Vorsichtig steigt Maximilian auf die Leiter vor der Türe des Ratsaals. Bürgermeisterin Claudia Panke hält sie zur Sicherheit fest. Um sie herum fast dreißig Kinder in glänzenden Umhängen mit goldenen Kronen. Dann klebt der Junge das Schild zu den vielen anderen, die dort aus den vergangenen Jahren noch hängen. „20 * C + M + B + 18“ steht jetzt da. Maximilian ist einer von fast 200 Sternsingern, die in diesen Tagen in Wülfrath unterwegs sind.

Dass die Kinder den Segen selbst mitbringen – und nicht etwa der Pfarrer – ist das Besondere an der Sternsinger-Aktion, findet Mutter Inken Hasecke. Ihre Tochter Jane ist schon zum dritten Mal dabei, die Mutter begleitet die Kinder auf dem Weg durch die Straßen. Jane ist für dieses Jahr schon fertig. „292 Euro und 99 Cent haben wir gesammelt“, sagt die Achtjährige stolz. Das sammeln hat ihr richtig Spaß gemacht – auch wenn sie danach ganz schön kaputt war.

„Das Singen und das viele Herumziehen waren ziemlich anstrengend“, sagt sie. Aber sie weiß auch, wofür sie sich angestrengt hat. „Das Geld ist für Kinder in Afrika. Dass die auch zur Schule gehen können und nicht arbeiten müssen.“ Gesammelt wird in diesem Jahr für die Erweiterung der Förderschule Pratheeksha Bhavan für Kinder mit geistigen Behinderungen in Indien und eben für ein Straßenkinder-Projekt in Nairobi in Kenia.

Pfarrer Thomas Rehrmann von der evangelisch-reformierten Gemeinde war in diesem Jahr zum ersten Mal an der Organisation beteiligt – auch wenn seine Kinder schon öfter mitgelaufen sind. Wie sich hier Kinder für andere Kinder einsetzen, findet er toll. Man sei vorher durch die Schulen gegangen, um den Kindern zu erklären, worum es beim Sternsingen geht und wofür gesammelt wird. „Dass die Kinder dann sagen: Da müssen wir was machen – das ist sehr anrührend“, sagt der Pfarrer.

Es beteiligten sich so viele Kinder, dass die Kronen knapp wurden

Und auch wenn die Sternsinger noch bis Sonntag unterwegs sind, sieht es schon nach einem erfreulichen Spendenergebnis aus. „Wir gehen schon auf die 10 000 Euro zu“, sagt Gemeindereferentin in St. Maximin Ulrike Platzhoff. Wenn weiter so fleißig gespendet werde, knacke man die Marke vom vergangenen Jahr. Dass auch in diesem Jahr so viele Kinder dabei sind, freut die Gemeindereferentin. „Wir waren schon knapp mit Kronen, Umhängen und Sternen.“ Auch alle drei Grundschulen und die Kita St.Joseph haben Gruppen losgeschickt – allein dadurch seien es zehn Dreiergespanne mehr gewesen. So konnten auch mehr Haushalte abgedeckt werden. Um ganz Wülfrath zu schaffen – auch die Stadtmitte – müssten es noch wesentlich mehr sein. Aber Ulrike Platzhoff ist zufrieden.

Was sie besonders freut: In diesem Jahr sind auch drei Kinder dabei, die aus der Gegend kommen, aus der der Überlieferung nach auch die drei Könige stammen. Tara, Shana und Yousif kommen aus der Gegend um Mossul im Irak. Die Familie ist geflüchtet und hat mittlerweile eine Wohnung in Wülfrath gefunden – und Anschluss an die Kirchengemeinde gesucht. Immerhin sind sie selbst Christen. Klar also, dass die Kinder auch beim Sternsingen mitmachen. Im Rathaus durften sie dann sogar den Segen sprechen.

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