Gestern brachten Schreiner die neuen Verblendungen am Glockenstuhl an. Die Glocke hängt bereits seit zwei Wochen wieder an ihrer Stelle auf Tönisheide.

Schreinergeselle Chris Gass (l.) und Auszubildender Lukas Klein montieren nach der erfolgten Sanierung des Glockenstuhls die Verblendungen.
Schreinergeselle Chris Gass (l.) und Auszubildender Lukas Klein montieren nach der erfolgten Sanierung des Glockenstuhls die Verblendungen.

Schreinergeselle Chris Gass (l.) und Auszubildender Lukas Klein montieren nach der erfolgten Sanierung des Glockenstuhls die Verblendungen.

Ulrich Bangert

Schreinergeselle Chris Gass (l.) und Auszubildender Lukas Klein montieren nach der erfolgten Sanierung des Glockenstuhls die Verblendungen.

Neviges. Der Wind pfeift kräftig und kalt um den Glockenturm der evangelischen Kirche Tönisheide. Chris Gass und Lehrling Lukas Klein haben ihre Jacken bis oben hin zugezogen. Nur kurz können die Schreiner vom Gerüst aus die fantastische Aussicht über das Niederbergische Land genießen. Sie montieren die Blenden an dem Glockenstuhl, der in den vergangenen Wochen erneuert wurde. Während der Sommerferien wurde der Innenraum der Kirche aus dem 13. Jahrhundert komplett renoviert.

Die Gemeinde zog einen Statiker und einen Dachdecker hinzu

„Dann haben wir gesehen, dass oben am Glockenstuhl die Farbe abgesprungen war. Wir dachten, dass das nichts Großes sein könnte und haben dem Maler gesagt, der solle sich das mal ansehen und streichen“, sagt Hans-Georg Berenwinkel. Der Maler hatte allerdings nach seiner Rückkehr aus dem Gebälk eine böse Überraschung für den Presbyteriumsvorsitzenden: „Der sagte mir, dass der Balken morsch sei. Da haben wir einen Dachdecker und Statiker eingeschaltet, denn schließlich löst die Glocke Schwingungen aus, und man weiß nicht, welche Stürme uns im Herbst und Winter erwarten.“

Die Glocke wurde abgehangen und an einem sicheren Ort verwahrt, während sich die Bauleute Gedanken machten, was zu tun ist. Eine Überlegung war, die ganze Kuppe zu erneuern. „Schließlich haben wir uns dazu entschieden, die Holzbalken durch Stahlträger zu ersetzen. Die wurden an den Balken des Dachstuhls befestigt, das war eine ziemliche Fummelei“, hat sich Hans-Georg Berenwinkel von den Handwerkern sagen lassen. Eine Lösung, die mit dem Denkmalschutz abgestimmt wurde. Seit zwei Wochen hängt die Glocke wieder an ihrem Platz und hat auch schon wieder geläutet.

Von unten sind die Stahlträger im Gebälk nicht zu erkennen

Gestern wurden die Holzverkleidungen von den Tischlern wieder angebracht, einige waren von der Witterung so zersetzt, dass sie aus Eichenholz neu angefertigt werden mussten. Die Stahlträger kann man nur erahnen, von unten ist gar kein Unterschied festzustellen. Heute oder Anfang nächster Woche kommt der Maler, um dann wirklich zu streichen, bevor das Gerüst abgebaut werden kann. Die unerwartete Baumaßnahme von geschätzten 30 000 bis 35 000 Euro kann die Gemeinde nicht aus der Portokasse zahlen. „Das war eine Sache, die wir nicht hinausschieben konnten. Wir müssen jetzt an unsere Rücklagen gehen“, räumt der Gemeindeälteste ein und hofft auf Spenden, so wie es bereits bei der Gebäuderenovierung der Fall war.

Die Glocke erklingt nicht wie bei der nahen katholischen Kirche zur Bestimmung der Zeit, sondern nur zu bestimmten Anlässen, wie Gottesdiensten, Hochzeiten, Beerdigungen oder am Samstagabend, um den Sonntag einzuläuten.

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