Insgesamt leben derzeit 263 Flüchtlinge in der Stadt. Integrationsmaßnahmen laufen bisher nur schleppend. Träger melden sich nicht.

Mike Flohr, Sozialamtsleiter.
Mike Flohr, Sozialamtsleiter.

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DJ

Mike Flohr, Sozialamtsleiter.

Wülfrath. Die Stadt beherbergt in mittlerweile 26 Unterkünften insgesamt 263 Asylbewerber. Das sind zwar gestiegene Zahlen, doch theoretisch sind noch 170 Plätze im Bestand. Bauchschmerzen macht der Stadt aber, dass für anerkannte 61 Asylbewerber keine Wohnung zu finden ist, sagt Sozialamtsleiter Mike Flohr.

Bei 49 der 263 Personen ist der Asylantrag bereits abgelehnt worden, und sie müssten theoretisch ausreisen. Das scheitere jedoch daran, dass sie entweder in einem Folgeverfahren sind, teilweise lägen Abschiebehindernisse wie zum Beispiel Krankheit vor. Laut Zuweisungsschlüssel muss die Stadt mindestens noch 50 weitere Asylbewerber in diesem Jahr unterbringen, heißt es in der Vorlage für den Sozialausschuss.

Die 61 anerkannten Asylbewerber ohne Wohnung sind ein Problem, weiß Flohr (zum Vergleich: Stand März 2016): 23 Personen). Mit der eingeführten Wohnsitzauflage wird ein Umzug in andere Städte nicht mehr möglich sein, solange keine Arbeit, keine Ausbildung oder aber ein Studium begonnen wird. Dies bedeute, dass auch diese Personen langfristig unterkunftsmäßig zu versorgen sein werden, heißt es klipp und klar in der Ausschussvorlage. In Zuständigkeit des hiesigen Jugendamtes werden derzeit 16 unbegleitete Minderjährige versorgt. Dies geschieht zum Teil in Einrichtungen, zum Teil aber auch bei mitgereisten Angehörigen. Ein Problem: Das zuständige Landesjugendamt erstattet die Kosten „nur sehr schleppend“.

In die im Herbst fertiggestellten Unterkünfte an der Fortunastraße werden wie geplant lediglich Familien beziehungsweise alleinstehende Frauen untergebracht. Hier wird bald ein Büro für die Flüchtlingsberatung eingerichtet, um ein regelmäßiges Angebot vorzuhalten.

Die Versorgung mit freiem Internet ist in den Wülfrather Einrichtungen nach wie vor nicht gegeben. Zwar sei man weiter bestrebt, ein Angebot der Freifunker zu nutzen, um eine Abdeckung zu erreichen. Allerdings ist gerade in den älteren Einrichtungen eine Nutzung nicht möglich, da hier erst die technischen Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Die Kosten dafür sollen im Haushaltsplan 2017 vorgelegt werden.

Die Flüchtlings-Integrationsmaßnahmen laufen auch in Wülfrath nicht an, sagt Flohr. Die möglichen Träger sind angeschrieben worden, sagt er, aber lediglich zwei hätten bisher überhaupt Interesse signalisiert. Die Wülfrather Flüchtlingskinder werden in den örtlichen Kitas mitversorgt. Gleiches gilt für die schulpflichtigen Flüchtlingskinder, die an Wülfrather Schulen untergebracht sind.

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