Sonnen- und Regenbogenschule sollen nach den Sommerferien nicht mehr angesteuert werden.

Ärger
An der Haltestelle Wielandstrasse könnten Alessandro, Lisa Marie, Simona, Sophie und Konstantin (v. l.), die alle die Sonnenschule besuchen, in Zukunft vergeblich auf den Schulbus warten.

An der Haltestelle Wielandstrasse könnten Alessandro, Lisa Marie, Simona, Sophie und Konstantin (v. l.), die alle die Sonnenschule besuchen, in Zukunft vergeblich auf den Schulbus warten.

Simone Bahrmann

An der Haltestelle Wielandstrasse könnten Alessandro, Lisa Marie, Simona, Sophie und Konstantin (v. l.), die alle die Sonnenschule besuchen, in Zukunft vergeblich auf den Schulbus warten.

Velbert-Neviges. Die Stadt beabsichtigt, nach den Sommerferien die Schulbusse zur katholischen Sonnenschule und städtischen Regenbogenschule zu streichen. Diese Pläne haben in den beiden Grundschulen für helle Aufregung gesorgt. Gerade wurde dazu ein Rundschreiben an die Eltern verteilt, in dem die beiden Schulleiterinnen den Bedarf eines Schulbusses abfragen.

Formal ist die Stadt auf der sicheren Seite

Formal ist nichts zu deuteln: Schon jetzt müsste die Stadt den Schulbus aus dem Bereich Auf den Pöthen gar nicht zu den beiden Grundschulen fahren lassen, da keines der Schulkinder 1000 Meter Fußweg zu bewältigen hat. Diese Entfernung ist jedoch Grundlage für den Einsatz eines Schulbusses.

Anders ist es für die Kinder, die zur evangelischen Grundschule an der Ansembourgallee gehen. Deren Fußwege (zwischen Haus, Haltestellen und Schule) addieren sich auf mehr als 1000 Meter, weshalb auch weiterhin ein Schulbus eingesetzt wird.

Dass der Schulbus derzeit mehr als 30 Kinder dennoch zur Sonnen- und Regenbogenschule fährt, sei ein Entgegenkommen der Stadt, sagte Abteilungsleiter Reinhard Mickenheim vom Schulamt. Dafür bezahlen die Eltern monatlich zwölf Euro – orientiert am Preis eines bezuschussten Schokotickets.

Schülerspezialverkehre werden europaweit ausgeschrieben

„Wir werden den kompletten Schülerspezialverkehr für die nächsten drei Jahre europaweit ausschreiben“, sagte Mickenheim. Dazu kamen alle Strecken auf den Prüfstand, die zur Sonnen- und Regenbogenschule sind nicht mehr dabei. Aus Sicht des Schulamtes kein Problem, da der Linienverkehr auf fast gleicher Strecke unterwegs ist wie der Schulbus.

Neben der städtischen Regenbogen- und der katholischen Sonnenschule soll auch die Grundschule Son-tumer Straße im kommenden Schuljahr 2014/15 nicht mehr von einem Schulbus angefahren werden. Laut Schulverwaltungsamt gibt es eine vergleichbar gute Anbindung durch den Linienverkehr.
 

Beträgt der Fußweg zwischen Haus und Haltestelle sowie Haltestelle und Schule weniger als 1000 Meter, besteht kein Anspruch auf einen Schulbus. Ist diese Strecke mehr als ein Kilometer lang, muss die Stadt für entsprechende Transportmöglichkeiten sorgen. Der komplette Schulbusverkehr wird neu ausgeschrieben.
 

Die Vorstellung, die Grundschüler im normalen Linienbus fahren zu lassen, bereitet den Schulleiterinnen Unbehagen. „Da sind ja dann auch die Großen von den weiterführenden Schulen drin“, sagte Christa Schreven (Sonnenschule). Wenn die Grundschüler unter sich blieben und der Busfahrer alle Kinder kenne, gebe das mehr Sicherheit – auch für die Eltern. Sie befürchtet ansonsten ein morgendliches Verkehrschaos, „da sicherlich kein Elternteil sein Kind mit einem öffentlichen Bus zur Schule fahren lässt“, wie es in dem Rundbrief heißt.

Überdies sorgt sich Schreven um die „Gleichberechtigung der drei Grundschulen“: Wenn die evangelische Grundschule weiterhin von einem Schulbus bedient werde, Sonnen- und Regenbogenschule aber nicht, könnte das bei manchen Eltern ein wichtiges Kriterium bei der Schulauswahl sein und sich negativ auswirken.

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