Der Klinikverbund St. Antonius und St. Josef beschließt das Aus der Nevigeser Geriatrie. Mitarbeiter können nach Wuppertal wechseln.

Der Klinikverbund St. Antonius und St. Josef hat gestern das Ende des Nevigeser Krankenhauses verkündet. Spätestens im ersten Quartal 2014 soll die Geriatrie geschlossen werden.
Der Klinikverbund St. Antonius und St. Josef hat gestern das Ende des Nevigeser Krankenhauses verkündet. Spätestens im ersten Quartal 2014 soll die Geriatrie geschlossen werden.

Der Klinikverbund St. Antonius und St. Josef hat gestern das Ende des Nevigeser Krankenhauses verkündet. Spätestens im ersten Quartal 2014 soll die Geriatrie geschlossen werden.

Simone Bahrmann

Der Klinikverbund St. Antonius und St. Josef hat gestern das Ende des Nevigeser Krankenhauses verkündet. Spätestens im ersten Quartal 2014 soll die Geriatrie geschlossen werden.

Velbert-Neviges. Das St. Elisabeth-Krankenhaus schließt. Ende 2013/Anfang 2014, spätestens aber Ende des ersten Quartals des kommenden Jahres wird der Betrieb beendet. Das hat am Freitag Adelheid May, Sprecherin der Geschäftsführung des Klinikverbundes St. Antonius und St. Josef, auf einer Pressekonferenz mitgeteilt. Die Geriatrie soll weitgehend in das neun Kilometer entfernte St. Josef-Krankenhaus in Elberfeld verlagert werden.

Geschäftsführung führt finanzielle und bauliche Gründe an

Wie sich die Zeiten ändern: Noch zum Jahreswechsel 2011/2012 zeichnete der Klinikverbund eine Zukunft in schönsten Farben. Chefarzt Dag Schütz kündigte an, „das Haus auf links zu drehen“. Zwölf Millionen Euro sollten in den Ausbau von St. Elisabeth zu einem „Zentrum von Altersmedizin“ gesteckt werden. Darin inbegriffen war der Aufbau der neuen Disziplinen Gerontopsychiatrie und Neurologie.

Wie May am Freitag sagte, haben die Krankenkassen diesen Antrag nicht gestützt. „Wir hätten keine Genehmigung bekommen“, sagte sie. Auch habe das Baurecht an dem Nevigeser Standort allen Erweiterungsplänen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

„Das System der Klinikfinanzierung lässt kleinen Häusern keine Perspektive.“

Adelheid May

Um den bestehenden Betrieb in Neviges fortzuführen, hätten zwei bis drei Millionen Euro investiert werden müssen. Denn: „Das Haus ist von der baulichen Struktur nicht mehr für eine Geriatrie geeignet.“ Die Zukunftsaussichten seien dafür aber nicht förderlich gewesen. „Das aktuelle System der Krankenhausfinanzierung lässt kleinen Häusern keine Perspektive“, so May.

Die Konzentration des Klinikverbundes auf die drei Wuppertaler Krankenhäuser soll den Klinikverbund in profitable Zonen führen. Das unterstrich der Stadtdechant Wuppertals, Dr. Bruno Kurth, auf der Pressekonferenz. Die Schließung von St. Elisabeth, das so etwas wie die „Wiege der Geriatrie in Nordrhein-Westfalen“ sei, „ist schmerzlich für Neviges, aber gut für Wuppertal“.

Die meisten Betten werden in die Wuppertaler Häuser übernommen

Das St. Elisabeth-Krankenhaus hatte sich als eine der ersten Kliniken der Grundversorgung in NRW spezialisiert. So wurde es im Jahr 1980 als Modellklinik für den Bereich Altersmedizin ausgewiesen. Das Haus hat heute 100 Betten.

Den knapp 90 Mitarbeitern sollen neue Arbeitsplätze in den anderen Kliniken angeboten werden. Adelheid May: „Wir wollen betriebsbedingte Kündigungen ausschließen.“ Der Bedarf an Fachpersonal sei groß.

Die 100 Geriatrie-Betten in Neviges – übrigens die einzigen im Kreis Mettmann – will der Klinikverbund weitgehend in seinem Bestand halten. Das sei heute möglich. „Die Betten sind nicht an den Kreis Mettmann gebunden“, sagte May. Ob man aber alle Betten behalte, sei noch nicht geklärt. „Wir führen auch Gespräche mit Häusern, mit den wir schon kooperieren, wie dem Evangelischen Krankenhaus in Mettmann.“

Das Klinikum Niederberg steht nicht auf der Liste der Kandidaten. Für die Versorgung in Neviges sieht der Klinikverbund keine Probleme oder Verschlechterungen. „Nevigeser“, so Stadtdechant Kurth, „fahren ja auch eher Richtung Elberfeld als nach Velbert. Das habe ich zumindest so gehört.“

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