Nächste Woche präsentiert sich Jonas Langkeit aus Tönisheide beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“.

Neviges
Jonas Langkeit mit seinem Saxofon.

Jonas Langkeit mit seinem Saxofon.

Simone Bahrmann

Jonas Langkeit mit seinem Saxofon.

Doch, ein wenig Nervosität ist schon im Spiel. Das lässt sich nicht leugnen. Obwohl Jonas Langkeit gut vorbereitet ist. Nächsten Freitag wird sich der Neunjährige aus Tönisheide beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ vorstellen. Um 14.50 Uhr wird er mit seinem Alt-Saxofon in der Musikschule Langenfeld spielen.

„Jetzt, wo ich regelmäßig die Stücke für den Wettbewerb probe, merke ich, dass Spannung da ist“, sagt Jonas, der in die vierte Klasse der Gemeinschaftsgrundschule Tönisheide geht. Vier Musikstücke aus vier Epochen müssen vorgetragen werden. Nicht so einfach beim Saxofon, das es gerade mal seit 170 Jahren gibt.

In den ersten zwei Schuljahren Instrumente getestet

Jonas ist ein klassisches „Jeki“ – jedes Kind ein Instrument. „Er konnte sich ab dem ersten Schuljahr informieren und ausprobieren“, sagt Mutter Kirsten Langkeit. So kam der Junge beim Saxofon aus. „Das war eigentlich von Anfang an klar“, sagt er. Allerdings entschied er sich zunächst für das kleinere Sopran-Saxofon. Auf die Idee, bei „Jugend musiziert“ mitzumachen, kam Melanie Anker, die in Wuppertal das Saxofon Orchester leitet, in dem Jonas mitspielt. Außerdem spielt er in der Musikschule Velbert mit.

Nun übt er also täglich wenn irgend möglich etwas eine halbe Stunde nur die vier Stücke, die er nächste Woche spielen wird, begleitet am Klavier. Da ist „Carillon“, ein recht langsames Stück aus dem 18. Jahrhundert. Ist es zum Aufwärmen? „Nein“, sagt Jonas, „es ist schon ganz schön anspruchsvoll.“ Nicht zuletzt wegen des gefragten schnellen Tempos. Langsamer kommt dagegen „Memories“ daher, ein zeitgenössisches Werk. „Sehr langsam und traurig in der Stimmung“, sagt der Junge.

Fingerfertigkeit und ein gepflegtes Fortissimo

Am meisten probt er „Cavotte des Damoiselle“. Dabei ist Fingerfertigkeit gefragt. Und ein gepflegtes Fortissimo. Ein typischer Walzer ist „Valse“, der ganz schön anspruchsvoll ist. „Da sind Läufe drin, die ohne Klavierbegleitung gespielt werden. Da kann man zeigen, was man kann.“

Jonas weiß ziemlich genau, was ihn nächste Woche erwartet. „Es kommt nicht darauf an, genau das zu spielen, was in den Noten steht.“ Die Jury höre auch auf Ausdruck und Technik. Das äußere Erscheinungsbild des Musikers werde angeblich nicht bewertet. „Aber die sehen schon, wer da kommt“, sagt der Neunjährige. Was zieht er denn an? Schulterzucken. „Der Schrank wird schon was hergeben“, beruhigt die Mutter.

Wie sieht die Wertung der Punktrichter aus? „Man tritt ja nicht gegeneinander an, sondern wird einzeln bewertet.“ Es gibt Punkte, zwischen 0 und 25“, weiß Jonas. Während die älteren Musiker eine Empfehlung für den Landeswettbewerb bekommen kann, ist das für ihn ausgeschlossen. Was möchte er holen? „Ein zweiter Platz, 13 bis 16 Punkte, wäre schon gut“, sagt er.

Generell glaubt der Junge, dass er durch das Üben der Stücke sehr viel lernt. Will er das Instrument denn auch weiterspielen? „Na klar, ob ich das allerdings mit 20 Jahre noch mache, weiß ich natürlich noch nicht.“ Ganz schnell hat er die Frage beantwortet, ob er ein musikalisches Vorbild hat: „Nö.“

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