Nach einigen Veränderungen wird der Bebauungsplan für das Shopping-Center erneut öffentlich ausgelegt. Grüne und Linke bekräftigen ihre Kritik an dem Projekt.

Handel
Diese Ansicht zeigt das geplante Einkaufszentrum von der Friedrichstraße aus. Wie genau die Fassade gestaltet wird, soll in einem städtebaulichen Vertrag mit den Investoren ECE/HBB festgelegt werden.

Diese Ansicht zeigt das geplante Einkaufszentrum von der Friedrichstraße aus. Wie genau die Fassade gestaltet wird, soll in einem städtebaulichen Vertrag mit den Investoren ECE/HBB festgelegt werden.

Entwurf: ECE/HBB

Diese Ansicht zeigt das geplante Einkaufszentrum von der Friedrichstraße aus. Wie genau die Fassade gestaltet wird, soll in einem städtebaulichen Vertrag mit den Investoren ECE/HBB festgelegt werden.

Velbert. Mit großer Mehrheit ist in der Sondersitzung von Umwelt- und Planungsausschuss, Bezirksausschuss Velbert-Mitte und Ausschuss für Wirtschaftsförderung eine neue Fassung des Bebauungsplans für das Marktzentrum beschlossen worden.

Nur die Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen sowie der Linken bekräftigen ihre Bedenken gegenüber dem Vorhaben und stimmten gegen den Bebauungsplan, der nun erneut öffentlich ausgelegt wird.

Durch die Einbeziehung des Hauses Friedrichstraße 135 wird beispielsweise die ursprünglich an dieser Seite vorgesehene vierte Verkaufsebene entfallen.

Mehr Verkehr auf der Oststraße, weniger auf der Bahnhofstraße

In der Sitzung wurden die überarbeiteten Gutachten zur Verkehrserschließung, zum Immissionsschutz sowie zur Verträglichkeit des Vorhabens in Bezug auf den bestehenden Handel vorgestellt.

So kommen die Berechnungen des Verkehrsplanungsbüros Brilon, Bondzio, Weiser aus Bochum zu dem Ergebnis, dass auf der Basis des beschlossenen neuen Verkehrskonzepts für die Stadtmitte auch das zusätzliche Verkehrsaufkommen für das Einkaufszentrum „problemlos abgewickelt werden kann“.

Voraussichtlich ab der 19. Kalenderwoche (ab 7. Mai) wird der Bebauuungsplan erneut öffentlich ausgelegt. Auch Bürger können dann ihre Anregungen und Bedenken äußern. Alle Unterlagen können entweder im Baudezernat, Am Lindenkamp 31, Zimmer 121, oder im Internet eingesehen werden: www.stadtplanung.velbert.de

Wie die WZ berichtete, sieht das Konzept die Abschaffung des Einbahnsstraßensystems auf dem östlichen Teil des Cityrings sowie auf der Oststraße vor, außerdem die Umkehrung der Fahrtrichtung auf der Bahnhofstraße. Des weiteren wird an der Friedrich-Ebert-Straße ein zentraler Omnibusbahnhof geplant.

Insgesamt wird mit 4950 Fahrten pro Tag zum Shopping-Center und wieder weg gerechnet – in den Spitzenstunden könnten es 543 Fahrzeuge sein, die die vorgesehenen rund 900 Parkplätze im Parkhaus Oststraße sowie im Einkaufszentrum ansteuern. Auf der Oststraße wird das Verkehrsaufkommen dadurch erheblich steigen. Die damit einhergehende Lärmbelastung könnte durch den Einbau von „Flüsterasphalt“ deutlich reduziert werden.

Die Beschilderung wird die von der A 535 kommenden Autofahrer über die Höferstraße/Sternbergstraße zum Einkaufszentrum führen. Für die Bahnhofstraße, die verkehrsberuhigt bleibt, rechnen die Planer sogar mit einer Verringerung des Verkehrsaufkommens.

Die neu entstehenden rund 19 900 Quadratmeter Verkaufsfläche werden Umsatzumverteilungen und Verlagerungen im Einzelhandel mit sich bringen. Gutachter Ralf Beckmann vom Büro Stadt + Handel aus Dortmund bezeichnete die Verlagerung einzelner Betriebe aus der Fußgänzerone in das Einkaufszentrum als wahrscheinlich.

Zugewinn an Kaufkraft, aber auch Umverteilungen im Handel erwartet

Die 1A-Lagen werden mit dem Center ebenfalls an das Nordende der Friedrichstraße rücken, andere Lagen es ab 2014 schwerer haben, wenn das Zentrum fertig sein soll. Die Nachfolgenutzung für Hertie zu bewerkstelligen, werde eine „Herausforderung“. Dennoch stuft das Gutachten das Vorhaben als „noch verträglich“ ein, weil es aktuell abfließende Kaufkraft wieder an Velbert binden und den Verlust von Hertie kompensieren könne.

Gerade den prognostizierten Zugewinn an Kaufkraft auch aus den Nachbarstädten bezweifeln jedoch Grüne und Die Linke. Von „Gigantomanie“, sprach Michael Alfermann (Linke), Esther Kanschat (Grüne) hinterfragte angesichts der zu erwartenden Umsatzverluste auch in den Nebenzentren die Verträglichkeit des Vorhabens. Gut 11 000 Quadratmeter neue Verkaufsfläche hätten auch die Grünen mittragen können – so stimmten sie erneut gegen die Planung.

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