Das Land Nordrhein-Westfalen stellt in den nächsten Jahren 940 000 Euro zur Verfügung, auch für Breitband-Ausbau und Brandschutz.

Die Außenfassade des Gymnasiums Wülfrath wurde im Jahr 2011 erneuert. Archiv
Die Außenfassade des Gymnasiums Wülfrath wurde im Jahr 2011 erneuert. Archiv

Die Außenfassade des Gymnasiums Wülfrath wurde im Jahr 2011 erneuert. Archiv

Dietrich Janicki

Die Außenfassade des Gymnasiums Wülfrath wurde im Jahr 2011 erneuert. Archiv

Wülfrath. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat im Juli das Milliarden-Investitionsprogramm „Gute Schule 2020“ angekündigt. Nun ist das Geld da. In den kommenden vier Jahren werden insgesamt zwei Milliarden Euro bereitgestellt, um Schulen zu sanieren und optimal auszustatten. „Wülfrath erhält durch ‚Gute Schule 2020‘ in den nächsten vier Jahren ein Kreditkontingent in Höhe von insgesamt 940 882 Euro. Pro Jahr sind das 235 220 Euro“, freut sich jetzt Landtagsabgeordneter Volker Münchow (SPD). Damit gebe die Landesregierung einen deutlichen Anschub für kommunale Investitionen in einem Bereich, in dem in den vergangenen Jahren erheblicher Handlungsbedarf sichtbar geworden ist. „Das Geld können unsere Schulen gut gebrauchen. Damit machen wir sie fit für die Zukunft“, sagt der Wülfrather Landtagsabgeordnete.

Martin Sträßer (CDU) hält die Förderung für eine Mogelpackung

Gut gebrauchen können die Wülfrather Schulen das Geld tatsächlich. „Allerdings bezweifle ich, dass die Schüler von diesem Geld irgendwas haben. Neue Räume für Chemie und oder Physik oder neue Computer sind nicht drin“, sagt Martin Sträßer (CDU). Der Wülfrather ist nicht nur Vorsitzender des Schulausschusses, sondern auch Gegenkandidat von Münchow. „Das klingt alles nach einer Mogelpackung. Die Stadt Wülfrath erhält ja von der Landesregierung eh jedes Jahr etwa 500 000 Euro. Ist das nun in die ,Gute Schule’ mit eingerechnet oder nicht“, fragt Sträßer.

Fragt man bei der Stadt Wülfrath, was sie mit dem Geld vor hat, gibt es derzeit bei den Schulen drei große Prioritäten: den Breitbandausbau, die energetische Sanierung und den Brandschutz. Von wärmegedämmten Wänden und neuen und sicheren Brandschutztüren haben die Schüler tatsächlich recht wenig. Von einem Ausbau des Breitbands und damit einer schnelleren Internetnutzung schon. Es ist aber nicht so, dass die Stadt auf das Geld der Landesregierung nur gewartet hat. Erst in den vergangenen Sommerferien sind in den Schulen fast 500 000 Euro verbaut worden. Im Gymnasium und an der Parkschule ging es dabei vor allem um die Umsetzung der in Brandschutzkonzepten geforderten Sicherheitsmaßnahmen. Im Gymnasium (Hauptgebäude und Neubau) wurden vier Brandschutztüren erneuert und 60 bereits vorhandene entsprechend ertüchtigt. Im Hausflur der Parkschule wurde eine Lüftungsanlage installiert und die bisherige Hausmeisterwohnung im Kellergeschoss entkernt.

Jahrzehntelang war die Bausubstanz der Wülfrather Schulen von der Politik stark vernachlässigt worden. Man baute lieber neu, als den Altbestand zu pflegen. Anfang der 2000er Jahre ging es dann nicht mehr anders. Die dickste Baustelle war damals die Hauptschule Wolverothe: Dach, Fenster, Estrich waren hin, Wärmedämmung gab es nicht. Zunächst wurde der Abriss angedacht, doch die Bausubstanz war besser als erwartet. In drei Jahren und drei Bauabschnitten wurde die Schule für 2,6 Millionen Euro wieder in Schuss gebracht. Mitte des vergangenen Jahres wurde die Hauptschule geschlossen, die restlichen Schüler in Mettmann untergebracht. Im Jahr 2012 wurden 500 000 Euro in die Grundschule Ellenbeek investiert. Damals war eine Schadstoffsanierung notwendig, da nach Angaben der Verwaltung „Teile der Schule erhöhte PCB-Werte aufweisen, die eine Sanierung unbedingt erforderlich machten“.

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