Wie soll das Schloss Hardenberg genutzt werden? Zwischen Förderern und Stadt besteht Uneinigkeit über den Weg zum Ziel.

Die Kasematten wurden erst vor wenigen Wochen fertiggestellt, dahinter liegt Schloss Hardenberg,
Die Kasematten wurden erst vor wenigen Wochen fertiggestellt, dahinter liegt Schloss Hardenberg,

Die Kasematten wurden erst vor wenigen Wochen fertiggestellt, dahinter liegt Schloss Hardenberg,

Bahrmann

Die Kasematten wurden erst vor wenigen Wochen fertiggestellt, dahinter liegt Schloss Hardenberg,

Neviges. Stadt und Schlossförderverein wollen im Kern das Gleiche: Jetzt, wo mehr als acht Millionen Euro ins Schloss Hardenberg fließen sollen – gestern Abend hat der Rat für den Eigenanteil von 4,16 Millionen Euro grünes Licht gegeben – soll die Anlage wieder zum Publikumsmagneten werden. Das Geld für die Sanierung des Herrenhauses und des Mühlengebäudes an der Bernsaustraße steht, doch das Nutzungskonzept muss noch erarbeitet werden. Wie das passieren soll, da gehen die Vorstellungen der Stadtverwaltung und des Schloss Fördervereins auseinander. Das zeigte sich bei der jüngsten Mitgliederversammlung in der Vorburg, bei der Bürgermeister Dirk Lukrafka zur Diskussion eingeladen war.

Bürgermeister Dirk Lukrafka: „Nicht am Bürger vorbeiplanen“

Peter Egen, Vorsitzender des Schlossfördervereins, kündigte direkt zum Einstieg an: „Wir erwarten, als gleichberechtigte Partner mit ins Boot geholt zu werden.“ Er machte zudem deutlich, dass er ein spezielles Gremium mit der Ideenfindung beauftragen möchte. „Wir müssen Experten ins Boot holen und unser Vorgehen zu allererst mit der Oberen Denkmalbehörde abstimmen“, sagte Egen, der sich sorgte, dass andernfalls Nutzungskonzepte nach langer Planung wegen des Denkmalschutzes doch nicht realisiert werden können. Bürgermeister Dirk Lukrafka gab aber zu bedenken: „Der Wunsch der Bürger ist entscheidend.“ Erst brauche man einen Ansatz, in einem zweiten Schritt könne man Experten mit ins Boot holen. „Wir dürfen nicht am Bürger vorbeiplanen“, so Lukrafka. In einem Gremium sehe er auch eine Gruppe aus den Reihen der Politik.

Das ist wiederum Peter Egen ein Dorn im Auge: „Bei so vielen Fraktionen, wie wir sie im Rat haben, ist das doch nicht sinnvoll, wenn jeder mitredet“, sagte er gestern der WZ. Auch würde er die Gelder lieber auf die Restaurierung des Herrenhauses konzentriert sehen. Dass das Mühlengebäude für 500 000 Euro erneuert werden soll, hält der Fördervereinsvorsitzende für weniger sinnvoll. „Das Gebäude ist in einem so schlechten Zustand, das sollte man besser abreißen“, so Egen. In der Mitgliederversammlung wurden Zweifel laut, dass das desolate Haus überhaupt für die eingeplante Summe saniert werden kann. Bürgermeister Lukrafka zeigte sich hingegen eingangs optimistisch: „Da lässt sich etwas draus machen.“

Die öffentliche Nutzung des Schlossgeländes soll nur ein Baustein eines integrierten Handlungskonzeptes für Neviges sein, das die Stadt im kommenden Jahr auf den Weg bringen will. „Der Brunnen Im Orth war ein Anfang, aber dabei kann es nicht bleiben“, so Lukrafka. Schloss, Wallfahrt, Einzelhandel, Wohnen, Radwege – all das soll in dem geplanten Handlungskonzept miteinander verzahnt werden.

Eine erste konkrete Idee fürs Schlossgelände, die noch vor den größten Arbeiten 2018 umgesetzt werden könnte, trug Altbürgermeister Heinz Schemken vor. Um das Gelände wieder bei den Menschen in Erinnerung zu rufen, schlug er ein Jugendfestival der Sänger des Bergischen Landes vor.

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