In diesem Jahr sollen die Alterserscheinungen der evangelischen Kirche beseitigt werden.

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Um Passanten vor bröckelndem Putz zu schützen, wurden Bauzäune an der Kirche aufgestellt.

Um Passanten vor bröckelndem Putz zu schützen, wurden Bauzäune an der Kirche aufgestellt.

Simone Bahrmann

Um Passanten vor bröckelndem Putz zu schützen, wurden Bauzäune an der Kirche aufgestellt.

Neviges. Die Evangelisch-reformrierte Kirchengemeinde Neviges steht vor einer großen finanziellen Herausforderung. Denn sie muss an ihre Rücklagen, um die Sanierung der Stadtkirche finanzieren zu können. Nach Schätzungen des Presbyteriums, sagt dessen Vorsitzender Pfarrer Detlef Gruber, werden die Arbeiten an der Kirche rund eine Million Euro verschlingen. Mit der Sanierung soll in diesem Jahr begonnen werden.

„Das ist eben nur ein Teil der Kosten, die auf uns zukommen.“

Detlef Gruber, Pfarrer, zu der Finanzierung der Sanierung

Der Gemeinde stehen dafür 350 000 Euro Bundesmittel aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm III sowie Zuwendungen des Landes NRW zur Verfügung. „Über die Zuschüsse haben wir uns natürlich sehr gefreut, aber das ist eben nur ein Teil der Kosten, die auf uns zukommen“, sagt Pfarrer Gruber.

Die gesamte Fassade der evangelischen Stadtkirche muss instandgesetzt werden, „einmal rund um die Kirche rum“, so Gruber. Der Mörtel zwischen den Fugen der Natursteine stammt aus unterschiedlichen Jahrhunderten, ist porös und teilweise herausgebrochen. Deshalb hat die Gemeinde sogar schon Bauzäune zur Sicherung aufstellen lassen. Über dem südlichen Ausgang der Kirche wurde eine Abdeckung angebracht, um die Kirchgänger vor herabfallendem Mörtel und Steinen zu schützen.

Aber auch an anderen Stellen der Kirche nagt der Zahn der Zeit. „Am Turm sind Dinge aufgetreten, die gemacht werden müssen“, sagt Gruber. Derzeit werde geprüft, welche Sanierungsmaßnahmen dort durchgeführt werden müssen.

Während der Bauarbeiten wird die Orgel sicher verpackt

Das Presbyterium hat nicht nur bei Bund und Land Fördermittel beantragt, sondern auch an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz einen Förderantrag eingereicht. „Wir hoffen, berücksichtigt zu werden. Die Stiftung wird sich dazu im März äußern“, sagt Pfarrer Gruber. Die Stiftung hatte vor Weihnachten 80 000 Euro für die Sanierung der Mauern von Schloss Hardenberg zur Verfügung gestellt.

Im 14. Jahrhundert gibt es eine erstmalige Erwähnung einer Pfarrkirche in Neviges, St. Margarethe geweiht.

Ab 1571 soll es evangelisch-reformierte Gottesdienste gegeben haben. Das Patrozinium ging auf Johannes den Täufer über.

1697 wurde der dreigeschossige Turm errichtet.

1740 bis 1746 wurde das einschiffige Langhaus gebaut.

„Velbert – Geschichte dreier Städte“, Bergischer Geschichtsverein 2009.

Neben den 350 000 Euro Förderzulagen muss die Gemeinde mit eigenen Mitteln und mit Spenden das aufwendige Sanierungsprojekt stemmen. „Wir hoffen, dass die Arbeiten im Frühjahr beginnen können“, sagt Pfarrer Gruber.

Während der Bauarbeiten sollen in der Stadtkirche die Gottesdienste weiterhin stattfinden. Pfarrer Gruber: „Das hoffen wir zumindest.“ Allerdings wird während dieser Zeit die Orgel eingepackt, damit sie nicht durch Staub beschädigt wird. Deshalb werden die Gottesdienste musikalisch ein wenig eingeschränkt, sagt Gruber.

Wie lange sich die Baumaßnahme hinziehen wird, kann noch niemand sagen, das hängt letztlich davon ab, wie es um die finanziellen Mittel bestellt ist. Pfarrer Gruber: „Das ist für die Gemeinde schon ein Einbruch, ein finanzieller Einbruch natürlich.“ Denn auch die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde hat mit Einbußen bei der Kirchensteuer seit Jahren zu kämpfen.

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