Seit sechs Jahren wird an der traditionsreichen Langenberger Spielstätte gebaut. Die Altlasten und Baumängel sind beseitigt, jetzt geht’s an den Wiederaufbau.

Einblick in den großen Saal: Die Decke liegt auf einem Gerüst. Sie wird mit einer Stahlkonstruktion verstärkt und rekonstruiert.
Einblick in den großen Saal: Die Decke liegt auf einem Gerüst. Sie wird mit einer Stahlkonstruktion verstärkt und rekonstruiert.

Einblick in den großen Saal: Die Decke liegt auf einem Gerüst. Sie wird mit einer Stahlkonstruktion verstärkt und rekonstruiert.

Simone Bahrmann

Einblick in den großen Saal: Die Decke liegt auf einem Gerüst. Sie wird mit einer Stahlkonstruktion verstärkt und rekonstruiert.

Langenberg. Staub, wohin man sieht. Blanke Wände, abgebrochene Ecken, Löcher in den Decken. Zementsäcke, eine Kreissäge, ein Kleinbagger, Gerüstwirrwarr: Das Stück, das im Bürgerhaus Langenberg gespielt wird, heißt „Kernsanierung“ und befindet sich im vorletzten Akt. Im Rahmen des SPD-Sommerprogramms führte Axel Kronenberg, Projektleiter des Planungsbüros „DU Diederichs“, 20 Bürger über die Baustelle.

„Wenn man das Bürgerhaus von außen betrachtet, ahnt man nicht, wie weit die Arbeiten schon sind.“

Heinz-Werner Becklas, früher Kartenabreißer und Musiker im Bürgerhaus

Die Kulturstätte, die seit sechs Jahren saniert wird, soll 2015 wieder eröffnen. „Aus dem Dachgeschoss haben wir 50 Tonnen Asbest rausgeholt, die bei Arbeiten in den 1970er-Jahren verbaut worden waren“, erklärt Kronenberg im Hauptsaal. „Auf dem Gerüst liegt nun die Decke, die so viel wiegt wie ein Sattelschlepper.“ Die sogenannte Rabitzdecke (Drahtputz-Gewölbedecke) werde mit Stahlkonstruktionen versehen und demnächst wieder aufgehängt.

Die historische Gewölbedecke im großen Saal wird rekonstruiert

Da in den 70er-Jahren Teile der Decke kaputt geschlagen wurden, müssen diese Partien rekonstruiert werden. „Außerdem werden wir die historischen Motive, die die Unterseite zieren, reinigen oder, wo sie fehlen, mit Hilfe eines Restaurators wieder herstellen“, sagt der Projektleiter. So sollen die Räume in den atmosphärischen Zustand von 1914 zurückversetzt werden – inklusive Bühnenportal und Kronleuchter.

Technisch hält allerdings die Moderne Einzug: Das gilt für Bühnen- und Klimatechnik wie für die behindertengerechte Umgestaltung: Ein Aufzugschacht existiert bereits, der Seiteneingang wird künftig barrierefrei für Rollstuhlfahrer zur Verfügung stehen.

Sprinkleranlage und Aufzug wurden eingebaut

Besucher Rainer Heinrichs trat 1960 der Freiwilligen Feuerwehr bei und versah 30 Jahre lang den Feuerwehrdienst im Bürgerhaus. „Ich kenne hier jeden Balken.“ Und natürlich die Brandschutzauflagen: „Die heutigen Vorgaben sind teuer und der Aufwand, sie umzusetzen, ist enorm, zumal darauf geachtet wird, dass man die Installationen kaum sieht.“ Unter anderem verlangen die Vorschriften eine Sprinkleranlage, wie sie etwa in Kürze ins Foyer integriert wird.

Die Grundsteinlegung des Langenberger Bürgerhauses erfolgte am 17. November 1913. Finanziert wurde der Bau durch Stiftungen des Seidenfabrikanten Adalbert Colsman.

Am 30. Juni 2006 wurde das Haus geschlossen, ursprünglich, weil die Decke im kleinen Saal einsturzgefährdet war und das Haus behindertengerecht gemacht werden sollte. Dabei entdeckte man weitere umfangreiche Sanierungsverpflichtungen – unter anderem die Asbestbelastung.

Die Gesamtkosten der Sanierung betragen nach Angaben des Planungsbüros mittlerweile 18 Millionen Euro. In der Frühphase war noch mit etwa acht Millionen gerechnet worden.

Eine Gaststätte wird es im Bürgerhaus nicht mehr geben, dafür einen Caterer, der Veranstaltungen wie Trauungen begleitet; denn das Bergische Zimmer im Foyer wird ebenfalls wieder hergerichtet.

„Ich habe die Baustelle vor zwei Jahren zum letzten Mal gesehen. Der Fortschritt ist beeindruckend“, sagt Heinz-Werner Becklas. Der 72-Jährige hat ein halbes Jahrhundert hier verbracht: „Ich habe Karten abgerissen, war Platzanweiser, habe Tanzmusik gemacht und im Bürgerhauschor gesungen.“

Der Projektleiter ist sicher, dass der Eröffnungstermin 2015 klappt

Dass das Haus 2015 wieder eröffnet werden soll, irritierte trotzdem die Besucher. Kronenberg ist sicher, dass der Termin zu halten ist: „Die Rohbauarbeiten sind weitgehend fertig, die Schritte sind planbarer geworden.“ Das gilt auch für den Gymnastikraum im Untergeschoss, für das Gerätelager, Umkleiden und Nasszellen vorbereitet werden. Bis man dort wieder ohne Helm hineindarf, wird noch viel Zeit vergehen. Aber, findet Heinz-Werner Becklas: „Wir sind auf jeden Fall weiter als Schloss Hardenberg.“

Um Schloss Hardenberg geht es im SPD-Sommerprogramm am 20. August, 15 Uhr.

 

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