Gut 100 Fahrgäste musten aus den liegengebliebenen Zug befreit werden.

Velbert. Sturmtief Thomas hat der Velberter Feuerwehr stürmische Stunden beschert. Der erste der insgesamt zwölf wetterbedingten Einsätze führte am Donnerstag, um 15.36 Uhr zur Bleibergstraße, wo ein umgestürzter Baum beseitigt wurde. Der vorläufig letzte Unwettereinsatz begann gestern Morgen, gegen 7.30 Uhr, an der Straße „Bartelskamp“. Dort war ein Baum auf ein Fahrzeug gestürzt.

Die aufwendigste Hilfeleistung lief am Donnerstag um 18.02 Uhr an. Ein Baum war in Höhe des Bahnübergangs Kuhlendahler Straße in die Oberleitung der Bahn gestürzt und in Brand geraten. Da die Feuerwehr auf Bahnanlagen erst tätig werden kann, wenn das Notfallmanagement der Bahn AG die Streckensperrung und Stromabschaltung bestätigt hat, waren den Einsatzkräften zunächst die Hände gebunden. Als der Fahrdraht der Oberleitung durchgebrannt war und abzustürzen drohte, musste der Bahnübergang nach Rücksprache mit der Polizei gesperrt werden. Nach Eintreffen des Notfallmanagers der Bahn erhielt die Feuerwehr die Mitteilung, dass zwischen dem Bahnübergang Kuhlendahler Straße und dem Haltepunkt Neviges ein Zug der S 9 zum Stehen gekommen war, in dem sich mehr als 100 Fahrgäste befänden und der wegen des Oberleitungsschadens auf absehbare Zeit auch nicht mehr weiterfahren konnte.

Sofort wurden Kräfte in den Zug gesandt, die durch Befragung der Fahrgäste feststellten, dass alle wohlauf waren, aber vier Menschen den Zug vermutlich nicht ohne Hilfe verlassen konnten. Die Einsatzleitung forderte umgehend Verstärkung aus Velbert-Mitte und Neviges an. Nachdem ein Feldweg über eine Strecke von 400 Metern durch die Feuerwehr ausgeleuchtet war, konnten die meisten Fahrgäste die S-Bahn mit Hilfe der Feuerwehr verlassen und zur Kuhlendahler Straße zurücklaufen, wo die Feuerwehr zwei im Rückstau stehende Linienbusse bereitgestellt hatte. Die vier Fahrgäste, die nicht gut zu Fuß waren, wurden durch die Wehr mit Hilfe einer auf Gleisen fahrbaren Rettungsplattform zur Kuhlendahler Straße befördert und anschließend ebenfalls zum Langenberger beziehungsweise Nevigeser Bahnhof gebracht. Der Lokführer verschloss den Zug, der auf der Strecke stehenblieb.

Die Einsatzstelle wurde gegen 21.20 Uhr der Polizei und dem Notfallmanager der Bahn übergeben, der noch in der Nacht die Reparatur der Oberleitung veranlasste.

Raucher im Klinikum löste Feuerwehreinsatz aus

Weitere umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste sowie eine abstürzende Leuchtreklame wurden durch die hauptamtlichen und die ehrenamtlichen Kräfte aus Velbert-Mitte und Neviges über die beiden Stadtteile verteilt beseitigt.

Aber auch das Alltagsgeschäft forderte die Feuerwehr. So galt es am Donnerstag fünf Ölspuren im Stadtgebiet zu beseitigen. Wehr und Rettungsdienst leisteten Unterstützung bei einem Einsatz um 8.25 Uhr an der Wilhelmshöher Straße in Langenberg. Außerdem rückten die hauptamtliche Wache und die beiden ehrenamtlichen Löschzüge des Einsatzbereichs Mitte um 13.28 Uhr zum Klinikum Niederberg aus. Dort hatte die Brandmeldeanlage ausgelöst. Das stellte sich aber schnell als Fehlalarm, infolge unerlaubten Rauchens in einem Treppenhaus, heraus. HBA

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