Der studierte Mediziner ist Mitbegründer der Freien Aktiven Schule. Vor zehn Jahren ging sie an den Start.

Robert Freitag schaut auf die Gebäude „seiner“ Schule.
Robert Freitag schaut auf die Gebäude „seiner“ Schule.

Robert Freitag schaut auf die Gebäude „seiner“ Schule.

D. Janicki

Robert Freitag schaut auf die Gebäude „seiner“ Schule.

„Die meisten haben mich angeguckt als hätte ich gesagt, ich ziehe auf den Mond“, erinnert sich Robert Freitag. Das war in der Phase als seine Idee, eine Schule zu gründen, konkrete Formen angenommen hat. „Man muss bereit sein, ungewöhnliche Wege zu gehen.“ Das hat er überaus erfolgreich getan. Die von ihm gegründeten Freie Aktive Schulen Wülfrath feiern in diesem September ihren zehnten Geburtstag.

Tücken und Hindernisse konnten den inzwischen 47-Jährigen nicht schrecken, „sein Ding“ durchzuziehen. Übrigens nicht zum ersten Mal. Kurz vor der Approbation – der gebürtige Freiburger hat Medizin studiert und alle drei Staatsexamina in der Tasche – entschied er sich, IT’ler zu werden. „Ich hatte während des Studiums schon Software für verschiedene Medizin-Programme entwickelt.“

Die typische Krankenhauskarriere mit Nachtdiensten, Apparatemedizin und ohne sein naturheilkundliches Interesse einbringen zu können, wollte er nicht mitmachen. Also entschied er sich nach dem Examen für den Plan B, stieg in die IT-Branche ein und war dort zehn Jahre erfolgreich. „Das hat mir eine andere Welt eröffnet“, erinnert er sich. Allerdings einen weiteren Kosmos, den er als „nicht genug“ empfand. „Das war nicht mein Weg.“

Dies „seelenlose Geschäft“ hinter sich zu lassen und anstelle dessen Initiator und Geschäftsführer einer Schule zu werden, hatte mit der ältesten Tochter zu tun. Sie sollte Ende der 90er Jahre eingeschult werden. „Aber es gab nichts für uns Passendes“, fanden er und Ehefrau Kirstin, übrigens auch nicht-praktizierende Ärztin.

Inspiration zum Schul-Konzept brachte Freitag aus Ecuador mit

Robert Freitag erinnerte sich an eine Reise nach Ecuador, die er 1989 als Zivildienstleistender unternommen hatte. „Rebeca und Mauricio Wild hatten dort eine Grundschule eröffnet.“ Der Clou dieses Konzepts: nichtdirektive Erziehung, sondern maximale Eigenverantwortung seitens des Kindes. Die Idee war angelehnt an die Pädagogik von Maria Montessori und das Entwicklungsmodell von Jean Piaget. „Genau so etwas schwebte uns vor.“ Und weil es das in Düsseldorf und Umgebung nicht gab, gründeten es die Freitags selbst. Nicht kurzerhand, „wir waren etwas blauäugig und dachten, das ginge schneller“. Allein auf eine einzige Genehmigung warteten sie 18 Monate. Im August 2005, „so etwa zwei Wochen vor Schuljahresbeginn“, kam das behördliche Okay.

Anfangs noch kritisch beäugt, was das denn wohl sein könne, eine „Freie aktive Grundschule“, wurde der Platz schnell knapp. Der Umzug an das Ex-Krankenhaus an der Südstraße schaffte neue Möglichkeiten, 2007 wurde die Freie Aktive Gesamtschule gegründet. Während Robert Freitag sich als Geschäftsführer um Organisation, Verwaltung und Finanzen kümmert, betreut seine Frau weiterhin das pädagogische Konzept.

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