Die Pflegedienste bieten einen Gesprächskreis an.

Pflegedienstleiterin Bettina Kassubek-Businski (links, stehend) unterstützt den Gesprächskreis mit praktischen Tipps.
Pflegedienstleiterin Bettina Kassubek-Businski (links, stehend) unterstützt den Gesprächskreis mit praktischen Tipps.

Pflegedienstleiterin Bettina Kassubek-Businski (links, stehend) unterstützt den Gesprächskreis mit praktischen Tipps.

Dietrich Janicki

Pflegedienstleiterin Bettina Kassubek-Businski (links, stehend) unterstützt den Gesprächskreis mit praktischen Tipps.

Innerhalb des vergangenen Jahres haben die in der Kalkstadt tätigen Pflegedienste mit dem Gesprächskreis für pflegende Angehörige ein Angebot geschaffen. „Die Idee ist geboren, weil wir während der ambulanten Pflege sehr viel Bedarf nach gegenseitigem Austausch und Unterstützung sahen. Es ist ein Kreis, in dem sich die Betroffenen gegenseitig Tipps geben und wir Organisatoren nur begleitend moderieren“, erläuterte bei der jüngsten Zusammenkunft Bettina Kassubek-Businski.

Teilnehmer berichten vom Alltag mit Pflegebedürftigen

Die Pflegedienstleiterin der Caritas-Pflegestation half der Gruppe bei offen gebliebenen Fragen mit ihrem reichen Profiwissen aus. Wie gewöhnlich waren ein gutes Dutzend Menschen erschienen, um in ungezwungener Atmosphäre von ihrem eigenen Pflegealltag zu berichten. Manche sind regelmäßig dabei, doch viele kommen einmalig, um für eine neue, herausfordernde Lebenssituation grundlegende Informationen zu bekommen.

Pflegebedürftigkeit stellt sich immer ungerufen und oft urplötzlich ein. Ein erster Schritt bedeutet dann die Beantragung einer Pflegestufe und eine Visite durch den Medizinischen Dienst. Nicht selten wird die sofortige Anschaffung zahlreicher Hilfsmittel vom Inkontinenzmaterial bis zum elektrischen Pflegebett notwendig. Zur Finanzierung steht ein sich stetig verändernder Dschungel von Fördertöpfen bereit, die man jedoch kennen muss, um sie nutzen zu können. Seit Jahresanfang gibt es etwa zusätzlich zur Pflegestufe 104 Euro pro Monat, um kurzfristige Betreuungen bezahlen zu können.

Immer mehr Pflegebedürftige werden zu Hause betreut

Der Trend geht dahin, dass die Menschen im Alter, statt in ein Heim zu ziehen, lieber in einem bekannten Umfeld wohnen bleiben. Erwachsene Kinder nehmen ihre pflegebedürftigen Eltern immer häufiger zu sich.

Im Gesprächskreis wiederholt aufgegriffen wird der Umgang mit der Demenzerkrankung. Es ist bedrückend, zu erfahren, wie die Kommunikation zwischen sich einst blind verstehenden Eheleuten zerfahren wird. Die Pflegenden berichten von dem Gefühl, dass der Partner noch da, die Partnerschaft aber verschwunden ist.

Überschwänglich gelobt wird das rührige Engagement der Mitarbeiter in den hiesigen Tagespflegeeinrichtungen und in der Wohn- und Pflegestelle der Stadt, von deren Beratungen und Kursen Pflegende profitieren können.

Für die pflegenden Angehörigen bleib die wohl wichtigste Fähigkeit, sich selbst Freiräume zum Luftholen zu erhalten, damit sie auf Dauer die Kraft für die Pflege behalten. Dem kann Kassubek-Businski beipflichten: „Früher war die Pflege zuhause zumeist kurz. Heute sind diese Zeiten häufig recht lang.“

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