Die Einrichtung soll bis 2023 geöffnet bleiben, um möglichen Geldgebern Sicherheit zu bieten.

Wülfrath
Der Zeittunnel soll noch viele Jahre Touristen nach Wülfrath locken. Archiv

Der Zeittunnel soll noch viele Jahre Touristen nach Wülfrath locken. Archiv

Achim Blazy

Der Zeittunnel soll noch viele Jahre Touristen nach Wülfrath locken. Archiv

Da ist das starke Signal, das bislang gefehlt hat: Der Rat hat sich gestern nach einem gemeinsamen Antrag von CDU und SPD mehrheitlich für eine Öffnung des Zeittunnels bis 2023 ausgesprochen. Damit hat die Politik auf die Forderung des Kreises reagiert, sich offen zu der Einrichtung zu bekennen. CDU-Fraktionschef Axel Effert sagte gestern: „Wenn jetzt das Geld kommt, haben wir die Chance, es anzunehmen.“

Stadt verpflichtet sich zur Zahlung der Betriebskosten

Mit dieser Entscheidung hat die Politik auch „Ja“ zu weiteren Kosten gesagt. In ihrem Antrag haben CDU und SPD wohl aber festgeschrieben, dass Betriebskosten in Höhe von 118 530 Euro jährlich nicht überschritten werden sollen – das entspricht dem Stand von 2015. Sollten Fördermittel dazu führen, dass ein modernisierter Zeittunnel plötzlich ein noch teurerer Spaß wird, solle die Kostensteigerung 25 Prozent nicht überschreiten.

Bürgermeisterin Claudia Panke stand ebenfalls hinter dem Antrag: „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich den Tunnel für erhaltenswert halte.“ Jedoch wies sie ausdrücklich darauf hin, dass sie wie Kämmerer Rainer Ritsche die möglichen 25 Prozent Betriebskostensteigerung als Rahmen verstehe und eine endgültige Entscheidung zu solchen Mehrausgaben erst im konkreten Fall einer Förderung vom Rat gefällt werden solle.

Die Bedenkenträger dieser Lösung ließen sich nicht von ihrem Kurs abbringen. FDP und Wülfrather Gruppe stimmten gegen den Antrag und fanden klare Wort gegen einen Weiterbetrieb des zeitgeschichtlichen Museums. Hans-Peter Altmann, Fraktionschef der Liberalen, sagte: „Die Innenstadt und die Bürger dieser Stadt haben nichts vom Zeittunnel.“ Dieser sei eine reine „Touristenattraktion“. Wolfgang Peetz, Fraktionschef der Wülfrather Gruppe, rechnete vor, dass das Bekenntnis zum Zeittunnel den Ergebnishaushalt um 1,2 Millionen Euro belasten könnte, während eine Schließung zu einer 0 im Ergebnishaushalt führen würde.

In dem folgenden Schlagabtausch wurde klar: Die Fraktionen hatten nicht nur unterschiedliche Meinungen, sondern auch unterschiedliche Rechnungen mitgebracht. Fakt ist: Eine Schließung des Zeittunnels zum Ende 2015 würde Wülfrath reales Geld kosten. Eine Rückzahlung von 357 000 Euro an Fördermitteln sowie Zinsen von 180 000 Euro, die ebenfalls zurückzuzahlen wären, stünden aus. Zudem, so stellte der Kämmerer dar, würde eine Schließung des Tunnels die Betriebskosten nicht sofort auf Null senken, sondern lediglich auf rund 90 000 Euro jährlich.

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