Studentin Daniela Gargan geht für vier Monate an eine Grundschule an der Goldküste. Die Wülfratherin ist seit langem fasziniert von Afrika.

In einer Kiste neben ihrem Bett sammelt Daniela, die jeder „Danii“ nennt, seit Wochen Dinge für Ghana. Allerdings sind persönliche Sachen Fehlanzeige. „Das sind alles Mitbringsel“, erklärt sie mit Blick auf das Sammelsurium aus Zeichenblöcken, Malbüchern und Stiften in allen Farben des Regenbogens.

In Teshie, einem Fischerdorf in der Nähe Accras an der so genannten „Goldküste“, wird die 22-Jährige an einer Grundschule unterrichten. „Weil Kinder gerne malen und zeichnen, bringe ich entsprechende Sachen mit.“ Nur die Vorräte an Gummibärchen muss sie noch aufstocken. „Ich bin gespannt, wie die ankommen.“

Dass sie jetzt für vier Monate auf Tour geht, ist persönlichem Interesse und der Ausbildung geschuldet. An der Fachhochschule Düsseldorf studiert sie im fünften Semester Soziale Arbeit, zum Studium gehören Praktika. Weil die Wülfratherin „schon immer von Afrika fasziniert“ war, versuchte sie, dort arbeiten zu können. Afrika kennt sie bislang nur aus Reportagen, Büchern, Filmen – und einer Fotocollage. Sie ist in der Silhouette des Kontinents mit vielen kleinen Impressionen aus dem Land beklebt. Eine Freundin, die bereits das Land bereist hat, hat sie für sie gebastelt.

„Wie auch immer das in Teshie wird: Es ist meine Erfahrung. Die kann mir keiner nehmen.“

Daniela Gargan

„Ghana ist ziemlich weit entwickelt. Das fand ich interessanter als andere Länder. Für den Anfang ist das perfekt.“ Im Internet recherchierte sie, fand jenseits der großen Organisationen den Deutsch-Ghanaischen-Entwicklungsverein in Kiel. „Nach meinem Besuch im Mai 2014 haben die dann alles in die Wege geleitet.“

Am Donnerstag startet sie aus Düsseldorf in Richtung Sonne. Die Gastfamilie, bei der sie bis Anfang Juni leben wird, kennt sie bislang nur von Fotos. „Ich bin schon wahnsinnig gespannt.“ Es ist das erste Mal, dass sie „so lange und so weit weg von zu Hause“ sein wird. Kontakt zu ihrem Vater und den Freunden hält sie über soziale Medien. „Das Leben ist eine Reise. Genieße sie“, klebt als Wahlspruch an einer Wand. „Wie auch immer das in Teshie wird: Es ist meine Erfahrung. Die kann mir keiner nehmen“, blickt sie „ziemlich unaufgeregt“ auf die kommenden Monate.

Auf die Arbeit mit den Kindern freut sie sich. Nach Jobs im Gefängnis, Kindergarten, Altenheim und Jugendhaus sowie Mitarbeit in der evangelischen Kirche und der Feuerwehr sieht sie Ghana als „tolle Herausforderung“. Vielleicht, weil sie „sozusagen im Jugendhaus groß geworden“ ist, führt ihr Weg in den sozialen Bereich. „Ich kann mir nichts anderes vorstellen als einen Beruf in dem Bereich.“

Wenn sie in zwei Semestern das Studium abgeschlossen haben wird, wäre zunächst „weiteres Engagement in Afrika“ gut möglich. Langfristig ginge sie gerne in ihre Lieblingsstadt Berlin, um dort mit Jugendlichen in Bereich Medienpädagogik zu arbeiten.

Das Visum liegt bereit, der Impfmarathon ist absolviert und die Vorfreude auf „die Leute, die dort leben“ riesig. Ganz nebenbei freut Danii Gargan sich, der winterlichen Tristesse in Richtung plus 30 Grad zu entkommen. Tropennetz und Moskitonetz liegen bereit, vor allem aber der „Reiseführer, der ist ganz wichtig“. „Es gab niemanden, der mir von der Reise abgeraten hat.“ Im Gegenteil: Alle sind gespannt, wie ihr Leben vor Ort sein wird. „Deshalb richte ich einen Blog ein.“

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