Um bei Bürgern die Skepsis abzubauen, ließ die Stadt noch zwei weitere Verkehrserhebungen durchführen. Das Ergebnis bleibt gleich.

Der heutige Parkplatz an der Schulstraße wird zum Bauplatz für die neue Kindertagesstätte mit 100 Plätzen.
Der heutige Parkplatz an der Schulstraße wird zum Bauplatz für die neue Kindertagesstätte mit 100 Plätzen.

Der heutige Parkplatz an der Schulstraße wird zum Bauplatz für die neue Kindertagesstätte mit 100 Plätzen.

Simone Bahrmann

Der heutige Parkplatz an der Schulstraße wird zum Bauplatz für die neue Kindertagesstätte mit 100 Plätzen.

Wülfrath. Da war er wieder. Verkehrsgutachter Jürgen Carls stellte im jüngsten Jugendhilfeausschuss erneut das Ergebnis seiner Verkehrserhebung an der Schulstraße vor, das im Kern auf einen Satz reduziert werden kann: Auch mit einer neuen Kita für bis zu 100 Kinder am ehemaligen Schulhof der Hauptschule wird der Verkehr auf der Schulstraße nicht zusammenbrechen. Nicht annähernd. Die Auslastung der Straße, so der Gutachter vor einem Monat, werde sich lediglich von 28 auf 35 Prozent erhöhen, weil die Einrichtung rechnerisch 219 neue Autofahrten erzeugen wird. So überraschte es nicht, dass alle Mitglieder im Fachausschuss die Hand für den Bau der Einrichtung hoben. Das letzte Wort hat der Rat am 28. März.

Erneute Zählung der Autos kostet die Stadt 1500 Euro

Der CDU und einiger der zum Fachausschuss erschienenen Anwohner war der Umstand sauer aufgestoßen, dass die Zahlen des Verkehrsgutachters nur an einem Tag, dem 30. November 2016, erhoben wurden. Da fruchteten auch die Worte von Dezernent Martin Barnat nicht, der in der Sitzung erklärte: „Wir haben so viel Luft nach oben, dass es sich nicht lohnt, noch eine Erhebung durchzuführen.“ Am 20. und 21. Februar stellten sich Carls und Team daher erneut an der Schulstraße auf und bestätigten die Zahlen des ersten Gutachtens. „Im Vergleich hat sich sehr wenig geändert“, so Carls – im November war sogar auf den Straßen noch mehr los als im Februar. Die Stadt rechnet mit Kosten von 1500 Euro für den erneuten Auftrag an den Fachmann, wie die WZ auf Anfrage erfuhr. Kämmerer Rainer Ritsche erklärte den Hintergrund: „Es war der Wunsch der Bürgermeisterin, das Verfahren plausibler zu gestalten, um alle Bürger mitzunehmen.“ Auch Andreas Seidler (CDU) lobte die neuerliche Erhebung: „Das war gut, um Ruhe in die Sache reinzubringen.“

Mehr Transparenz versprachen sich die Christdemokraten auch durch ihren Fragenkatalog, der im Fachausschuss beantwortet wurde. So erfuhren die Fraktionen von Barnat etwa, dass es keine konkrete Planung für eine Sanierung der Schulstraße gibt. „Die Schulstraße ist verkehrssicher“, so der Technische Dezernent. Ein genauer Entwurf des neuen Gebäudes steht noch nicht. Wahrscheinlich wolle man jedoch zweigeschossig planen und vorrangig Büroräume in der oberen Etage anlegen. Eine Untersuchung zur Lärmemission habe es nicht gegeben. Barnat berief sich auf die seit 2012 gültige Gesetzeslage, die Kitas ausdrücklich in Wohngebieten vorsieht. Barnat: „Kinderlärm ist kein Lärm mehr.“

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