Der Fraktionsvorsitzende der Wülfrather Gruppe fordert echte Sparmaßnahmen, um den Haushalt zu entlasten.

Wülfrath
Wolfgang Peetz, Fraktionsvorsitzender der Wülfrather Gruppe, hofft, dass die CDU zur Vernunft kommt. Archiv

Wolfgang Peetz, Fraktionsvorsitzender der Wülfrather Gruppe, hofft, dass die CDU zur Vernunft kommt. Archiv

Stefan Fries

Wolfgang Peetz, Fraktionsvorsitzender der Wülfrather Gruppe, hofft, dass die CDU zur Vernunft kommt. Archiv

In einem ist sich Wolfgang Peetz einig mit wohl allen anderen Ratsmitgliedern: In diesem Jahr muss das Thema Zeittunnel endgültig entschieden sein. Doch, wo andere prüfen und das erdgeschichtliche Museum retten wollen, ist sich der Fraktionsvorsitzende der Wülfrather Gruppe (WG) sicher: „Wenn man sich selbst ernst nimmt, kann man nicht zum dritten Mal gegen seinen eigenen Beschluss stimmen, kein Geld mehr zu zahlen. Der Zeittunnel muss geschlossen werden.“ Bei einem Schuldenstand von 70 Millionen Euro verbiete sich eine solche Weiterfinanzierung.

Trotzdem setzt sich Peetz für einen kulturellen Schwerpunkt auf dem Areal am Zeittunnel ein. „Das Veranstaltungsgelände mit Open-Air, Kino und der WüRG steht außer Frage. Nur die Röhre müsste 2016 schließen.“ Denn: „Der Haushalt 2016 ist noch lange nicht ausgeglichen und die konjunkturellen Rahmenbedingungen sind mehr als unsicher“, sagt Peetz.

Kommune muss eigene Verwaltungseinheit vorhalten

Sollte Rheinkalk seine Deutschland-Zentrale in Wülfrath aufgeben, bliebe zwar der Produktionsstandort Wülfrath. Trotzdem hätte eine Aufgabe der Verwaltung auch finanzielle Folgen für die Stadt. Die Frage etwa, was zum Beispiel mit der Zentrale am Kalkstein passiert. Ausschließen möchte der WG-Fraktionschef nur eins: Städtische Ämter oder Einrichtungen sollen nicht in den möglicherweise leerstehenden Gebäuden unterkommen.

Peetz plädiert stattdessen als Sparansatz für eine rigorose „Aufgabenkritik“, bei der die Stadt grundsätzlich untersuchen soll, was braucht sie und was kann sie bezahlen. Stellenabbau in der Verwaltung sei kaum angezeigt, eher solle sich die Stadt ehrlich überlegen, wo sie grundsätzlich sagt: Das brauchen wir nicht.

Das Problem von Wülfrath ist in seinen Augen der schmale Grat, auf dem sich die Stadt mit etwa 21 000 Einwohnern bewege. Ab 20 000 Einwohner klassifiziere dies eine Kommune zur „mittelgroßen Stadt“, die eigene Verwaltungseinheiten anbieten. Das sei mit Kosten verbunden, deren Höhe sich bei Wülfraths rund 21 000 Einwohnern aber proportional zu Städten mit bis zu 60 000 Einwohnern ungünstig gestalte. „Das ist ein Grundproblem Wülfraths.“

Die Zukunft der WG? Derzeit ist die WG im Rat isoliert: CDU und SPD haben in einer Art Großer Koalition den Etat 2015 verabschiedet und halten die Hoffnung auf ein Weiterbestehen des Zeittunnels am leben. Doch Peetz ist sich sicher: „Wenn die CDU wieder zur Vernunft kommt und die Politik des Geldausgebens aufhört, wird sie wieder unsere Nähe suchen.“

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