Der Kirchenkreis Niederberg nimmt zu neuen Positionen Stellung. Christen und Kirche hätten die Aufgabe und Chance, von der Heiligen Schrift inspirierte Gottesvorstellungen und Lebenskonzepte zu leben, zitierte der Superintendent Präses Nikolaus Schneider.

Superintendent Rolf Breitbarth sprach über Umbrüche in den Kirchengemeinden.  Archiv
Superintendent Rolf Breitbarth sprach über Umbrüche in den Kirchengemeinden. Archiv

Superintendent Rolf Breitbarth sprach über Umbrüche in den Kirchengemeinden. Archiv

Simone Bahrmann:

Superintendent Rolf Breitbarth sprach über Umbrüche in den Kirchengemeinden. Archiv

Velbert. Das vergangene Jahr war für den Kirchenkreis Niederberg ein Jahr der Abschiede: „Die Gemeinden haben sich von Menschen, von Arbeitsfeldern, von Räumen verabschiedet. Vertrautes ist nicht mehr unmittelbar zugänglich“, sagte Superintendent Rolf Breitbarth beim Jahresempfang des Kirchenkreises.

Das bringe Verunsicherung mit sich. So stand ein Vortrag von Landespfarrer Edwin Jabs im Mittelpunkt des Abends: „Wie viel Auflösung verträgt der Mensch?“ Der Psychologe leitet die Evangelische Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Als Beispiele nannte Breitbarth die Schließung eines Gemeindezentrums oder einer Kirche. Selbst Menschen, die nur einmal im Jahr in die Kirche gegangen, vielleicht sogar ausgetreten seien, fehle „die Kirche im Dorf“.

„Wie viel Auflösung verträgt der Mensch?“

Thema des Vortrags von Landespfarrer Edwin Jabs

Sie verknüpfe biografische Bezüge mit Lebensräumen, bilde Koordinatensysteme, biete Orientierung, wo Orientierung durch Auflösung des gesellschaftlichen Konsenses verloren gehe: „Individualismus, Selbstbestimmung, Wahlfreiheit haben ihren Preis“, sagte Breitbarth.

Christen und Kirche hätten die Aufgabe und Chance, von der Heiligen Schrift inspirierte Gottesvorstellungen und Lebenskonzepte zu leben, zitierte der Superintendent Präses Nikolaus Schneider.

Kirche befinde sich wie die Gesellschaft im Wandel. Dies sei auch die Chance für eine fruchtbare Zusammenarbeit mit anderen Kirchen, Städten, mit der Politik und Trägern der freien Wohlfahrtspflege. Breitbarth: „Wir können und müssen die Strukturen so umbauen, dass wir handlungsfähig bleiben.“

Musikalisch gestaltet wurde der Empfang von Sigrid Wagner-Schluckebier (Klavier) und Sonja Siegel-Römer (Posaune). Wagner-Schluckebier war erst kürzlich mit dem selten verliehenen Titel „Kirchenmusikdirektorin“ ausgezeichnet worden.

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