Ein Rundgang durch das Gebäude zeigt: Die Wände sind beschmiert, durch die Decke tropft es.

Blick auf das Gebäude von außen.
Blick auf das Gebäude von außen.

Blick auf das Gebäude von außen.

Drinnen sind die Zimmerecken feucht, . . .

. . . die Herde sind verdreckt . . .

. . . das Waschbecken ist unbenutzbar.

magu, Bild 1 von 4

Blick auf das Gebäude von außen.

Wülfrath. Schon vor Monaten gab es Gerüchte, die städtische Obdachlosenunterkunft sei in einem unzumutbaren Zustand. Mittlerweile wurde das Gebäude am Schluphothen 1 ringsherum freigeschnitten. Öffnet man jedoch die Tür zum Flur, wird klar: Im Haus selbst hat sich nicht allzu viel getan.

Kaputte Briefkästen, auf dem Boden liegen Werbebroschüren verteilt. Wir folgen der Einladung eines Bewohners, uns durch die Gemeinschaftsräume zu begleiten. Katzenkot, Fleischknochen und überall Müll: Hier hat schon lange keiner mehr geputzt. „Alle paar Wochen kommt mal jemand vorbei“, berichtet der Bewohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Offenbar gibt es also doch hin und wieder jemanden, der für Ordnung sorgt.

In einer der beiden Küchen verraten Wasserflecken an der Tapete, dass vermutlich das Dach undicht ist. „Vor allem in den Wintermonaten tropft es dann durch die Decke “, weiß der Bewohner. Der einzige Hängeschrank an der Wand ist kaputt. Die Schränke darunter sind es auch. Die Wände sind beschmiert, auf dem völlig verdreckten Boden wird der Müll in Plastiktüten gesammelt. Teller, Tassen und Töpfe sucht man vergebens. Vermutlich verwahren die Bewohner das Kochgeschirr in ihren Zimmern. Gekocht wird übrigens dennoch in der Küche, was an dem völlig verdreckten Herd zu erkennen ist. Noch unangenehmer wird es in den Toiletten. Auf dem Boden steht das Wasser – vermutlich passiert es des Öfteren, dass jemand neben das Toilettenbecken uriniert. In einem der Waschbecken sammelt sich gelbliche Brühe. Die Wände im ganzen Haus sind verdreckt und beschmiert. Hin und wieder schaut einer der Bewohner aus seinem Zimmer – meist junge Männer, nicht älter als 20 bis 25 Jahre. Drogen, Kriminalität, gescheiterte Lebensentwürfe: Es gibt so einiges, was schief gelaufen ist in einem Leben, mit dem man irgendwann in der Obdachlosenunterkunft strandet.

Einen Ansprechpartner sucht man im Haus vergebens, die Bewohner müssen für Beratungsgespräche zur Diakonie nach Velbert fahren. Angesichts der prekären finanziellen Lage ist das wohl eine Situation, die zum „Schwarzfahren“ und damit erneut zu kriminellem Handeln einlädt. Eine Nachfrage bei der Caritas-Suchthilfe hat ergeben: Dort ist man für die Betreuung der Wohnungslosen am Schlupkothen nicht zuständig. Hin und wieder komme ein Klient zum Beratungsgespräch.

Bewohner brauchen Anleitung zur Sauberkeit

Eine Antwort auf die Frage, warum die Bewohner nicht selbst für Ordnung sorgen können, gibt Caritas Bereichsleiter Thomas Rasch dennoch: „In deren Leben herrscht ein andauernder Ausnahmezustand. Man kann die Betroffenen deshalb nicht einfach sich selbst überlassen und erwarten, dass sie das schon irgendwie hinbekommen.“ Sie seien nicht in der Lage, Selbstverantwortung zu übernehmen und bräuchten Unterstützung um zu lernen, wie man den Tag strukturiert, sein häusliches Umfeld pflegt und gut für sich selbst sorgt.

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