Zuletzt lebten dort nur 21 Flüchtlinge. Ob der Sportbetrieb wieder losgeht, bleibt noch ungewiss.

Zuletzt lebten dort nur 21 Flüchtlinge. Ob der Sportbetrieb wieder losgeht, bleibt noch ungewiss.
Die Sporthalle am Waldschlößchen wurde zuletzt von nur noch wenigen Flüchtlingen bewohnt. Jetzt wird sie als Notunterkunft geschlossen. Archiv

Die Sporthalle am Waldschlößchen wurde zuletzt von nur noch wenigen Flüchtlingen bewohnt. Jetzt wird sie als Notunterkunft geschlossen. Archiv

Simone Bahrmann

Die Sporthalle am Waldschlößchen wurde zuletzt von nur noch wenigen Flüchtlingen bewohnt. Jetzt wird sie als Notunterkunft geschlossen. Archiv

Neviges. Aus drei Wochen Laufzeit wurde ein halbes Jahr. Aber: Am jetzigen Wochenende wird die Landesnotunterkunft für Flüchtlinge in der Sporthalle Waldschlößchen aufgegeben. Das teilte die Stadt gestern mit. Ob allerdings die Feldbetten bald wieder Turngeräten weichen können, steht noch nicht fest. „Das besprechen wir am kommenden Dienstag in der Verwaltungsvorstandssitzung“, teilt Pressesprecher Hans-Joachim Blißenbach mit.

Stadt berät am Dienstag, wie es mit den Hallen weitergeht

Die Stadt ist vorsichtig. Zwar ist die Lage im Augenblick äußerst entspannt, doch das könnte sich schnell wieder ändern. In dieser Woche wurden der Stadt nur zwei neue Flüchtlinge zugewiesen, 21 letzte Landesflüchtlinge leben noch in der Nevigeser Halle, die Notunterkunft am Lindenkamp ist völlig leer. Die Flaute könnte aber eine Nachwirkung des Zuweisungsstopps über die Feiertage sein. Blißenbach sagt: „Wir müssen damit rechnen, dass wir bald wieder auf die alte Zahl von 80 Menschen pro Woche kommen.“

Davon ist auszugehen, denn die Zahl an Flüchtlingen, die die Stadt jetzt nicht mehr an Landesflüchtlingen unterbringt, müsste sie eigentlich in gleicher Weise auf regulärem Wege zugewiesen bekommen. Zur Erinnerung: In der Landeseinrichtung betreibt die Stadt stellvertretend für das Land eine Notunterkunft für Flüchtlinge, die frisch in Deutschland angekommen sind und auf ihre Registrierung warten. Die Kosten trägt zu 100 Prozent das Land. Die kommunal zugewiesenen Flüchtlinge sind bereits registriert und warten in Velbert auf den Ausgang ihres Asylverfahrens. Für sie gibt es auch Pauschalen von Land – und neuerdings auch Bund – doch dieser Ausgleich ist nicht kostendeckend.

Derzeit leben 1110 regulär zugewiesene Flüchtlinge in Velbert – noch Ende Oktober kamen 300 Landesflüchtlinge hinzu. Was passiert, wenn diese jetzt in den normalen wöchentlichen Zuweisungen nachrücken? Genau wegen dieser ungewissen Frage hat sich die Stadt auch die Sporthalle Panner Straße in Langenberg noch in der Hinterhand gehalten und nicht für den Sport freigegeben. Dort leben schon seit vier Wochen keine Asylbewerber mehr. Auch über die Zukunft dieser Halle soll laut Blißenbach am Dienstag beraten werden.

Auch wenn die Vereine und Schulen vielleicht noch immer nicht zurück in die Hallen können, in einem Punkt können sie aufatmen. Blißenbach: „Es sind keine Sanierungsarbeiten nötig.“ Das Gebäude werde gesäubert und könne dann theoretisch geöffnet werden.

Die aktuelle Entwicklung ändert nichts an den eifrigen Plänen der Stadt, im Laufe des Jahres neue Flüchtlingsunterkünfte in Reihenbauweise zu errichten und weiterhin private Wohnungen anzumieten. „Die brauchen wir auf jeden Fall, wir wollen weg von den großen Unterkünften“, erinnert der Stadtsprecher. Migranten im Asylverfahren halten sich in der Regel länger in einer Unterkunft auf als Flüchtlinge, die auf eine Registrierung warten. Daher sind Sporthallen bei der kommunalen Unterbringung immer eine schlechte Lösung.

Für die verbliebenen 21 Flüchtlinge geht es jetzt in die Unterkunft am Lindenkamp. Und auch bei dieser liegt die Schließung schon in der Luft.

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