Zum Festgottesdienst predigte Rainer Maria Kardinal Woelki. Anschließend wurde auf dem Pilgerplatz das Weihfest begangen.

Zum Festgottesdienst predigte Rainer Maria Kardinal Woelki. Anschließend wurde auf dem Pilgerplatz das Weihfest begangen.
Empfang in der Glocke: Kreisdechant Daniel Schilling (v.l.), Architekt Peter Böhm mit Ehefrau, Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, Bürgermeister Dirk Lukrafka und Alt-Bürgermeister Heinz Schemken lauschen der Begrüßung durch Wallfahrtsleiter Frank Krampf.

Empfang in der Glocke: Kreisdechant Daniel Schilling (v.l.), Architekt Peter Böhm mit Ehefrau, Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, Bürgermeister Dirk Lukrafka und Alt-Bürgermeister Heinz Schemken lauschen der Begrüßung durch Wallfahrtsleiter Frank Krampf.

Viele Menschen nahmen an dem Pontifikalamt zum Weihefest teil. Fotos (2): Ulrich Bangert

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Empfang in der Glocke: Kreisdechant Daniel Schilling (v.l.), Architekt Peter Böhm mit Ehefrau, Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, Bürgermeister Dirk Lukrafka und Alt-Bürgermeister Heinz Schemken lauschen der Begrüßung durch Wallfahrtsleiter Frank Krampf.

Neviges. „Für mich ich dies eine wunderbare Kirche“, bekannte Rainer Maria Kardinal Woelki in seiner Predigt beim Pontifikalamt zum 50. Weihejubiläum des Mariendoms. „Die Architektur dieser Kirche ist Ausdruck eines Kirchenverständnisses, in dem die vermeintlichen Gegensätze von Himmel und Erde, von heilig und profan, von innen und außen aufgehoben sind. Es ist das Kirchenverständnis des Zweiten Vatikanischen Konzils, dass sich hier in diesem Bau gewissermaßen konkretisiert hat“, führte der Kölner Erzbischof aus.

An die Stelle der festen Burg sein nun die Behausung des wandernden Gottesvolkes getreten. Der Hauptaltar scheint inmitten eines weiten Marktplatzes zu stehen, den die Emporen wie fensterreiche Häuser umgeben. Der Bischof bezeichnete es als besondere Freude, das Weihejubiläum an Christi Himmelfahrt zu feiern, weil dieser Tag wie auch der Mariendom Gegensätze auflöst. Im weiteren Verlauf begründete der Theologe, dass die katholische Kirche von ihren Anfängen her missionarisch evangelisierend sein muss. Was die Kirche dazu braucht, ist ein geistliches Profil. So wie die Jünger in der Bibel Zeugnis für ihren Meister ablegten, so rief der Kardinal seine Zuhörer auf, um am Aufbau einer lebendigen Kirche mitzuarbeiten.

Nach dem feierlichen Gottesdienst, beim dem die Musikgruppe „In Takt“ und der Domchor die musikalischen Eckpfeiler setzten, strömten die Menschen auf den Pilgerplatz, wo das Domweihfest mit Deftigem vom Grill und kühlen Getränken lockte. Souvenirs vom Förderverein und dem Wallfahrtsbüro, angefangen von Magnetplättchen über Taschen und Tassen bis zum schweren Plaketten, kamen besonders gut an.

„Bei den Fördermitteln für das Dach tun wir, was wir können.“

Kerstin Griese, SPD-Bundestagsabgeordnete

In der Glocke begrüßte Wallfahrtsleiter Bruder Frank Krampf die geladenen Gäste, von denen sich Kardinal Woelki schnell in Richtung Katholikentag in Münster verabschiedete. Dorthin wollte auch Kerstin Griese, doch zuvor mahnte die protestantische Bundestagsabgeordnete der SPD, dass es angesichts des aufkommenden Populismus wichtig sei, dass die beiden großen Kirchen die Nächstenliebe leben.

„Bei den Fördermitteln für das Dach tun wir, was wir können“, ergänzte sie. Peter Böhm, der Sohn des Domerbauers Gottfried Böhm, ist zwar mit der Dachsanierung betraut, aber er nahm nicht dazu Stellung, warum die angekündigten Arbeiten bislang noch nicht weiter gehen. Immerhin teilte er mit, dass eine Technik gefunden wurde, die das Dach in den Ursprungszustand zurückversetzt und die dauerhaft hält. Der 98-jährige Gottfried Böhm ließ durch seinen Sohn herzliche Grüße ausrichten. „Die vielen Leute, das ist ihm zu anstrengend geworden.“ Daneben verriet der Sohn, dass dem Vater bei der Planung des Doms die Statik des Faltdaches besonders gereizt hat. „Das Sakrale wollte er zunächst gar nicht, ihm steckte es noch zu sehr in den Knochen, dass die Nazis das Sakrale auf ihre Weise missbraucht hatten.“ Auch im Inneren müsse mal etwas gemacht werden, „es war mal viel heller, die Kerzen haben die Wände verrußt“, stellte der Architektensohn abschließend fest.

Bruder Frank Krampf hörte das gerne und erinnerte an das nächste große Jubiläum in 13 Jahren: Dann findet die Wallfahrt nach Hardenberg seit 350 Jahren statt.

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