Stadtentwicklung: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bietet das Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg jetzt bei einer Auktion an.

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Für den Bunker an der Wilhelmstraße – ein Klotz mit 1,10 Meter dicken Stahlbetonwänden – sucht die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben nach wie vor einen Käufer.

Für den Bunker an der Wilhelmstraße – ein Klotz mit 1,10 Meter dicken Stahlbetonwänden – sucht die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben nach wie vor einen Käufer.

Simone Bahrmann

Für den Bunker an der Wilhelmstraße – ein Klotz mit 1,10 Meter dicken Stahlbetonwänden – sucht die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben nach wie vor einen Käufer.

Neviges. Er ist ein mächtiger Klotz aus Stahlbeton, der zweigeschossige Hochbunker an der Wilhelmstraße. Für die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ist er inzwischen zu einem echten Klotz am Bein geworden. Seit mehr als einem Jahr versucht der Bund, für das Objekt einen Käufer zu finden. Am 17.Dezember soll der Hochbunker nun auf der Winterauktion der Westdeutschen Grundstücksauktionen AG in Köln unter den Hammer kommen.

Der Hochbunker ist nun schon ab 15000 Euro zu haben

Das Mindestgebot für den Hochbunker liegt bei 15000Euro. Vor einem Jahr hatte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben noch 49000 Euro für die Immobilie mit 330 Quadratmetern Nutzfläche gefordert. "Es gab mehrere Kaufinteressenten, die aber alle wieder abgesprungen sind", sagt Christine Lorenzen, Abteilungsleiterin für den Bereich Düsseldorf der Bundesimmobilienanstalt. In einigen Fällen gaben die Interessenten an, sie hätten sich nicht mit der Stadt über eine geplante Nutzung verständigen können. "Es kann aber auch durchaus sein, dass sie die Kosten für einen Umbau einfach unterschätzt haben", sagt Christine Lorenzen.

Schließlich hat der Hochbunker überhaupt keine Fenster, die Außenwände sind 1,10 Meter dick, die Decke 1,40Meter. Zudem ist das Gebäude seinem Lebensalter entsprechend technisch und wirtschaftlich abgenutzt und müsste aufwändig saniert werden. Der Hochbunker wurde im Jahre1942gebaut und sollte die Nevigeser vor Bombenangriffen aus der Luft schützen. Die Eingangsbereiche auf beiden Etagen der Anlage knicken als Schutz vor Detonationswellen und Splittern stark ab. An den Wänden finden sich noch Ventile des Drägerwerks Lübeck. Durch leichten Überdruck sollte verhindert werden, dass Gas in den Bunker eindringen konnte. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er zeitweise als Möbellager genutzt.

Geschäftliche Nutzung, aber auch Wohnungen wären denkbar

Die Bundesimmobilienanstalt hofft, den Hochbunker jetzt auf der Auktion in Köln los zu werden. "Auf diese Weise haben wir schon viele Gebäude, auch Bunker, verkauft, für die wir vorher keinen Käufer finden konnten", sagt Lorenzen. Diese seien unter anderem zu Wohnhäusern umgebaut worden. Im Nevigeser Bunker könnten sowohl Geschäfte öffnen als auch Dienstleister Büros einrichten. Auch Wohnungen wären zulässig. Auf das Dach des Bunkers könnte sogar ein Penthouse gesetzt werden. Das soll die Denkmalschutzsatzung für diesen Bereich zulassen.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat im Jahre 2005 die Aufgaben des Bundesvermögensamtes übernommen. Sie vermarktet bundesweit Immobilien und Grundstücke, die die Bundesrepublik nicht mehr benötigt - darunter auch Bunkeranlagen. Sie werden für den heutigen Zivilschutz nicht mehr gebraucht.

Der Nevigeser Hochbunker aus dem Jahre 1942 wird am Freitag, 17. Dezember, von der Westdeutschen Grundstücksauktionen AG öffentlich versteigert. Das Mindestangebot liegt bei 15000 Euro. Die Auktion wird ab 14 Uhr im Hilton Cologne Hotel in Köln, Marzellenstraße13-17, durchgeführt.

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