Ein Arbeitskreis setzt sich schon seit zehn Monaten parallel zu Wülfrath Pro für die City ein. Der nächste Schritt deutet sich an.

Ein Arbeitskreis setzt sich schon seit zehn Monaten parallel zu Wülfrath Pro für die City ein. Der nächste Schritt deutet sich an.
Melanie Wolfram (r.) lockt ihre Kunden mit besonderen Aktionen in ihren Kunst- und Handwerksladen. Sie ist Mitglied der neuen Arbeitsgruppe.

Melanie Wolfram (r.) lockt ihre Kunden mit besonderen Aktionen in ihren Kunst- und Handwerksladen. Sie ist Mitglied der neuen Arbeitsgruppe.

simba

Melanie Wolfram (r.) lockt ihre Kunden mit besonderen Aktionen in ihren Kunst- und Handwerksladen. Sie ist Mitglied der neuen Arbeitsgruppe.

Wülfrath. An den Ladentheken gab es gestern nur ein Thema: Wie geht es jetzt mit dem Einzelhandel weiter, wo der Wülfrath-Pro-Vorstand seinen Rückzug bekanntgegeben hat? Goldschmiedin Astrid Goldberg, deren Sohn Lars bis vor zwei Jahren selbst im Vorstand der Werbegemeinschaft saß, sagt: „Ich bin schon besorgt, dass jetzt kein Ersatz gefunden wird. Vor allem kein Ersatz mit Kompetenz.“

Direkt nebenan die nächste besorgte Stimme: Yvonne Jesse von der Parfümerie Flohr sieht die akute Führungslosigkeit gerade in der jetzigen Situation kritisch, wo sich gerade mehrere Leerstände in der Fußgängerzone auftun. Sie zählt auf, welche Frequenzbringer sich frisch aus der City verabschiedet haben oder noch verabschieden werden: „Das Altstadtlädchen, das Café Heumarkt, Blumen Busse – das ist schon beängstigend.“

Arbeitskreis betreute bereits das jüngste Late-Night-Shopping

Hoffnung macht da die Tatsache, dass sich bereits seit zehn Monaten eine Gruppe von zehn Einzelhändlern, größtenteils Frauen, zu einem informellen Arbeitskreis Einzelhandel zusammengeschlossen haben. Mitglied ist unter anderem Melanie Wolfram (35), die mit ihrem Kunst- und Handwerkladen Luna, eines der neueren Gesichter an der Wilhelmstraße ist. Sie würde nicht ausschließen, dass sich aus dem Team heraus ein neues Führungs-Trio für die Wülfrath-Pro-Vorstandswahl am 17. Mai meldet. Doch es gebe noch Abstimmungsbedarf. Ob sie sich eine Kandidatur vorstellen könnte, wollte sie gestern noch nicht verraten.

„Wir hoffen mit einem neuen Vorstand auch auf einen neuen Geist“, sagt Wolfram und stellt gleichzeitig klar: „Das wird aber nicht von heute auf morgen gehen.“ In der Vergangenheit habe Christian Campe zu viel allein stemmen müssen und zu wenig Unterstützung erfahren.

Diese kam in den jüngsten Monaten hauptsächlich aus dem Arbeitskreis. Beispiel: das jüngste Late-Night-Shopping im Dezember, „Wir haben die Veranstaltung zu 100 Prozent betreut und zum Beispiel auch das Suchspiel entwickelt“, sagt Ulrike Schultz, Inhaberin der Boutique „Le Clou“. Sie hatte die Gruppe nach ihrem Ausscheiden als drittes Vorstandsmitglied bei Wülfrath Pro ins Leben gerufen. Zu den Gründen, warum sie gegangen ist und sich auch in Zukunft keine Vorstandsarbeit für den Verein mehr vorstellen kann, schweigt sie bis heute. Nur so viel: „Ich wollte meine Arbeit für den Einzelhandel deswegen nicht einstellen.“

Als Gegenentwurf zu Wülfrath Pro war die neue Gruppe nie gedacht

Dabei sei der Arbeitskreis jedoch nie als Gegenentwurf zu Wülfrath Pro gedacht gewesen, sondern als Ergänzung. „Manchmal war Christian Campe auch bei den Treffen dabei“, unterstreicht Schultz das gute Verhältnis. Ebenfalls mit von der Partie ist Susanne Faupel, Inhaberin des Naturkostladens in Höhe des Heumarkts. Sie bleibt gelassen: „Es wird sich seine Lösung für den Einzelhandel finden, da bin ich optimistisch.“ Sie selbst könne sich aber auch nicht vorstellen, einen Vorstandsposten zu bekleiden: „Nein, das ist zu viel Arbeit.“ Man dürfe nicht unterschätzen, was Wülfrath Pro bislang geleistet habe. Das sieht auch Ulrike Schultz ähnlich: „Einige Leute vergessen manchmal, dass es sich bei der Vorstandsarbeit nur um ein Ehrenamt handelt.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer