Im fast ausverkauften Forum Niederberg feiert das Musical „Limit“ der Musik- und Kunstschule eine gelungene Premiere.

Kultur
Szene aus „Limit“: Paula (vorne, gespielt von Viktoria Buschmann, 14) will Antworten und mehr Freiheit von ihrer Großmutter Erna (Dejana Katanic, 16), die ihr Leben streng überwacht.

Szene aus „Limit“: Paula (vorne, gespielt von Viktoria Buschmann, 14) will Antworten und mehr Freiheit von ihrer Großmutter Erna (Dejana Katanic, 16), die ihr Leben streng überwacht.

Simone Bahrmann

Szene aus „Limit“: Paula (vorne, gespielt von Viktoria Buschmann, 14) will Antworten und mehr Freiheit von ihrer Großmutter Erna (Dejana Katanic, 16), die ihr Leben streng überwacht.

Velbert. „Komm’ vom Fenster weg. Da draußen gibt es nichts zu entdecken“, sagt Oma Erna streng zu ihrer Enkelin Paula. Doch als sie diesen Satz sagt, ist es schon zu spät. Paula will raus aus der engen Wohnung, in der sie mit ihrer Großmutter lebt. Weg vom gelben Sofa, auf dem Erna für ihre 14-jährige Enkelin Babypuppen sammelt. Paula hat Fragen. Sie will wissen, wie ihre Mutter gestorben ist. Wissen, woher sie kommt, wer ihr Vater war. Und sie will wissen, was sie eigentlich kann.

Publikum spendet Darstellern und Musikern stehend Applaus

Im Musical „Limit“, das am Samstagabend Premiere feierte, hilft eine mysteriöse Kommissarin Paula, indem sie ihr per Zeitreise zeigt, was seinerzeit mit ihrer Mutter passierte. Kein einfacher Stoff – das Musical ist eine Mischung aus Drama, Krimi und Komödie. Im nahezu ausverkauften Forum Niederberg wechselten sich deshalb Lachen mit stockendem Atem und Beklemmung mit ausgelassener Freude ab. Letztere vor allem am Ende, als das Publikum aufstand und die Leistung des Teams mit Ovationen feierte.

43 junge Schauspieler und 47 Musiker in Orchester, Band und Chor hat ein mehrköpfiges Leitungsteam der Musik- und Kunstschule zusammengebracht, um das Musiktheater auf die Bühne zu bringen. Die Kinder und Jugendlichen im Alter von zwölf bis 19 Jahren entwickelten Teile des Stücks selbst. Sie schrieben die Musik, gestalteten Szenen und erarbeiteten die Charaktere. Das ist zu spüren – die Jungschauspieler identifizieren sich mit ihren Rollen.

„Dadurch konnten wir im Stück gut improvisieren, wenn es an einigen Stellen zum Stocken kam“, gab Marieke Zimmermann nach der Premiere überraschend zu, denn von stockenden Szenen oder Versprechern war nichts zu spüren. Die 18-Jährige spielte Anna, die Mutter von Paula. Vor allem in ihrem Solopart beeindruckt die Gesangsschülerin das Publikum – eine sehr emotionale Szene. Denn dort wurde klar, wie sehr Anna aus der Kleinstadt und deren einengendem System ausbrechen will. Das gelingt ihr zum ersten Mal, als der Rebell Leo mit seiner umherziehenden Gang ins Dorf kommt – mit fatalen Folgen, denn Anna ist mit dem Dorfhelden Tristan liiert, ihre Zukunft eigentlich vorgezeichnet.

„Auf der Bühne vergehen zweieinhalb Stunden ziemlich schnell, wenn man vorher acht bis zehn Stunden täglich geprobt hat.“

Viktoria Buschmann (14), Darstellerin der Paula

Produkt der Liaison mit Leo ist Paula. Die wird von der 14 Jahre alten Viktoria Buschmann dargestellt. „Wir waren alle ziemlich nervös, haben die ganze Zeit Wasser in uns hineingeschüttet wegen der Stimme. Aber auf der Bühne vergehen zweieinhalb Stunden ziemlich schnell, wenn man vorher acht bis zehn Stunden täglich geprobt hat“, berichtete Viktoria vom Leben auf und hinter der Bühne.

Vier Shows führt die Musik- und Kunstschule auf. Nach der Premiere und einer weiteren Vorstellung am Sonntag ist das Musical noch zweimal im Forum Niederberg zu sehen – am Dienstag sowie am Mittwoch, 19. Januar, jeweils um 19 Uhr.

Für die Tickets zum Preis von 15 und ermäßigt zehn Euro gibt es eine Abendkasse. Dienstag und Mittwoch wird auch ein Pauschaltarif für Schulklassen angeboten. Für 100 Euro kann die ganze Klasse zuschauen. www.musikundkunstschule-velbert.de

Eine Erfahrung, von der die Jungschauspieler profitieren werden. „Wenn ich sehe, was die Jugendlichen in den vergangenen Tagen für einen riesigen Schritt gemacht haben, bin ich sicher, dass sie eine ganze Menge für ihr Leben mitnehmen“, sagte Frank Eerenstein, Leiter der Musik- und Kunstschule, nach der gelungenen Premiere.

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