Jugend von Einigkeit Dornap weitet die Sammlung von Schraubverschlüssen für Impfungen aus.

Dr. Jens Erichsen (Rotary Club Mettmann), Trainer Christian Vollmer, Jugendleiter Daniel Lange und Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Schultz (v. l.) mit einem Teil der erfolgreichen Kunststoff-Deckel-Sammler des TSV Einigkeit Dornap-Düssel.
Dr. Jens Erichsen (Rotary Club Mettmann), Trainer Christian Vollmer, Jugendleiter Daniel Lange und Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Schultz (v. l.) mit einem Teil der erfolgreichen Kunststoff-Deckel-Sammler des TSV Einigkeit Dornap-Düssel.

Dr. Jens Erichsen (Rotary Club Mettmann), Trainer Christian Vollmer, Jugendleiter Daniel Lange und Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Schultz (v. l.) mit einem Teil der erfolgreichen Kunststoff-Deckel-Sammler des TSV Einigkeit Dornap-Düssel.

Verein

Dr. Jens Erichsen (Rotary Club Mettmann), Trainer Christian Vollmer, Jugendleiter Daniel Lange und Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Schultz (v. l.) mit einem Teil der erfolgreichen Kunststoff-Deckel-Sammler des TSV Einigkeit Dornap-Düssel.

Wülfrath. In der Regel schluckt der Leergutautomat die Einweg-Pfandflasche samt deren Verschlusskappe. Ein kurzes Knirschen des gepressten Kunststoffs, das war’s, schon kann nachgelegt oder per Knopfdruck der Bon angefordert werden. Kaum einer denkt da daran, dass es das Pfandgeld auch ohne Deckel gibt und sich mit dem Sammeln der Verschlüsse aus hochwertigem Polyethylen – auch von Mehrwegflaschen, Milch- und Saftverpackungen oder Zahnpastatuben – noch etwas wirklich Gutes tun lässt. Das soll sich in Wülfrath rasch ändern. Deshalb stellt der Abfallkalender für 2017 der Stadt das Engagement junger Kicker des TSV Einigkeit Dornap-Düssel für die Aktion „Deckel gegen Polio – 500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ vor und nennt Sammelstellen.

500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung

Die Idee, Deckel von Plastikflaschen im Klub zu sammeln, hatten die beiden elfjährigen Anna und Luis im Frühjahr aus ihrer Schule in Wuppertal mit zum Trainingsgelände am Erbacher Berg gebracht. Im Nu begeisterten sie ihre gleichaltrigen Mitspieler Jacob und Samuel für die Idee des von Rotariern 2014 für den weltweiten Kampf gegen Polio gegründeten Verein „Deckel drauf“. „Bald war die ganze D-Junioren-Mannschaft mit ihren Betreuern Christian Vollmer und Enzo Pannepinto Feuer und Flamme“, erinnert sich Karl-Heinz Schultz, der Vorsitzende des 280 Mitglieder zählenden Sportvereins. Ein wenig überrascht von dem Ansinnen sei der Vorstand schon gewesen, schließlich musste für die Übergabe des Sammelguts logistisch ja noch Einiges geklärt werden, so der 69-Jährige. „Wir haben den Rotary Club Mettmann angesprochen und erfahren, dass der das Projekt noch nicht unterstützte. Aber der Club war schnell als Partner gewonnen. Er stellt heute den Abtransport nach Wuppertal zum Verwiegen und Verkauf an Recycling-Unternehmen sicher“, sagt Schultz.

Von Mitte Mai bis Anfang November sammelten 40 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren in und um Wülfrath schätzungsweise 230 500 Plastikdeckel beziehungsweise 461 Kilogramm. „Diese Menge ermöglicht 461 Impfungen gegen Kinderlähmung. Der Polio-Schutz kostet nur acht bis zehn Euro pro Kind“, erklärt Schultz. Doch bei dieser erfreulichen Zwischenbilanz soll es nicht bleiben. Schon wieder stapeln sich bereits die Säcke mit den Kunststoffkapseln in den beiden Garagen am Erbacher Berg, die eigentlich für die Lagerung des sportlichen Geräts bestimmt sind. Schultz hofft daher darauf, dass dem Verein schon bald große Restmüll-Container für die Deckel-Sammlung überlassen werden.

„Wir sind sehr dankbar dafür, dass die städtische Abfallberaterin Ulrike Eberle eine Seite für uns reserviert hat und wir praktisch in jedem Haushalt fürs Mitmachen werben können. Die Aktion soll schließlich im neuen Jahr massiv ausgeweitet werden“, erklärt Karl-Heinz Schultz. In Kürze will er Unternehmen wie Lhoist Rheinkalk, Tedrive oder Puky darum bitten, in ihren Erfrischungsräumen Sammelbehälter aufstellen zu dürfen. Abgegeben werden können die Deckel bereits jetzt im „Haus des Sports“ am Erbacher Berg, im Fitness-Studio 9 an der Röntgenstraße, bei Mode Le Clou, Wilhelmstraße 118, in der Parkschule an der Parkstraße und auf der Feuerwehrwache, Wilhelmstraße 8.

„Weitere Aufsteller sind immer willkommen“, so der Einigkeit-Chef. Die Wiedererkennbarkeit der Sammelgefäße will er verbessern. „Die Eimer könnten zum Beispiel durchsichtig sein. Dann sieht man gleich, worum es geht.“ Über die Judo-Abteilung, die in der Schule am Radenberg trainiert, möchte der Verein zudem diese Wuppertaler Grundschüler als Sammler gewinnen.

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